Wortschatz

Traumjob

„Ein reizvoller Job – nicht sexuell, sondern phonetisch!“

Desk-Chef Harald Likus

Wörter mit mehrfachem Umlaut sind oft besonders ausdrucksstark. „Frühblüher“ zum Beispiel oder „tränenüberströmt“. Immerhin kommen diese Wörter im echten Leben tatsächlich vor – im Gegensatz zu „Ölüberschussländer“ oder gar „Käsesoßenrührlöffel“. Auch Ränhärd Mähs, pardon: Reinhard Meys Platte „Mädchen in den Schänken“ fällt mir ein, ist aber sozusagen schon verjährt. Umso erfreulicher finde ich es, dass sich Claudia Schiffer in einem Interview mit der Zeitschrift „Elle“ jetzt an die irrste Zeit des Model-Wahns in den 90er Jahren erinnert hat. Und wissen Sie, was die absoluten Top-Models jener Zeit – außer Frau Schiffer wären da noch Linda Evangelista, Cindy Crawford und Naomi Campbell zu nennen – demzufolge damals tatsächlich brauchten? Sie brauchten ihn, weil durchgebrannte Fans und Fetischisten für einen BH oder gar einen Slip einer der Vorgenannten wirklich alles getan hätten. Also sie brauchten, und jetzt kommt endlich mein Wort, einen speziellen „Leibwäschewächter“. Tja, das fällt mir jetzt ungefähr 25 Jahre zu spät ein. Aber Schiffers Leibwäschewächter, das wäre – nicht sexuell, sondern nur phonetisch natürlich! – ein reizvoller Job gewesen. Und während die Chefin über den Laufsteg gestöckelt wäre, hätte ich ja nur ihre Garderobe im Auge haben müssen. Wobei mir, aus lauter Langeweile, womöglich ein paar beknackte Reime eingefallen wären: Als Fechter bin ich zwar ein schlechter./ Doch ich bin gut
als einzig echter/ Claudia-Schiffer-Leibwäschewächter/
Und jetzt bitte schön: Gelächter!

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