Wer vermisst ein Emu?

Klein Sisbeck  In Klein Sisbeck wurde einer der großen Laufvögel gesichtet.

Sie sind groß, sie sind schnell, sie sind kräftig: Offenbar läuft in der Nähe von Klein Sisbeck derzeit ein ausgebüxtes Emu herum. Zumindest berichtet die Polizei von entsprechenden Hinweisen, die seit etwa drei Wochen eingehen. „Die Hinweisgeber waren sich sicher, dass es kein Strauß ist“, verdeutlicht Polizeisprecher Sven-Marco Claus. Bisher habe man noch keine Idee, wem das Tier gehören könnte: „Wir müssen jetzt schauen, wie wir den Besitzer ausfindig machen können. Vielleicht hilft ja der Weg in die Öffentlichkeit.“

Der Laufvogel, dessen Heimat ursprünglich in Australien liegt, wurde laut Polizei im Bereich der Kreisstraße 41 zwischen den Ortschaften Klein Sisbeck und Bisdorf/Rhode gesichtet. Bisherige Suchen verliefen jedoch ohne Erfolg. Es gebe auch keine Hinweise darauf, in welchem Zustand sich das mutmaßlich entlaufene Tier befinde, so Claus: „Wir wissen nicht, wie gut es sich alleine im Freien zurechtfindet.“

Antworten darauf kann Werner Kolitsch geben. Der Tierpfleger im Tierpark Essehof kümmert sich um die Emus im Park – in dem auch Straußen und Nandus ein Zuhause haben, die ebenfalls zu den Laufvögeln gehören. „Emus können sich ganz gut selbst versorgen“, sagt Kolitsch, „sie essen vor allem Gras, Grünzeug und Körner. Nur im Winter könnte es schwierig werden bei der Nahrungssuche.“ Das Klima machen den Tieren aber nichts aus.

Normalerweise, so Kolitsch, leben Emus in Gruppen – und hielten zusammen. „Ich kann nur mutmaßen, warum dieses Tier entlaufen sein könnte“, so der Tierpfleger, „vielleicht hat es sich erschrocken und ist durch eine Schwachstelle in der Einzäunung gesprungen.“

Die starken Beine der Laufvögel ermöglichen ihnen, schnell zu laufen, auch mal hoch zu springen, und, wenn sie sich bedroht fühlen, zu treten. „Der Tritt kann durchaus gefährlich werden“, warnt Kolitsch, „aber Emus suchen, wie die meisten Tiere, keine Gefahrensituationen, sondern bauschen sich erst mal auf, wenn sie sich bedroht fühlen.“ Wer als Spaziergänger also dem entlaufenen Emu begegnet, braucht im Prinzip keine Angst zu haben: Aber Hundehalter sollten auf ihre Tiere achten, denn wenn ein aufgeregter Hund um das Emu herumspringe und es nicht in Ruhe lasse, so Kolitsch, „dann geht es dem Hund hinterher schlechter.“

Das Lauftalent des Vogels macht es natürlicherweise schwer, ihn einzufangen. Deshalb rät auch Polizeisprecher Sven-Marco Claus: „Wenn Sie den Emu sehen, rufen Sie sofort die Polizei, nicht erst, wenn Sie schon zuhause sind“, so Claus. Denn sonst könnte es schon über alle Berge sein, wenn die Beamten eintreffen.

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