Kinder, Kinder

Technologisch überlegen

„Wenn ich mich enthusiastisch bedanke, sagt er: Kein Ding, Mama.“

Wenn es in unserem Haus ein Problem gibt mit dem Internet, wenn ein Download nicht downloadet, wenn ein Password mich nicht passieren lässt, wenn hartnäckig ein „Error“ aufblinkt, wenn eine versehentlich getippte Tastenkombination mich in den Abgrund reißt, wenn eine Eieruhr endlos eiert, bis das ganze System zum Stillstand kommt, sodass ich es herunterfahren und neustarten muss, wenn… Dann ertönt ein greller Schrei durchs Haus. Der Schrei nach dem Digital Native. Er behebt das Problem mit ein paar schlafwandlerischen Tastendrücken. Wenn ich mich enthusiastisch bedanke, sagt er: „Kein Ding, Mama.“

Nun hat er aber von einem sehr lieben Menschen eine edle Armbanduhr geschenkt bekommen. Die erste seines Lebens. „Na“, sage ich, „wie spät ist es denn jetzt?“ Er schaut auf diese Uhr. Und? Und er schaut. Und mir wird klar: Dieses Kind hat Mühe, eine analoge Uhr zu lesen.

Ich darf das hier schreiben. Er hat es zugegeben. Und es wird wohl das allerletzte Mal gewesen sein, dass ich mich technologisch überlegen fühlte.

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