Eine Million Euro als "Rückendeckung" für kleine Verlage

Frankfurt/Main  Auf der Frankfurter Buchmesse wurde zum ersten Mal der Deutsche Verlagspreis verliehen. Hauptgewinner gab es drei.

Bei der Verleihung des Deutschen Verlagspreises fungierte Denis Scheck als Jury-Vorsitzender.

Bei der Verleihung des Deutschen Verlagspreises fungierte Denis Scheck als Jury-Vorsitzender.

Foto: dpa

Drei kleine Verlage aus Baden-Württemberg, Berlin und Leipzig sind die Hauptgewinner des Deutschen Verlagspreises. Die Ehrung wurde auf der Frankfurter Buchmesse zum ersten Mal vergeben.

Eine Jury unter Vorsitz des Literaturkritikers Denis Scheck hatte die Gewinner aus insgesamt 312 Bewerbungen ausgewählt. Der Deutsche Verlagspreis wurde von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) ins Leben gerufen und ist insgesamt mit mehr als einer Million Euro dotiert. Die drei Hauptsieger bekommen jeweils 60.000 Euro. Es sind der Hädecke-Verlag aus Weil der Stadt ("eine Oase in der Wüstenei der Kochbuchszene", so die Jury), der kookbooks-Verlag aus Berlin ("dieser Verlag steht für die Dichtung des 21. Jahrhunderts") und Spector Books aus Leipzig ("künstlerisch anspruchsvolle Bücher").

60 weitere Verlage erhalten jeweils 15.000 Euro. Vier Verlage mit höherem Jahresumsatz bekamen eine undotierte Anerkennung: die Wissenschaftliche Buchgesellschaft, der Verlag Schwaneberger, die Edition Michael Fischer und der Reclam Verlag. Sie zeigen laut Jury, "wie sich Tradition und Zukunftsfähigkeit verbinden lassen".

Kulturstaatsministerin Grütters würdigte laut ihrer Pressestelle das große Engagement kleinerer Verlage: "Ohne sie wäre die Buchkultur in Deutschland um einiges ärmer - und damit auch das Spektrum an Meinungen und Perspektiven im öffentlichen Diskurs." Der Preis sei auch eine Rückendeckung für kleine Verlage in Zeiten bedrohlicher Konzentrationen auf dem Buchmarkt.

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