Ein neuer Mischwald entsteht bei Rickensdorf

Rickensdorf.  Die Forstgenossen im Nordkreis ersetzen damit den durch Trockenheit und Borkenbefall geschädigten Fichtenbestand.

Wilhelm Lippelt (links), Vorsitzender der Forstgenossenschaft Rickensdorf, und Förster Jens Eilers, Niedersächsische Landesforsten, auf der Pflanzfläche.

Wilhelm Lippelt (links), Vorsitzender der Forstgenossenschaft Rickensdorf, und Förster Jens Eilers, Niedersächsische Landesforsten, auf der Pflanzfläche.

Foto: Dennis Glanz / Landesforsten

In der betreuten Forstgenossenschaft Rickensdorf plant Revierförster Jens Eilers gemeinsam mit den Forstgenossen die Pflanzung eines klimastabilen Mischwaldes.

Das Niedersächsische Forstamt Wolfenbüttel – es betreut mit der Revierförsterei Velpke die Privatwaldbesitzer vieler Forstgenossenschaften im Landkreis Helmstedt – erklärt den Hintergrund: Auf rund 1,2 Hektar sind im vergangenen Jahr durch Windwurf, Trockenheit und Borkenkäfer zwei 80 Jahre alte Fichtenwälder ausgefallen; sie mussten zwangsläufig geerntet werden.

Umdenken in der Forstwirtschaft

Nach diesem Desaster planen Betreuungsförster Jens Eilers und die Forstgenossen um. Zukünftig soll nicht mehr allein auf die ertragreiche, aber gefährdete Fichte gesetzt werden. Stattdessen werde, wie es heißt, ein klimastabiler Mischwald gepflanzt.

Förster Eilers ließ die Waldfläche räumen und für einen Baumartenwechsel durch Pflanzung vorbereiten, weil sich kaum Bäume von allein angesamt hatten und Mischwald nicht von allein entsteht. „Wir pflanzen auf diesen 1,2 Hektar nun 6200 Stieleichen, Bergahorne, Wildbirnen, Vogelkirschen und Winterlinden“, erklärt Förster Jens Eilers von der Revierförsterei Velpke.

Bienenfreundliche Gehölze

„Den Forstgenossen Rickensdorf um ihren Vorsitzenden Wilhelm Lippelt war es ein besonders Anliegen, auch bienenfreundlichen Gehölze zu integrieren. Deshalb setzen wir neben den Wirtschaftsbaumarten auch auf Vogelkirschen, Wildbirnen und Winterlinden“, ergänzt Förster Eilers.

Die Waldfläche zwischen Querenhorst und Rickensdorf wird zurzeit durch einen regionalen Forstunternehmer bepflanzt. Auch bei dem Pflanzgut wird auf Regionalität gesetzt, es stammt aus der Forstbaumschule Blume im Landkreis Gifhorn. Die Pflanzung des klimastabilen und bienenfreundlichen Mischwaldes soll bis Weihnachten abgeschlossen sein.

Bilanz auf Bundesebene

Wie das Bundeslandwirtschaftsministerium bereits im Herbst mitgeteilt hat, sind die entstandenen Schäden größer als bislang angenommen. In Zahlen ausgedrückt: 31.600 Hektar Wald müssen aufgeforstet werden. Im Februar war noch von einer Fläche von rund 26.000 Hektar die Rede gewesen. In tieferen Schichten fehlt Wasser.

Aktuellen Schätzungen nach sind 14,7 Millionen Kubikmeter Holz beschädigt. Die Schätzungen beruhen auf kumulierten Daten der Jahre 2018, 2019 und 2020 bis zum Stichtag 30. Juni. Vor allem Fichten in Tieflagen sind laut Ministerium betroffen. Sie seien durch Dürre und Schädlinge so geschwächt, dass sie absterben.

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