Nach verheerendem Brand: SpVG Süpplingen hat keine Bleibe mehr

Süpplingen.  Auf 100.000 Euro schätzt die Polizei den Schaden, des niedergebrannten Vereinsheims in Süpplingen. Aber auch ideelle Werte sind zerstört.

Das zerstörte Süpplinger Sportheim am Morgen nach dem verheerenden Brand.

Das zerstörte Süpplinger Sportheim am Morgen nach dem verheerenden Brand.

Foto: Jürgen Paxmann

Erst bei Tageslicht betrachtet wurde am Montag wirklich deutlich, wie verheerend die Auswirkungen des nächtlichen Sportheim-Brandes in Süpplingen sind. Bis auf eine Außenwand steht von der Unterkunft der Spielvereinigung (SpVG) Süpplingen nichts mehr. „Es ist unfassbar“, lautete somit auch der Kommentar des Vorsitzenden Dirk Klein unserer Zeitung gegenüber am Telefon. Nicht nur dass das Heim gerade erst während der Corona-Pause saniert wurde, auch wertvolle Erinnerungsstücke sind unwiederbringlich durch das Feuer zerstört worden.

Auf etwa 100.000 Euro schätzt die Polizei den entstandenen Schaden, verletzt wurde bei dem Brand niemand. Ein Autofahrer habe demnach den nächtlichen Feuerschein am späten Sonntagabend gesehen und um 23.27 Uhr Polizei und Feuerwehr alarmiert. Schon beim Eintreffen der ersten Streifenbesatzung habe das Gebäude komplett in Brand gestanden. Auch Einsatzleiter Tobias Hurlbeck von der Feuerwehr Süpplingen bestätigte dies in einer Pressemitteilung.

Ermittlungen zur Brandursache

Mehr als 110 Kräfte unter anderem aller Ortswehren der Samtgemeinde Nord-Elm waren im Löscheinsatz, der nach etwa vier Stunden beendet war. Noch in der Nacht hatte die Polizei den Brandort beschlagnahmt und sucht nun nach der Ursache für das Feuer. Wie Polizeisprecher Sven-Marco Claus bestätigte, haben am Montagmittag Experten der Helmstedter Polizei mit den Untersuchungen vor Ort begonnen.

„Wir ermitteln in alle Richtungen“, betonte Claus weiter und rief mögliche Zeugen dazu auf, sich bei der Polizei in Helmstedt zu melden, sollten sie ab 20 Uhr im Bereich der Sportanlage etwas bemerkt haben. „Tausend Gedanken“, habe sich SpVG-Vorsitzender Dirk Klein unter anderem auch zur Brandursache gemacht, seit er am Sonntag von dem Feuer erfahren habe.

Gerade erst saniert

„Ich hoffe nur, dass es durch einen technischen Defekt ausgelöst wurde, damit man sich nicht noch Gedanken machen muss, wer einem etwas anhaben wollte“, sagte er. Noch am Sonntagmittag sei er unter anderem mit seinen Kindern im Sportheim gewesen. Dass jetzt nur noch eine Außenwand steht, sei nicht zu glauben. Es ist ausgerechnet die Südseite, die gerade erst im Zuge weiterer Sanierungsarbeiten neu verkleidet worden sei, wie Klein weiter berichtet.

„Wir haben fast die gesamte Elektronik gemacht und die Beleuchtung gegen energetische erneuert“, zählt er unter anderem auf. Für die Sanierung des 2002 eingeweihten Sportheims hat der Verein viel ehrenamtliche Arbeit investiert und musste auch höhere Kredite als geplant aufnehmen, weil es keine erhofften Fördermittel dafür gab. Alles sei nun zerstört. Dazu kämen viele ideelle Werte, die verbrannt seien.

Spielbetrieb kann laufen

Besonders hob der Vorsitzende ein Original-Mannschaftsbild von 1921 des ein Jahr zuvor gegründeten Vereins hervor. „Das ist weg. Natürlich kann man es nachmachen, aber es ist eben nicht das Original“, machte er deutlich. Pokale, Unterlagen, alles, was auf dem Dachboden gelagert war – alles ist unwiederbringlich zerstört. „Ich bin froh, dass ich wenigstens einige Ordner mit wichtigen Papieren zu Hause habe“, betonte Klein.

Das Inventar mit Schränken, Stühlen, einer Theke, alles weg. Seine Aufzählung will schier nicht enden. Doch die wichtigste Erkenntnis ist, dass die Spielvereinigung keine Bleibe mehr hat. Wenigstens könne der Spielbetrieb aufrecht erhalten werden, da der Brand nicht die Nord-Elm-Halle betroffen habe, wie zunächst befürchtet. Aber der Rest? Noch am Montagabend wolle sich der Vorstand treffen, um über die Situation zu beraten und darüber, wie das Vereinsleben jetzt gerettet werden könne. In all dem Schrecken gebe es jedoch auch Positives.

Vereine bieten Hilfe an

Wie Dirk Klein berichtet, hätten zwei Vereine früh ihre Hilfe angeboten. Zudem sei ein Spendenaufruf ins Leben gerufen worden. „Diese Unterstützung tut gut“, steht für ihn fest. Trotzdem sei klar: Nach der Corona-Ausbremsung nun der Brand, das sei schon eine harte Nummer. Das Jubiläumsjahr zum 100-Jährigen der Spielvereinigung habe er sich definitiv anders vorgestellt.

Weiterer Bericht zum Thema:

https://www.helmstedter-nachrichten.de/helmstedt/article230758008/Sportheim-Suepplingen-brennt-vollstaendig-ab.html

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