Gespräche über die Zukunft der „Wegwarte“ Lucklum scheitern

Lucklum.   Die langjährigen Pächter und die Verwaltung des Ritterguts einigen sich nicht. Nun werden neue Pächter und Konzepte für den Kultur-Treff gesucht.

Seit 20 Jahren betreiben die früheren „Schlucklum“-Wirte Christina und Wolfgang Goedeke die Gastwirtschaft, Disko und Konzertbühne „Wegwarte“ auf dem Rittergut Lucklum.

Seit 20 Jahren betreiben die früheren „Schlucklum“-Wirte Christina und Wolfgang Goedeke die Gastwirtschaft, Disko und Konzertbühne „Wegwarte“ auf dem Rittergut Lucklum.

Foto: Florian Arnold / Archiv

Die Jahre, in denen Christina und Wolfgang Goedeke das Elmdorf Lucklum zu einem Anziehungspunkt für Musikfans aus der gesamten Region gemacht haben, sind offenbar endgültig gezählt. Gestern scheiterten Gespräche zwischen der Verwaltung des Ritterguts Lucklum und dem langjährigen Pächter-Ehepaar der Gaststätte, Disko und Konzertbühne „Wegwarte“ auf dem Rittergut.

„Wir haben unser Angebot noch einmal aufgestockt, um sicherzustellen, dass die derzeitigen Pächter die kulturellen Veranstaltungen auch künftig auf einer wirtschaftlich soliden Basis durchführen können“, teilte Gutsverwalter Helmut Gockel per Presseerklärung mit, ohne auf Details einzugehen. „Unser Vorschlag wurde leider abgelehnt.“

Das bestätigten Christina und Wolfgang Goedeke auf Nachfrage. „Das Angebot der Wegwarte reichte in keiner Weise aus, um unsere Existenz zu sichern. Unser eigenes Angebot wurde nicht angenommen. Der einmalige Veranstaltungsort, den wir aufgebaut haben, wird nun kaputtgehen“, so Christina (55) und Wolfgang Goedeke (66).

Das Ehepaar hatte seit den 1980er Jahren die Lucklumer Musikkneipe „Schlucklum“ betrieben und 1999 die „Wegwarte“, einen alten Pferdestall auf dem historischen Rittergut, ausgebaut und zur Pacht übernommen. Der Pachtvertrag läuft im Oktober dieses Jahres aus und wurde von der Güterverwaltung Reinau, einer Firma des Jägermeister-Gesellschafters Florian Rehm, die das Rittergut 2012 kaufte, nicht verlängert. Seit mehr als einem Jahr hatten beide Seiten darüber verhandelt, ob die Goedekes auf Honorarbasis weiter Veranstaltungen in der Wegwarte organisieren. Nun sind die Gespräche offenbar endgültig gescheitert.

Das Rittergut samt Wegwarte werde als gesellschaftlicher und kultureller Anlaufpunkt dennoch ausgebaut werden, sagt Geschäftsführer Gockel. Man wolle künftig „ein noch breiteres Publikum als bisher ansprechen“. Dafür werde man die Suche nach neuen Pächtern intensivieren und selbst Konzepte für die Wegwarte entwickeln. Diese werde im Herbst umfassend saniert.

Bis dahin wollen die Goedekes sie noch auf ihre Weise führen und das 20-jährige Bestehen feiern.

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