Talsperren im Harz sind nur zu 44 Prozent gefüllt

Braunschweig.  Die Dürre zeigt Wirkung. Nach Angaben der Harzwasserwerke ist ein Austrocknen der Flüsse in unserer Region deshalb aber nicht zu befürchten.

Die Innerstetalsperre bei Langelsheim im Harz ist zurzeit sogar nur zu 34 Prozent gefüllt. Werden die Wasservorräte reichen?

Die Innerstetalsperre bei Langelsheim im Harz ist zurzeit sogar nur zu 34 Prozent gefüllt. Werden die Wasservorräte reichen?

Foto: Swen Pförtner / dpa

„Der September soll auch wieder warm werden. Sind die Talsperren in der Region noch ausreichend mit Wasser gefüllt? Ist zu befürchten, dass Flüsse wie etwa die Oker oder die Innerste trocken fallen?“

Das möchte unser Leser Andreas Fischer aus Wolfenbüttel wissen.

Dazu recherchierte Kerstin Kalkreuter.

Die Sonne scheint, geregnet hat es in unserer Region in den vergangenen Tagen und Wochen nur vereinzelt. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) wird mindestens für die kommende Woche eine recht kräftige Hochdrucklage mit entsprechend wenig bis gar keinem Niederschlag erwartet. Wie sich der restliche Monat entwickelt, könne man zu diesem Zeitpunkt noch nicht seriös sagen.

Aber: „Grundsätzlich war dieses Jahr in weiten Teilen zu trocken“, teilt Felix Dietzsch vom DWD auf Anfrage mit. Insgesamt wirke sich die sommerliche Trockenheit beziehungsweise das Niederschlagsdefizit der vergangenen Jahre bis heute aus. Diese anhaltende Dürre macht sich auch an den Füllständen der Talsperren im Harz bemerkbar.

Talsperren sind schlechter gefüllt als in den Vorjahren

„Die Talsperren sind schlechter gefüllt als die Jahre zuvor“, sagt Norman Droste aus der Unternehmenskommunikation der Harzwasserwerke im Gespräch mit unserer Zeitung. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Hildesheim versorgt mit seinen drei Talsperrenwasserwerken und vier Grundwasserwerken einen Großteil unserer Region mit Trinkwasser. Zurzeit bewege sich die Füllmenge der sechs Talsperren an Ecker, Grane, Innerste, Oder, Oker und Söse knapp unter dem Niveau von 2018, teilt auch der Technische Geschäftsführer Christoph Donner in einer Mitteilung des Unternehmens mit. „Aktuell sind unsere Talsperren nur noch zu rund 44 Prozent gefüllt und damit 20 Prozent weniger als im langjährigen Mittel“, wird Donner weiter zitiert.

Harzwasserwerke haben Trockenheit frühzeitig entgegengesteuert

Laut dem Sprecher der Harzwasserwerke habe man mit der Trockenheit zu kämpfen. Aber: „Nach den Erfahrungen aus den Dürre-Jahren 2018 und 2019 haben wir frühzeitig entgegengesteuert“, erklärt Norman Droste. So habe das Unternehmen bereits Anfang des Jahres zwölf Millionen Kubikmeter Wasser vorsorglich von der Innerstetalsperre in die Granetalsperre gepumpt. Dadurch stünden die drei Trinkwassertalsperren mit einem Füllungsgrad von 57 Prozent etwas besser da als im September 2018, sagt Christoph Donner in der Mitteilung.

Innerstetalsperre zurzeit nur zu 34 Prozent gefüllt

Laut den automatisch erhobenen Talsperrendaten (Talis) auf der Homepage der Harzwasserwerke ist die Innerstetalsperre derzeit mit 6,45 Millionen Kubikmetern Wasser zu rund 34 Prozent gefüllt (Stand: 11. September). Die Okertalsperre enthält 13,99 Millionen Kubikmeter Wasser, der Füllungsgrad liegt bei 30 Prozent. Auch wenn die Talsperren weniger voll seien als in den Vorjahren, stellt Sprecher Norman Droste heraus: „Die Flüsse fallen deshalb nicht trocken.“

Weitere Maßnahmen könnten bei anhaltender Trockenheit folgen

Halte die Trockenheit weiter an, sei auch eine Reduzierung bei der Unterwasserabgabe an mehreren Talsperren möglich. Das bedeutet, aus den Talsperren wird weniger Wasser in die Flussunterläufe abgegeben. Für Söse- und Okertalsperre würden entsprechende Genehmigungen der Niedersächsischen Landesbehörde für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz bereits vorliegen. Die Landesbehörde legt dabei fest, wie stark reduziert werden kann und muss. Die Maßnahme könnte ab Oktober greifen.

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