Wort zum Sonntag

Lichtblicke in dunkler Zeit

„In hellen Tagen“, so lautet es im Titel eines Posaunenliederbuches aus meiner Jugend. Nun sind die Tage Anfang August 2020 zwar immer noch relativ lange hell, aber sowohl der Glanz der Jugend als auch die Zeiten allgemein scheinen doch mittlerweile sehr ‚abgedimmt‘! Da kommt es gut zu pass, sich am Anfang der am Sonntag beginnenden Woche vom entsprechenden Wort des Zuspruchs sozusagen ‚heimleuchten‘ zu lassen: „Wandelt als Kinder des Lichts; die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit.“ (Epheser 5,8b.9) Gemeint ist in erster Linie der Umgang der Menschenkinder mit dem göttlichen Licht, das gleich zu Beginn der Schöpfung in Erscheinung tritt (Genesis 1, 3ff.) und uns später als „ Licht der Welt“ (Johannes 8,12) in Gestalt von Jesus Christus zur Seite gestellt wird. Aber wie soll das gehen, mitten in einer Welt voller Finsternisse und einem Leben mit so vielen Schattenseiten? Es bietet sich an, sich an der Quelle des Lichtes selbst zu orientieren – im wahrsten Sinne des Wortes: am Orient, also dort, wo die Sonne jeden Morgen neu aufgeht. Der Beter vor 3000 Jahren hat das im Blick gehabt und für uns Nachgeborenen seinerzeit wunderbar verdichtet: „Denn bei dir (Gott) ist die Quelle des Lebens, und in deinem Lichte sehen wir das Licht.“ (Psalm 36,10). Wie sich aber dabei würdig erweisen als Reflektoren dieses göttlichen Lichts? Dann hilft der zweite Teil des Zuspruchs für die neue Woche: „Die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit.“ Wir dürfen wir uns dabei an den – zugegebenermaßen – hochhängenden Früchten der „Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit“ orientieren; heruntergeholt in unsere oft unbarmherzige, ungerechte und unwahrhaftige Welt sowie mit unseren allzu menschlichen und unmenschlichen Machenschaften, steht es uns frei, das in unser Leben neu zu übersetzen: fernab von Selbstgerechtigkeit und Selbstherrlichkeit, nah dran am Licht und der Liebe Gottes!

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