Kommentar

Videospiele: Für Werbung bezahlen

Videospielehersteller bitten ihre Kunden für Werbung zur Kasse.

Der Landwirtschaftssimulator 2019 gehört mit über zwei Millionen verkauften Exemplaren zu den erfolgreichsten Videospielen in Deutschland. Eigentlich verrückt – immerhin simuliert er Arbeit. Wenn die Landwirtschaft im Winter pausiert, bewirtschaften einige Junglandwirte eben ihre virtuellen Höfe.

Vor einigen Jahren war das Videospiel noch sehr simpel. Die Grafik ließ zu wünschen übrig, die Fahrzeuge waren manchmal fehlerhaft programmiert. Mittlerweile ist der Landwirtschaftssimulator ein poliertes Produkt. Die Grafik ist hochwertig und die Spieldynamik äußerst realistisch. Ich kann verstehen, wenn man bereit ist, dafür Geld auszugeben.

Das Spiel ist aber auch pure Werbung: Namhafte Landmaschinen-Hersteller haben sich das Recht eingekauft, ihre Mannschaften in jedem Fall an den Finals von den Simulator-Turnieren teilnehmen zu lassen. Ein Chemieunternehmen gehört zu den Sponsoren der Farming Simulator League. Ansprechender kann Werbung für junge Menschen kaum umgesetzt werden, denn sonst findet sich Reklame für dröge Themen wie Pflanzenschutz nur in Fachzeitschriften.

Das jüngste Erweiterungspaket des Spieleentwicklers Giants ergänzt den Landwirtschaftssimulator 2019 um Claas-Maschinen. Mit Kosten von zirka 15 Euro werden die Fans zur Kasse gebeten – für Inhalte, die eigentlich Werbung sind.

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