Anwohner ärgert sich über Fluglärm

Lehre  Ein Leser kritisiert Absetzflüge für Fallschirmspringer.

Über einen aus seiner Sicht unzumutbaren Fluglärm über Wendhausen hat sich ein Leser auf unserer Internet-Plattform Alarm 38 beschwert. Konkret geht es ihm um den ersten Augustsonntag. Mehrmals sei eine Maschine aufgestiegen, um Fallschirmspringer abzusetzen. „Zehn Leute gehen ihrem Hobby nach und über 1000 Leute müssen sich am Boden dauernd den Krach anhören“, beschwert sich der Leser. Jedes Wochenende, wenn alles schön ruhig sein könnte, herrsche die Saison der lauten einmotorigen Flugzeuge. Der Wendhausener fordert eine Geräuschemissionsgrenze für den Flughafen Braunschweig-Wolfsburg und eine Geräuschkapselung für kleinere Flugzeuge.

Der Geräuschpegel, den Flugzeuge verursachten, werde streng überwacht, kommentiert Ernst-Johann Zauner, Sprecher des Flughafens Braunschweig-Wolfsburg, die Kritik des Lesers. „Die Lärmschutzgrenzen wurden in den vergangenen 20 Jahren mehrfach abgesenkt.“

In den vorgelegten Lärmkarten bewege sich die Lärmbelastung für den Bereich um Wendhausen deutlich unterhalb der Grenzwerte nach dem Fluglärmgesetz, so Zauner in einer schriftlichen Stellungnahme. „Darüber hinaus liegen die Hauptan- und abflugrouten nördlich von Wendhausen beziehungsweise zwischen Wendhausen und Hondelage. Auch hat eine freiwillige Vereinbarung dazu geführt, dass die Flugrouten für Platzrunden an Wendhausen vorbeiführen. Platzrunden dürfen zu bestimmten Zeiten nur noch von Flugzeugen mit erhöhtem Schallschutz geflogen werden – selbst Flugzeuge mit einfachem Lärmschutz dürfen in diesem Zeitfenster keine Platzrunden mehr fliegen. Solange sich die Piloten an die Flugregeln – zum Beispiel vorgegebene Flughöhen – halten, haben die Fluglotsen keine Möglichkeit, weiteren Einfluss auf Flugrouten zu nehmen.“

Die Absetzmaschine der Fallschirmspringer ist laut Zauner am 7. August siebenmal geflogen, nicht mindestens zehnmal, wie von dem Leser auf Alarm 38 behauptet. Dieses Flugzeug sei kostenaufwendig gegen Lärm gedämmt. „Dabei werden zugunsten des Lärmschutzes verminderte Flugleistungen in Kauf genommen“, betont Zauner. Im Jahr 2016 habe es bislang 18 Absetzflüge gegeben – ein Wert, der vor zehn Jahren an einem Tag erreicht worden sei.

„Offensichtlich haben die Einwohner von Lehre keine großen Probleme mit dem Fluglärm“, berichtet der Lehrsche Ratsherr Marcus Behrens, der für die Gemeinde Lehre Mitglied in der Lärmschutzkommission ist. „Dem Jahresbericht des Lärmschutzbeauftragten für 2015 ist zu entnehmen, dass aus Lehre nur vier Beschwerden vorlagen.“

Wenn Bürger sich durch Fluglärm belästigt fühlten, müssten sie eine Beschwerde mit dem offiziellen Formular einreichen, das im Internet auf der Homepage der Gemeinde Lehre (www.gemeinde-lehre.de) unter der Rubrik Bürgerservice zu finden sei. „Dort gibt es auch umfassende Informationen rund um den Flughafen Braunschweig-Wolfsburg und zur Fluglärmkommission“, erläutert Behrens. Der zuständige Lärmschutzbeauftragte Ulrich Haufe sei unter der Rufnummer (0 53 07) 46 37 zu erreichen.

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