Einzigartige Wendhausener Mühle wird ausgebessert

Wendhausen.  Die Ehrenamtlichen lassen sich nicht entmutigen – auch nicht, wenn Vandalen einen 300-Kilo-Mahlstein einen Abhang hinunter rollen.

Die Arbeiten für die Ehrenamtlichen in Wendhausen hören trotz Corona-Pandemie nicht auf.

Die Arbeiten für die Ehrenamtlichen in Wendhausen hören trotz Corona-Pandemie nicht auf.

Foto: (Archiv) Reeve

Keine sonntäglichen Besucher, keine Gäste am Deutschen Mühlentag, keine Jahresversammlung – untätig waren die Mitglieder des Vorstandes vom Wendhausener Mühlenförderverein in diesem Jahr aber trotz der Corona-Pandemie keineswegs. Lesen Sie hier, was die Ehrenamtlichen in Wendhausen bewältigt haben.

Windmühle in Wendhausen ist etwas ganz besonderes

Ein technisches Baudenkmal wie die im Jahr 1837 auf dem Wendhausener Dettmersberg errichtete fünfflügelige Windmühle bedarf einer kontinuierlichen Pflege- und Instandhaltung. Es gibt immer etwas zu reparieren und zu erneuern an der einzigen betriebsfähigen fünfflügelingen Mühle Deutschlands.

So wurden von Thorsten Geschke, Vorsitzender des Mühlenfördervereins, und dessen Bruder Holger neue Leitungen zur Versorgung der Windrosentechnik mit Schmiermittel gelegt. Über die Windrose wird die Mühlenkappe mit den fünf Flügeln in den Wind gedreht und somit die Flügel in Bewegung gesetzt. Darüber wird die sogenannte Königswelle versorgt. Sie betreibt die Mahltechnik.

Ein neues Geländer mit Hand-Seillauf hat der Wendhausener Tischler Frank Rietz an der Außentreppe angebracht. „Die Treppe führt zur Tür im Erdgeschoss. Das alte Geländer war abgängig. Und da wir ja hoffentlich im nächsten Jahr wieder Besucher empfangen können, hatten wir da Handlungsbedarf", berichtet Thorsten Geschke.

Abgängig war auch der die Mühle umgebende Maschendrahtzaun. Dieser wird nun gerade auf Kosten des Mühlenfördervereins durch einen Stabmattenzaun ersetzt. „Dabei geht es für uns auch um das Thema Sicherheit und versicherungsrechtliche Fragen, aber auch um die Vermüllung des Mühlengeländes und Vandalismus am Bauwerk", informiert Angelika Geschke, Vorsitzende des Mühlenfördervereins.

Vandalismus und Müll: Ehrenamtliche reagieren

Müll auf dem Gelände der Mühle und auch der Vandalismus am Denkmal sind ein Dauerproblem, berichten die Ehrenamtlichen. „Wenn große 300-Kilo-Mahlsteine einen Abhang hinunter bewegt oder die Außenfassade beschädigt werden, sind das keine harmlosen Streiche. Hier müssen wir schlichtweg reagieren und das unter Denkmalschutz stehende Gebäude schützen", stellt Angelika Geschke klar.

Positives gibt es hingegen zur Qualität der Innenraumluft zu vermelden. Zu hohe Feuchtigkeit hatte dem Außenmauerwerk und dem innen verbauten Holz, auch schwere Lasten tragenden, mächtigen Eichenbalken, stark zugesetzt. Im Jahr 2014 wurde dann das Mauerwerk aufwendig saniert und Lüftungstechnik installiert. Rund 400.000 Euro sind seinerzeit in die Maßnahme geflossen.

"Wir sind auf einem sehr guten Weg, das Feuchtigkeitsproblem in den Griff zu bekommen.", berichtet Thorsten Geschke.

Auch im virtuellen Bereich hat sich etwas getan. Der Wendhausener Chris Brose hat den Internetauftritt unter www.windmuehle-wendhausen.de überarbeitet und benutzerfreundlicher gestaltet. Am coronabedingt virtuell abgehaltenen Deutschen Mühlentag nahm auch die Wendhausener Holländer-Windmühle teil.

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Im nächsten Jahr, so hoffen die Verantwortlichen vom Mühlenförderverein in Wendhausen, sollen dann wieder beim Mühlentag, den sonntäglich Öffnungen oder bei einem Mühlenfest Besucher durch die Mühle geführt werden und auf dem Dettmersberg im Schatten des Wendhausener Wahrzeichens verweilen können.

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