Weihnachtsaktionen in Königslutter bringen Nähe und Wärme

Königslutter.  Überraschungen gab es unter anderem für Pflegeheimbewohner in Königslutter, wo Konfirmandinnen Päckchen mit persönlichen Botschaften überreichten.

Die drei Hauptkonfirmanden der Stadtkirche Königslutter Lisa Blume, Ira Burkert und Laura Hollatz haben in Begleitung von Pfarrerin Ute Meerheimb fast 70 Überraschungstüten mit Posaunenmusik von Reinhard Feldmann vor dem Heim an Beate Beinert vom Sozialdienst (Mitte) übergeben.

Die drei Hauptkonfirmanden der Stadtkirche Königslutter Lisa Blume, Ira Burkert und Laura Hollatz haben in Begleitung von Pfarrerin Ute Meerheimb fast 70 Überraschungstüten mit Posaunenmusik von Reinhard Feldmann vor dem Heim an Beate Beinert vom Sozialdienst (Mitte) übergeben.

Foto: Hans-Jürgen Trommler / regios24

Jetzt, da auch noch ein Gottesdienst nach dem anderen abgesagt wird, wird Weihnachten für viele umso schwerer. Keine Frage, es ist eine besondere Zeit, die für viele nicht immer einfach ist, wie Ute Meerheimb weiß. „Es tut uns unendlich leid, dass wir alles ausfallen lassen müssen, aber es ist eine Gewissensentscheidung“ sagte die Pfarrerin der Stadtkirche Königslutter.

Um dennoch ein wenig Erwärmendes unter die Gemeindemitglieder zu bringen, haben sich zahlreiche freiwillige Helfer der Stadtkirche sowie in Sunstedt besondere Aktionen einfallen lassen. So haben am Montag Konfirmanden selbstgepackte Überraschungen an Heimbewohner überreicht, die Organisatorinnen des Gemeindefrühstücks haben ebenfalls Päckchen an die Mitglieder im ganzen Stadtgebiet verteilt, und in Sunstedt gab es zu jedem Adventssonntag eine Botschaft im Briefkasten.

Persönliche Briefe für die Heimbewohner

Die Idee zu den Weihnachtstüten sei entstanden, nachdem durch die Corona-Pandemie Aktionen der Konfirmanden wegfallen mussten. Dazu gehörten beispielsweise Spiele-Nachmittage im Awo-Pflegeheim, berichtete Pfarrerin Meerheimb. „Auch ich selbst mache dort eigentlich regelmäßig Gottesdienste, im Sommer noch draußen, aber seit Oktober gar nicht mehr und habe gemerkt, wie sehr es vielen Bewohnern fehlt.“

Einen persönlichen Weihnachtsgruß sollten die Bewohner deshalb bekommen, was beinahe zu einer logistischen Herausforderung wurde. Denn fast 70 Tüten mussten coronakonform gepackt werden. Dafür seien über 30 Einzeltische gestellt und der Inhalt für die Tüten verteilt worden. „Die Tische waren vom Gemeinderaum bis hin zur Schule nebenan überall verteilt“, machte Meerheimb deutlich.

Posaunenklänge vor dem Heim

In die Tüten kamen LED-Kerzen, selbstgebastelte Engel oder Weihnachtsmänner, Süßigkeiten, eine Grußbotschaft der Pfarrerin und selbst geschriebene Briefe von den Konfirmanden. „Ich wollte, dass sie sich etwas überlegen, und es sind zum Teil sehr persönliche Briefe geworden“, erzählte sie. Überbracht wurde die Überraschung nun am Montag mit musikalischer Begleitung.

Reinhard Feldmann spielte vor dem Heim auf der Posaune, und die drei Konfirmandinnen Lisa Blume, Ira Burkert und Laura Hollatz überreichten Beate Beinert vom Sozialdienst die gefüllten Kartons. Einige Bewohner standen an den Fenstern, einige auf den Balkonen und hörten die Musik.

Weihnachtstüten nach Hause gebracht

Überraschungspäckchen gab es auch für die Mitglieder des Gemeindefrühstücks, das eigentlich monatlich stattfindet. „Zweimal haben wir uns getroffen und dann noch zweimal zu kleinen Veranstaltungsnachmittagen in der Kirche, aber nach September nicht mehr“, erzählte Margot Albrecht. Für die regelmäßigen Besucher sollte es noch einen Gruß geben, und so verpackten mehrere Familien Liederhefte, Kalender und auch selbst gebackene Kekse.

Diese haben Margot Albrecht und noch weitere Mitstreiterinnen im ganzen Stadtgebiet persönlich an die Türen gebracht. „Das hat alle sehr gefreut, und auch für uns war es eine nette Erfahrung“, lautete Albrechts Fazit zu der Aktion. Freude, die auch viele „fleißige Wichtel“ in Sunstedt verbreitet haben.

Briefe an 165 Haushalte

Mit der Aktion „wachsender Adventskranz“, wollte der Kirchenvorstand „die Gemeinschaft im Ort während der anhaltenden Pandemie stärken, in der alle Veranstaltungen ausgefallen sind“, verdeutlichte Dorothee Draht-Kaschel vom Vorstand. So kamen an jedem Adventssonntag mit einer LED-Kerze auch ein Anschreiben der Vorsitzenden Ute Meerheimb, ein Lied sowie eine Geschichte direkt in den Briefkasten.

„Jeder sollte sich daran erfreuen, dass alle Sunstedter, Nachbarn wie Freunde, diesen Adventskranz auf dem Kaffeetisch platziert haben, die Kerze anzünden, die Geschichte lesen, gegebenenfalls zum Kaffeenachmittag das beigefügte Lied singen und aneinander denken. So sind alle Sunstedter vereint“, beschrieb Draht-Kaschel das Ansinnen. „Diese Briefe sind an 165 Haushalte gegangen. Wieviele Stunden Arbeit dahinter stecken – über solche engagierten Menschen kann man nur total dankbar sein“, stand für Meerheimb fest.

Und weil jetzt der Freiluft-Weihnachts-Gottesdienst in Sunstedt doch noch abgesagt wurde, werden alle Bewohner noch einmal einen Brief bekommen, unter anderem mit der Weihnachtsgeschichte.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder