„Die Forderung nach einer Entschuldigung ist lächerlich“

Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer sitzt vor dem Narrengericht. Für ihre Fastnachtsrede steht sie in der Kritik.

Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer sitzt vor dem Narrengericht. Für ihre Fastnachtsrede steht sie in der Kritik.

Foto: Patrick Seeger / dpa

Zu „,Wir erwarten eine Entschuldigung’“ vom 5. März:

Es ist wirklich ein schlechter Witz, dass sich die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer für einen Karnevalswitz entschuldigen soll, über den vermutlich auch innerhalb jener Minderheit geschmunzelt wurde, die für ein paar offensichtlich humorlose Wichtigtuer keine Zielscheibe von Comedy, Kabarett und Büttenreden sein darf, da das dann eine Diskriminierung wäre. Also wenn ich da beispielsweise an die unzähligen äußerst derben verbalen Pointen-Geschosse denke, die unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel – auch unterhalb der Gürtellinie – zur Zielscheibe hatten, dann stellt der jetzige Ruf nach einer Entschuldigung nicht nur eine Lächerlichkeit, sondern auch eine dummdreiste Forderung nach einem Maulkorb dar, der ich mich als Mensch einer freiheitlichen Gesellschaft nur entgegenstellen kann.

Rüdiger Reupke, Isenbüttel

Zum selben Thema:

Da hat man mal wieder jemanden gefunden. Es scheint für unsere scheinheiligen Politiker nichts Schöneres zu geben, als sich durch „Werfen einer braunen stinkenden Masse“ auf andere selbst profilieren zu wollen. Das ist ein Gebaren, das man eigentlich nur aus dem US-Wahlkampf kennt. Diese bigotten Besserwisser hätten mal „Mainz bliebt Mainz wie es singt und lacht“ anschauen und zuhören müssen. Da wurden nicht nur diverse „Personen des öffentlichen Interesses“ so richtig auf die Schippe genommen (auch hier eine Geschmacksfrage). Hierbei regt sich keiner auf. So wurde AKK durch den Kakao gezogen und verunglimpft. Gejohle im Saal und ein Tusch und noch ein Tusch. Annegret Kramp-Karrenbauer hat das alles lachend hingenommen. Sie hat nicht beleidigt die Veranstaltung verlassen. Annegret Kramp-Karrenbauer verdient diesen Shitstorm nicht. Ihr für den „Gender-Joke“ irgendetwas unterstellen zu wollen – wer ohne Fehl ist, werfe den ersten Stein.

Manfred Skroch, Braunschweig

Zum Leserbrief „,Ohne Fleiß kein Preis’“ vom 5. März:

Der Leserbriefschreiber hat im Prinzip Recht. Nur, wie soll eine Gesellschaft in sich ruhen – also den sozialen Frieden bewahren –, wenn durch regelmäßige Produktivitäts-Sprünge immer mehr Menschen in Deutschland und im Rest der Welt joblos und dadurch brotlos und wohnungslos werden? Ich meine, jeder, der willens und in der Lage ist, sollte auch seine Chance auf Bildung bekommen und bedingungslos gefördert werden, um auch ohne „Vitamin Beziehungen“ einen auskömmlich bezahlten Arbeitsplatz bekommen zu können. Für unser Land heißt es doch schon seit Jahrzehnten: Unsere einzigen Rohstoffe sind das Wissen und die Intelligenz unserer Kinder. Geht man in unserem Land wirklich richtig mit unseren einzigen Rohstoffen um? Man sieht doch in großen Teilen der Welt, wie die „Abgehängten“ Populisten an die Schalthebel der Macht wählen.

Roland Böhm, Wolfsburg

Ebenfalls dazu:

Wie schlecht kann einem noch werden? Wenn ich die Kommentare zur Grundsicherung höre und lese, dann kann ich einen derartigen Zynismus spüren, der mich richtig wütend macht. Unsere industriellen Politiker, alle bestens abgesichert, verhunzen über Jahrzehnte die Rentenversicherung, sponsern Großunternehmen und zeigen nun ihr altbekanntes Verhaltensmuster. Und unzählige stoßen in das gleiche Horn. Mehr als 30 Jahre für dieses Land zu schuften und sich am Ende anhören zu müssen, dass alle Schmarotzer sind, die hier profitieren würden, ist ein fieser Schlag ins Gesicht.

Herbert Reinecke, Braunschweig

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