Knochenfunde auf Baustelle eines Kita-Projekts in Helmstedt

Helmstedt.  Bei Bauarbeiten am Magdeburger Tor sind menschliche Knochen gefunden worden. Das Areal war bis zum Jahr 1890 ein Friedhof.

Das ist die Baugrube neben dem Ludgeri-Kindergarten in Helmstedt.

Das ist die Baugrube neben dem Ludgeri-Kindergarten in Helmstedt.

Foto: Jürgen Paxmann

Eine Baustelle ohne Probleme wäre wohl nicht normal. Daher kann die katholische Pfarrgemeinde St. Ludgeri bei ihrem Bauprojekt, den Ausbau der Kindertagesstätte am Magdeburger Tor, gelassen bleiben. Aufgrund von Knochenfunden und archäologischen Grabungen verzögert sich der Fortgang des Vorhabend nur um wenige Tage.

Aufgrund von Knochenfunden beim Herrichten des Baugrundes ist es zunächst zur Unterbrechung der Arbeiten in Abstimmung mit der Denkmalpflege gekommen. Die Nachforschungen im Stadtarchiv haben ergeben, dass in Teilen des Baufeldes bis etwa 1890 der katholische Friedhof lag, teilt die Stadtverwaltung Helmstedt auf unsere Anfrage mit.

Knochen werden umgebettet

Ein Archäologe ist mit Unterstützung einer Gartenbaufirma derzeit dabei, die menschlichen Überreste zu bergen. Die Knochen werden im Rahmen einer kleinen Zeremonie auf einem anderen Friedhof beigesetzt.

Die Bauherren gehen davon aus, dass die Rohbauarbeiten noch in dieser Woche wieder aufgenommen werden können, zumal sämtliche Gewerke ausgeschrieben und teilweise bereits vergeben worden sind. Geplant ist der Ausbau der Gruppenräume sowie eine multifunktionale Umgestaltung innerhalb des schon bestehenden Gebäudekomplexes, um künftig eine altersgemischte Familiengruppe ab Vollendung des ersten Lebensjahrs anbieten zu können.

Anbau schafft mindestens 15 Plätze

Bei Bedarf sei das zusätzliche Raumangebot für eine Kinderkrippe mit bis zu 15 Plätzen nutzbar, heißt es in den Plänen der Projektgruppe der Pfarrei. Dieses Vorhaben, bereits projektiert vor vier Jahren, kostet nach damaliger Berechnung knapp 544.000 Euro. Eine Erweiterung um eine weitere Kindergartengruppe mit bis 25 Plätzen sei durch die Aufstockung im hinteren Querbau möglich.

Zurzeit sind in der kirchlichen Einrichtung drei Gruppen aufgenommen: eine Halbtags- sowie ein Ganzstagsgruppe mit je 25 Kindern sowie eine integrative Halbtagsgruppe mit 18 Kindern. Zum Fortgang dieses Projekts und weiterer Kita-Projekte werden die Mitglieder im Familien- und Sozialausschuss in der nächsten Sitzung mehr hören. Das Gremium tagt am Mittwoch, 16. September, ab 17 Uhr im Ratssaal.

Weitere Kita-Projekte in Bau

Bei den Beratungen geht es auch um den Kita-Neubau des DRK an der Streplingerode. Vor neun Monaten wurde dort Richtfest gefeiert. Der Rotkreuz-Kreisverband schließt in Absprache mit der Stadt Helmstedt eine Baulücke an einem Standort, wo er bereits mit dem Zwieselchen eine Krippe mit insgesamt 30 Kindern betreibt. Nebenan wurden für 3,2 Millionen Euro zwei miteinander verbundene Gebäude errichtet, die Platz für eine weitere Krippe sowie zwei Kindergartengruppen bieten. Funktions- und Gemeinschaftsräume mit eingerechnet, entsteht so eine Nutzfläche von 600 Quadratmetern. Bürgermeister Wittich Schobert hofft, dass bald, vielleicht im Oktober, Einweihung ist.

Überdies plant die Stadt selbst ein Kita-Bauprojekt, und zwar am Kaisergarten, schräg gegenüber die Ludgeri-Kindertagesstätte. Allerdings ist dort – bis auf das Ergebnis der Rodung von Bäumen und Büschen – nicht viel zu sehen. Der zuständige Leiter des Geschäftsbereichs, Thomas Bode, versichert aber: „Die Ausschreibung für die Rohbau-Arbeiten ist gelaufen. Wenn die Auftragsvergabe geprüft worden ist, steht dem Ersten Spatenstich nichts im Wege.“ Termin: ebenso demnächst im Oktober.

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