„Eine Frauenquote per Gesetz ist diskriminierend“

In weiß sitzen die SPD-Politikerinnen neben ihren männlichen Kollegen bei der Debatte "100 Jahre Frauenwahlrecht“ im Landtag.

In weiß sitzen die SPD-Politikerinnen neben ihren männlichen Kollegen bei der Debatte "100 Jahre Frauenwahlrecht“ im Landtag.

Foto: Holger Hollemann / dpa

Zu „,Freiwillige Selbstverpflichtung reicht nicht’“ vom 8. Februar:

Ich bin zwar selbst eine Frau, halte aber trotzdem Quoten nicht für sinnvoll. Es sollte nach Können und Durchsetzungsvermögen gehen. Man sieht ja schon in den größeren Werken, wo das hinführt. Da werden Stellen von Frauen besetzt, obwohl sie völlig fehl am Platz sind – nur weil eine Quote erfüllt werden muss. Ein vielleicht wesentlich höher qualifizierter Mann hat hier das Nachsehen.

Ich bin der Meinung, eine Frau benötigt keine Quote. Eigentlich ist das sogar diskriminierend – so unter dem Motto: Das schaffen die sowieso nicht, also müssen wir nachhelfen.

Maggie Milton, Salzgitter

Zu „Nato-Chef ermahnt Deutschland“ vom 9. Februar:

Wie in letzter Zeit ganz selbstverständlich geworden, wird hier Aufrüstung – möglichst nuklear – als Mittel zu mehr Sicherheit ausgegeben. Von den vielen Waffen auf der Welt geht die Unsicherheit doch erst aus, die paradoxerweise mit Waffen gebannt werden soll. Wir sollten nicht im Stile des Kalten Krieges reflexartig Russland als Angreifer sehen. Welchen Grund sollte Russland haben, die Welt mit Krieg zu überziehen – mehr noch als die USA?

Wir – Europa und überhaupt der Westen – sollten mit den übrigen Völkern reden und dabei auch die UNO einbeziehen und stärken. Signale des Friedens könnten etwa von einem umfassenden Schüleraustausch zwischen den Völkern ausgehen.

Schon die Jugend würde feststellen: Das sind doch auch Menschen wie wir. Eine Bitte an die Journalisten: Setzt Sicherheit nicht gleich mit Rüstung. Dies geschieht leider oft, wenn bewaffnete Kräfte als Sicherheitskräfte und Rüstung als Sicherheitsausgaben bezeichnet werden.

Karl Frenz, Braunschweig

Ebenfalls dazu:

Die vom Nato-Generalsekretär empfohlene nukleare Teilhabe Deutschlands ist für mich augenblicklich noch ein nebulöser Begriff. Sollte es sich jedoch um die Stationierung von Atom-Waffen handeln, so wird dieses Projekt von mir – und hoffentlich auch der Mehrheit meiner Landsleute – abgelehnt. Denn unser Land macht sich – ohne Not – nach über 70 Jahren des Friedens zum Kriegsschauplatz, was auch bei den bevorstehenden Ostermärschen zum Ausdruck kommen sollte.

Hans-Peter Schmitz, Gifhorn

Zu „Nordzucker übernimmt 70 Prozent an Mackay Sugar“

vom 9. Februar:

Nachdem die wechselnden Manager an der Spitze der Nordzucker in der Vergangenheit bereits mit ihren Expansionen in Serbien oder Sambia gescheitert waren beziehungsweise von Aktionären und Rübenbauern verhindert wurden, wird sich auch der Kauf der maroden australischen Mackay Sugar als teure Fehlinvestition und Ausgeburt des Management-Globalisierungswahns erweisen.

Dabei leiden die europäischen Rübenanbauer schon jetzt darunter, dass sich „ihre“ Zuckerkonzerne nicht auf den zollgeschützten EU-Binnenmarkt beschränken, sondern eine irrsinnige Überschuss-Strategie für den Niedrigpreis-Weltmarkt fahren.

Genau da wird das Geld verbrannt, das eigentlich für auskömmliche Rübenpreise dringend benötigt wird.

Umso unverständlicher, dass die Anbauerverbände der Rübenbauern nicht massiv eine Mengenregulierung gegen die Zuckerkonzerne durchsetzen, sondern stattdessen der Konzern-Ablenk-Strategie folgen und nur gegen Subventions-Wettbewerbs-Verzerrungen innerhalb der EU protestieren.

Eckehard Niemann, Varendorf

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