Nachbarn eines Landwirts klagen über Fliegenplage

Lelm  Faulende Zwiebeln in der Scheune eines Landwirts sorgen für Ärger.

Nachbarin Christa Kluge an einem faulig aussehenden Rinnsaal, der vom Hof des Landwirtes kommt.

Nachbarin Christa Kluge an einem faulig aussehenden Rinnsaal, der vom Hof des Landwirtes kommt.

Foto: Erik Beyen

Zwiebelfliegen sind winzig und weiß, ähneln Fruchtfliegen und treten in Teilen Lelms offenbar in solchen Mengen auf, dass sie für mächtig Ärger im Dorf sorgen. Denn verursacht haben soll sie ein Landwirt, der ebenfalls Vorwürfe gegen Anwohner erhebt.

Streitfall sind wie gesagt die Fliegen, die sich massenweise auf Autos und Fensterscheiben setzten, lüften sei kaum mehr möglich. Außerdem machten sie jeden gemütlichen Aufenthalt im Freien zunichte, da sie sich von Gläsern und Tellern kaum vertreiben ließen, klagen einige Lelmer.

Die Plage sollen durch einen Landwirt verursacht worden sein, der seine Zwiebelernte auf seinem Hof verfaulen lasse. Das sorge auch für enorme Geruchsbelästigung, und die faulenden Säfte liefen ebenfalls vom Hof.

Christa Kluge gehört zu den Nachbarn, die die Situation nicht mehr hinnehmen wollen. Auf unserem Internetportal „Alarm 38“ haben sie und weitere Anwohner ihrem Ärger Luft gemacht. Die Debatte losgebrochen hat folgende Aussage: „Fliegenplage in Lelm. Ein Landwirt hat die Scheunen voll mit Zwiebeln, die am verfaulen sind. Alle Nachbarn haben sich beim Umweltamt beschwert, aber es passiert nichts.“

Auf unsere Nachfrage bei der Kreisverwaltung erhalten wir von Sprecher Andreas Jünemann lediglich folgende schriftliche Antwort: „Die Angelegenheit ist der Kreisverwaltung bekannt. Es werden Gespräche mit dem Betreffenden geführt, um zu einer Lösung zu kommen. Mit Rücksicht auf das laufende Verfahren bitte ich um Verständnis, dass ich zum derzeitigen Zeitpunkt keine konkreteren Aussagen treffen darf.“

„Gespräche mit dem Betreffenden“ hat auch Ortsbürgermeisterin Ilona Maushake geführt, „aber ohne Erfolg“. „Die Zwiebeln vergammeln, und das Tor ist auf“, sagt sie. Sie bestätigt die Fliegenplage und ärgert sich: „So verhält sich kein Landwirt.“

Und was sagt der Landwirt? „Ja die Zwiebeln kommen weg“, lautet die erste Antwort von Christian Mette. Am Telefon spielt er aber gleich den Ball zurück an die Beschwerdeführer: „Die Zwiebeln sind verfault, weil ich wegen der Anwohner keine Belüftungsanlage einbauen konnte – die sei denen zwei Dezibel zu laut.“

Die Ernte sei von Dezember, und ihm sei ein „immenser Schaden“ entstanden. Normalerweise hielten sich Zwiebeln mindestens ein halbes Jahr. Mette, der nicht in Lelm wohnt, wisse, wie es dort aussehe. Die verdorbenen Zwiebeln sollen nun in einer Biogasanlage verwertet werden, kündigt der Landwirt an. Das passiere, „wenn er Zeit hat“. Da er nur einen Traktor besitze, werde es wohl noch eine Weile dauern. „Ich werde bestimmt keine Spedition beauftragen, damit ich noch mehr Kosten habe“, macht er deutlich.

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