Historische Karussellorgel faszinierte Groß und Klein

Königslutter  Bei „Ab in die Mitte“ gab es am Samstag Musik für jeden Geschmack – erst Orgel, dann Rock.

Sowohl die Karussellorgel aus den frühen 20er-Jahren als auch die „harten Jungs“ von Screamager feierten am Samstagabend große Soundpremiere auf dem Marktplatz in Königslutter – beide mit großem Erfolg.

Wobei die Musikrichtungen an diesem Abend, die Domstadt feierte „Ab in die Mitte“, kaum unterschiedlicher hätten sein können. Auf der einen Seite die historische Karussellorgel, die für ihren großen Auftritt die Strecke vom Museum Mechanischer Musikinstrumente am Dom auf den Marktplatz zurückgelegt hatte. Kein leichtes Unterfangen. Zwar lässt sie sich in Einzelteile zerlegen, „doch allein das Mittelstück können vier kräftige Männer nur mit Mühe tragen“, weiß Restaurator Jörg Borchardt aus Erfahrung zu berichten.

Mit einem Gewicht von rund 500 Kilogramm ist die „alte Dame“ ein ordentlicher Brocken, aber ein schöner. „Ein Meisterstück“, schwärmt der Experte und zeigt auf den kunstvoll verzierten Namen im oberen Teil. „Die Brüder Waldkircher zählten damals zu den bekanntesten Orgelbauern, die für ihre Handwerkskunst berühmt waren“, erklärt er.

Punkt 17 Uhr war es dann so weit. Unter den kritischen Ohren von Borchardt und Organisatorin Britta Edelmann erklangen verschiedene Märsche und die „Freischütz-Fantasie“ von Carl Maria Weber. „Ein spannender Augenblick, schließlich hatten wir keine Ahnung, wie sich die Orgel schlagen wird“, sagt Britta Edelmann.

Und obwohl der Klangkörper den einen oder anderen Ton leicht verfehlte, übte die Orgel auf Groß und Klein gleichermaßen Faszination aus und wird auch künftig die Menschen erfreuen – mit frisch gereinigten Pfeifen und neuen Ventilen.

Dann hieß es aber: Weg mit den alten Röcken und her mit dem neuen Rock. Zum Auftakt gaben sich die Egomonsters die Ehre. Seit 2012 machen Eric, Claas und Falk die Bühnen der Region unsicher und wissen trotz ihrer jungen Jahre mit Eigenkompositionen und gutem 70er-Rock zu begeistern.

Die Jungs von Screamager durften als nächste auf die große Bühne und litten– je näher der große Augenblick kam – an Lampenfieber und weichen Knien, wie Bassist Mike schmunzelnd verriet. Kaum verwunderlich, feierte die Band aus der Domstadt doch Premiere. Seit zwei Jahren machen Denis, Jannis, Mike, Andy und David zusammen Musik und hinterließen mit ihrem Mix aus Rock und Heavy Metal bleibenden Eindruck – vom Lampenfieber keine Spur.

Mit Retina eroberten schließlich die Routiniers des Abends die Bühne und lieferten in gewohnter Manier eine tolle Performance. Keine Frage, Retina zählt zu den festen Größen in der Region.

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