Ab Samstag rollt der Verkehr auf neuem Salzgitter-Dreieck

Salzgitter.  Das umgebaute Dreieck schafft eine direkte Verbindung zwischen A7 und A39. Und es soll für weniger Staus sorgen – auch auf der A2.

Verkehrsminister Bernd Althusmann (rechts) mit dem Projekt-Verantwortlichen Udo Othmer.

Verkehrsminister Bernd Althusmann (rechts) mit dem Projekt-Verantwortlichen Udo Othmer.

Foto: Peter Sierigk

Warum hat das so lange gedauert?!

Das fragt Marc Plagemann auf unseren Facebookseiten.

Die Antwort recherchierte Andre Dolle.

Corona- und auch wetterbedingt sah das schon etwas dürftig aus am Donnerstagnachmittag am Autobahn-Dreieck Salzgitter. Da stand Landesverkehrsminister Bernd Althusmann (CDU) am Rednerpult bei Wind und Nieselregen – und vor ihm versammelten sich nur zwei Hände voll Projekt-Beteiligte und Medienvertreter. Es gab Kaffee aus der Thermoskanne. Dabei war der Anlass sehr erfreulich: Der Ausbau des Salzgitter-Dreiecks ist abgeschlossen.

Am Samstag um 6 Uhr rollen die ersten Autos über den neuen Verkehrs-Knotenpunkt. Durch den Umbau ist eine direkte Verbindung von der A7 aus Richtung Hannover auf die A39 in Richtung Salzgitter und Braunschweig sowie in umgekehrter Richtung geschaffen worden. Der Verkehr zwischen den Autobahnen lief bisher über die B6. Das Dreieck ist endlich vollwertig.

Althusmann betonte, dass somit eine Lücke in einer der wichtigsten Nord-Ost-Verbindungen Deutschlands geschlossen worden sei. Das Projekt kostete 20,8 Millionen Euro – und lag somit knapp über den ursprünglich veranschlagten 19 Millionen Euro.

Gute Nachricht für Pendler und Spediteure

Der Ausbau des Salzgitter-Dreiecks ist Teil des durchgehend sechsspurigen Ausbaus der Nord-Süd-Autobahn 7 südlich von Hildesheim. Auch bei den immer wiederkehrenden Staus auf der A2 zwischen Braunschweig und Hannover gibt es über das Salzgitter-Dreieck nun eine problemlosere Ausweichroute. Der frische Asphalt am wichtigen Autobahnknotenpunkt in Südniedersachsen ist also eine gute Nachricht für staugeplagte Pendler und Spediteure.

Denen konnte es verständlicherweise nicht schnell genug gehen – so wie auch unserem Leser. Und das sieht auch die FDP so. „Das Autobahn-Dreieck Salzgitter zeigt wieder einmal, dass wir mit notwendigen Infrastrukturmaßnahmen noch immer viel zu viel Zeit verlieren, sowohl bei der Planung, aber auch der reinen Bauzeit“, sagte der FDP-Verkehrsexperte im Landtag, Jörg Bode, der Deutschen Presse-Agentur.

Konfrontiert mit dieser Aussage Bodes, der übrigens selbst mal Landesverkehrsminister war und das Autobahndreieck Salzgitter in dieser Zeit nicht umgebaut hatte, sagte Althusmann unserer Zeitung: „Ich nehme diese Kritik sehr wohl zur Kenntnis, teile sie aber nicht.“

Grüne fordern mehr Weitblick

Die Planung samt Baurecht betrug anderthalb Jahre, das ist bei einem Projekt in dieser Größenordnung und bei laufendem Verkehr auf stark befahrenen Strecken wohl keine Fehlleistung. Die Bauzeit liegt mit etwa 20 Monaten genau im Rahmen dessen, was sich die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr selbst vorgenommen hatte.

Die Grünen fordern mehr Weitblick in der Verkehrspolitik. Auch darauf hatte Althusmann eine Antwort: Die CDU setzt klar auf die Straße. „Autobahnen sind die Verkehrsader der deutschen Wirtschaft, sie sind auch für Niedersachsen von größter Bedeutung.“ Das umgebaute Dreieck mache das niedersächsische Autobahnnetz leistungsfähiger.

FDP-Verkehrsexperte Bode forderte 24-Stunden-Baustellen an Hauptachsen wie der A1, der A2 und der A7. Althusmann entgegnete, dass das Land Niedersachsen inzwischen solche 24-Stunden-Baustellen ausschreibe, das Baustellen-Management habe sich verbessert. So habe es im Frühjahr eine 80-Stunden-Baustelle auf der A2 bei Hannover gegeben. Da musste der Verkehr allerdings umgeleitet werden – und, so Althusmann: „Sie bekommen kaum Baufirmen, die rund um die Uhr arbeiten können.“

Ohne Rücksicht auf Corona

Der Projekt-Verantwortliche Udo Othmer von der Straßenbaubehörde wies mit Blick auf das Autobahn-Dreieck Salzgitter darauf hin, dass Corona für erschwerte Bedingungen gesorgt habe. Auch das gelte es zu berücksichtigen. Während in vielen Branchen Rücksicht genommen werden musste, habe das nicht für den Straßenbau gegolten. „Denn im Homeoffice bekommt man keinen Asphalt auf die Straße“, sagte er dazu.

Das neue Dreieck wird seine Wirkung entfalten, da waren sich am Donnerstag in Salzgitter alle Anwesenden einig. Die A7 ist sowohl die längste Autobahn in Deutschland als auch eine der am stärksten befahrenen Fernstraßen überhaupt. Sie verbindet unter anderem den skandinavischen Raum mit den Ländern des Mittelmeers und hat so hohe Bedeutung als länderübergreifende Verkehrsachse.

Auch die A39 ist als Verbindung zwischen Braunschweig und Wolfsburg sowie als wichtige Eckverbindung zwischen A7 und A2 eine wichtige Autobahn im niedersächsischen Fernstraßennetz.

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