Textile Schätze für den Tisch – mit Liebe gemacht

Königslutter  Das Frauenkultur-Museum stellte handgefertigte Tischdecken aus alter Zeit im Rathaussaal Königslutter aus.

Ach die gute alte Zeit! Sie wird heraufbeschworen in der Ausstellung des Frauenkulturmuseums, das an diesem Wochenende dafür den Ratssaal Königslutter nutzen darf. Die 20 Mitglieder des Vereins, vornehmlich weiblich, haben sich der Tischkultur im Besonderen handgefertigten Tischdecken, verschrieben.

Kein Plastik, kein Papier, stattdessen edle Tücher aus Leinen, Baumwolle, Damast und Spitze. Auf 25 Tischen liegen die textilen Schätze ausgebreitet, um bewundert zu werden. Vereinzelt dekoriert mit Goldrand-Tassen und weiteren Sammlerstücken aus Porzellan.

Ein Stück Kuchen dazu – auch der wird Besuchern gereicht: Besser könnten die Bedingungen für ein gediegenes Kaffeekränzchen nicht sein. Natürlich sind die Exponate für solche Zwecke wegen der Gefahr des Kleckerns tabu.

„Eigentlich waren solche Tischdecken als Geschirrunterlage schon immer viel zu schade“, meint Susanne Goering. Die Vorsitzende des vor vier Jahren gegründeten Vereins „Europäisches Frauenkultur Museum“ fügt hinzu: „Es gehört aber auch zur Tischkultur, dem Gast zu zeigen, wer ich bin, was ich mir leisten kann oder aber auch was der Gast mir wert ist.“ Und so wurden die dekorativen Wunderwerke der Handarbeit zumindest zu besonderen Anlässen nützliche Gebrauchsgegenstände.

Das Organisationsteam, geleitet von Barbara Fiedler, ist auf jeden Fall stolz darauf, dass die Sammlerstücke nun in einem größeren Rahmen der Öffentlichkeit gezeigt werden können. „Die Handarbeiten sind doch alle mit Liebe von unseren Großmüttern gemacht“, betont die Museumsleiterin

Welch Fingerspitzengefühl, welche Kreativität und Geduld in den Arbeiten stecken, können auch Laien erahnen. Einerseits wirken die dezenten Häkelmuster so korrekt perfekt, dass sie auch von computergesteuerten Maschinen hätten produziert sein können.

Andererseits fallen die bunten, fantasievollen Stickereien so ins Gewicht, dass Computerprogramme eben das nicht hätten ersinnen können.

Bei einer zur Abdeckung eines Klavierflügels bestimmten Decke zum Beispiel gerät selbst Barbara Fiedler ins Schwärmen. Bordeaux, grün, violett und rosa bilden ein florales Muster, das dem abgedeckten Musikinstrument eine noch größere Wirkung im Raum verleiht. „Ich hätte mich nie getraut, solche Farben zusammenstellen. Aber wie Sie sehen: Die Decke ist wunderschön.“

DAS MUSEUM

Das Kulturmuseum beherbergt textile Kostbarkeiten, die zum Teil schon 100 Jahre alt sind. Auch ein Archiv, eine Bibliothek und ein kleiner Flohmarkt sind integriert.

Geöffnet ist es jeden Donnerstag von 15 bis 19 Uhr. Dort findet auch ein offener Arbeitskreis für textile Techniken statt.

Adresse: An der Stadtkirche 2 in 38 154 Königslutter, (0 53 53) 32 21. Internet: www.frauenkulturmuseum.

jimdo.com

Die Besucher staunten nicht schlecht, welche unterschiedliche Stich-Techniken es gibt. Klöppel- und Makramee- und Filetarbeiten ergänzen die Ausstellung. Schade nur, dass sie am Wochenende schon wieder endet.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder