Schulen berichten von vereinzeltem Widerstand gegen Maskenpflicht

Helmstedt.  Vorgezogene Weihnachtsferien, Ersatzbusse, Lüften: Was sagen die Schulleitungen aus dem Kreis Helmstedt zu den Corona-Diskussionen?

Schülerinnen einer neunten Klasse sitzen zu Beginn des Unterrichts mit Mundschutz im Klassenzimmer. (Symbolbild)

Schülerinnen einer neunten Klasse sitzen zu Beginn des Unterrichts mit Mundschutz im Klassenzimmer. (Symbolbild)

Foto: Karl-Josef Hildenbrand / dpa

Sie sind weiterhin geöffnet, auch deshalb gibt es einige Diskussionen: die Schulen während des zweiten Corona-Lockdowns . Die Meldungen von Infektionen und Jahrgängen in Quarantäne mehren sich – nach Angaben des Kultusministeriums haben sich seit August in Niedersachsen etwa 1.900 Schülerinnen und Schüler wie auch knapp über 330 Lehrkräfte infiziert.

Gestritten wird und wurde über das Lüften , die Maskenpflicht, Homeschooling vor Weihnachten oder die Situation in Schulbussen . Was sagen die Schulleitungen im Kreis Helmstedt?

Sollte weiter an Präsenzunterricht festgehalten werden?

Die Meinung der Verantwortlichen aus der Region ist nicht so einhellig wie vermutet . Ulrich Marquard, Rektor der Realschule in Schöningen , sagt: „Die Zahl der Verdachtsfälle ist bei uns sehr klein. Präsenzunterricht ist für die Schülerinnen und Schüler die beste Variante, weil die Selbstdisziplin für das Lernen zuhause nicht sehr ausgeprägt ist.“

Heike Roy, Schulleiterin des Helmstedter Julianum-Gymnasiums , plädiert hingegen für einen Wechsel in das Szenario B – also Unterricht im Wechselmodell. Christian Jürgens, stellvertretender Leiter des Gymnasiums am Bötschenberg , betont: „Wir setzen um, was der Kultusminister vorgibt. Private Meinungen sind hier nicht gefragt.“

Gefragt ist derzeit wiederum das regelmäßige Lüften der Klassenräume , trotz sinkender Temperaturen. Die Akzeptanz sei mittlerweile da, das Öffnen der Fenster in den Unterricht integriert, berichten die Schulleitungen – auch wenn dies häufig zum Abbruch von Gedankengängen führe, wie Marquard es ausdrückt. Die Jugendlichen tragen teils Jacken, Mützen und Schals, bringen Decken mit zum Unterricht.

Gibt es Ärger über die Maskenpflicht?

In Sozialen Netzwerken sind immer wieder Ankündigungen von Personen zu lesen, ihre Kinder wegen der Maskenpflicht oder aus Angst nicht in die Schule schicken zu wollen. Vereinzelten Widerstand bemerken auch die hiesigen Schulen.

So berichtet Marquard etwa von „Eltern, die ihren Protest gegen das längere Tragen der Maske durch Briefe kundtun und deshalb auch ihre Kinder vom Unterricht ‚befreien‘. Meist zeigen Gespräche keinen Erfolg. Sollten die Kinder aber nicht an irgendeiner Erkrankung leiden, müssen wir diese unentschuldigten Fehlzeiten mit Ordnungsgeld belegen.“

Und auch Roy erzählt: „Wir haben wenige Eltern, die sich verweigern mit Anwälten und Klagen . Allerdings beschäftigen die uns nahezu vollumfänglich.“ Die Schuldirektorin bedankt sich einerseits beim Landkreis, dem Gesundheitsamt und der Landesschulbehörde für die Unterstützung gegen diesen Widerstand. Andererseits bei den Schülerinnen, Schülern, Lehrkräften und Eltern, die „mit dieser besonderen Situation verantwortungsvoll umgehen“.

Denn: Die Jugendlichen, das bekräftigen alle befragten Schulleitungen, seien in puncto Maskenpflicht und Kohortenbildung bis auf wenige Ausnahmen sehr diszipliniert .

Was denken die Rektoren über weitere Maßnahmen?

In Nordrhein-Westfalen beginnen die Weihnachtsferien in diesem Jahr als eine Art Vorquarantäne zwei Tage früher. Einen ähnlichen Vorschlag gab es auch für Niedersachsen – Schulkinder sollten in der Weihnachtswoche zuhause lernen statt in die Schule zu gehen.

Angesichts der Bedeutung des Weihnachtsfestes sollte dies auch in Niedersachsen durchgesetzt werden, findet Jürgens: „Damit die Familien frei von Coronainfektionen feiern können.“ Roy hält diese Maßnahme für einen „Tropfen auf den heißen Stein“ , Marquard plädiert für eine kurzfristige Entscheidung in dieser Sache.

Was kurzfristig geklappt zu haben scheint, ist die von der Kraftverkehrsgesellschaft Braunschweig angekündigte Entzerrung des Schulbusverkehrs . Es gebe weniger Beschwerden, allerdings bringen auch mehr Eltern ihre Kinder selbstständig zur Schule, so die Leitungen.

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