„Über die Altersversorgung wird bisher nur unehrlich diskutiert“

Bei der Altersversorgung in Deutschland beklagt ein Leserbriefschreiber Ungerechtigkeiten zwischen Pensionären, Rentnern des Öffentlichen Dienstes und Rentnern der Privatwirtschaft.

Bei der Altersversorgung in Deutschland beklagt ein Leserbriefschreiber Ungerechtigkeiten zwischen Pensionären, Rentnern des Öffentlichen Dienstes und Rentnern der Privatwirtschaft.

Foto: Patrick Seeger / dpa

Zu den Leserbriefen zum Artikel „Raus aus der Armut“ vom 31. Dezember:

Die Leserbriefe vom 4. Januar treffen die Sachlage haargenau. Über den vom 7. Januar kann ich nur den Kopf schütteln. Fakt ist: Es gibt ein eklatantes Missverhältnis bei der Altersversorgung in Deutschland. Und zwar zuungunsten der Rentner. Dass der Verfasser vom 7. Januar fast 70 Jahre alte Entscheidungen als Beleg von Ungerechtigkeiten heranzieht, ist eine Beleidigung der Rentner, denen unser ach so wohlhabender Staat eine Altersversorgung zugesteht, die ich als erbärmlich bezeichnen muss. Dass der Schreiber berechtigte Kritik als Stammtischparole bezeichnet, zeigt welches Denken bei den Profiteuren herrscht. Die Diskussion über die Gesamtproblematik wurde bisher entweder gar nicht oder nur unehrlich geführt. Übrigens bezieht sich die Ungerechtigkeit nicht nur auf das Verhältnis Pensionen zu Renten. Auch die Rentner des Öffentlichen Dienstes haben eine wesentlich bessere Altersversorgung als diejenigen, die in der Privatwirtschaft tätig waren. Ich habe noch nie von jemandem gehört, der in Deutschland als Angestellter von Bund, Land oder Kommune nicht anständig bezahlt wird. In der Privatwirtschaft ist dieses allerdings die Regel. Und zwar staatlich gewollt. Es ist nur eine Frage der Zeit, wie lange sich unsere Zivilgesellschaft diese Missstände noch gefallen lässt. Jedenfalls reicht es nicht, wenn man in seiner Neujahrsansprache den Zusammenhalt unserer Gesellschaft einfordert und selber jahrzehntelang eine Politik der Spaltung betreibt.
Ronald Effner, Salzgitter

Zu „Ärztekammer mahnt schnelleren Ausbau von Studienplätzen an“ vom 8. Januar:

Die Forderung von Politikern, mehr Ärzte auszubilden, heißt, Sand in die Augen der Wähler zu streuen. Vor vielen Jahren hatten wir mal einen Gesundheitsminister Seehofer. Der hatte mal eine Bedarfsplanung für alle medizinischen Fachrichtungen prüfen lassen. Einfache Mathematik: Man nehme die Anzahl der Arztpraxen aller Fachrichtungen und teile sie durch die Anzahl der Einwohner in diesem Staat, ungeachtet der geografischen Lage der Praxen. Das Ergebnis war: Es sind genug Praxen vorhanden – selbst wenn mancher Rentner bis zu 30 Kilometer fahren oder monatelange Wartezeiten in Kauf nehmen muss. Das Ergebnis dieser Rechnung spüren wir jetzt, und es wird sicherlich noch schlimmer werden. Selbst in Gebieten mit einer sehr schwachen Facharztbesetzung gibt es eine Niederlassungsbeschränkung, die dazu führt, dass Fachärzte und Allgemeinmediziner ins Ausland abwandern. Schon jetzt nehmen manche Praxen in unserem Gebiet keine neuen Patienten mehr auf. Dazu kommt, dass man in ländlichen Gebieten mit System die Infrastruktur kaputt gemacht hat – vom öffentlichen Verkehr bis zur Versorgung mit Konsumgütern. Gerade im hohen Alter holen uns diese Probleme wieder ein.

Karl Kurz, Salzgitter

Zu „Satellitengalaxie auf Crashkurs mit der Milchstraße“ vom 6. Januar:

Ach, was sind wir doch für kleine Würmchen in der Unendlichkeit. All die hausgemachten Probleme auf unserem Planeten sind nur noch Pippifax angesichts der Megakatastrophe, die da auf uns zukommt: In schlappen circa 2,4 Milliarden Jahren werden unsere Galaxis (Milchstraße) und unsere Nachbar-Galaxis, die Große Magellansche Wolke, kollidieren. Mindestens das Raum-Zeit-Gefüge wird in Mitleidenschaft gezogen werden. Sogar unser Sonnensystem könnte aus der Bahn geworfen werden (nähere Fragen dazu an Albert Einstein). Niemanden mehr auf der Erde, diesem Staubkörnchen im All, wird es geben, mit dem wir uns zanken, auf den wir draufhauen, mit dem wir Krieg führen können. Unser ganzer Lebenssinn ­– so muss ich das leider verstehen – ist futsch. Eigentlich keine schlechte Perspektive. P. S.: Nicht ganz so ernst gemeint.

Werner Knurr, Hornburg

Zur „Angesagt“-Kolumne „Eine Kuh für alle“ vom 8. Januar:

Diese unappetitliche Kolumne bringt es schön knackig auf den Punkt: Eine Kuh ist für uns nur Schlachtvieh, das in kleine Pakete zerteilt wird, eine Nummer, nur dazu da, gemästet, getötet und verspeist zu werden. Ich gebe zu, dass ich selbst noch ab und zu Fleisch esse, wenn auch immer weniger. Der Ekel darüber, wie wir mit Tieren umgehen, wird immer größer. Die Autorin geht „unter die Schlachterinnen“? Weil Sie ein paar Klicks auf der Internetseite eines Bauernhofes tätigt? Ich bezweifle, dass sie „ihre“ Kuh mit der Nummer 8752, auf deren Einzelteile sie „sehnsüchtig wartet“, eigenhändig schlachten könnte. Mehr Respekt unseren Mitgeschöpfen gegenüber würde uns allen guttun.

Christiane Müller, Braunschweig

Zum Artikel „Unstillbare Lust“ über Sexsucht vom 2. Januar:

Die männlich dominierte Pornoindustrie wird sich bedanken. Es wird geschätzt, dass 12 Prozent aller in Deutschland abgerufenen Webseiten pornografisch sind. Nebeneffekte von Pornografiesucht sind Aggressivität, emotionale Kälte und die Suche nach immer perverserer Pornografie. Es gibt mehr Kontrollen von Energiegetränken als von Pornografie, die rund um die Uhr ohne Altersgrenze umsonst zur Verfügung steht.

Jeannie Scriven, Braunschweig

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