„Kritik an Israel muss endlich enttabuisiert werden“

Teilnehmer mit Plakaten vom Bündnis gegen Antisemitismus und Antizionismus „Jachad“ protestieren unter dem Motto "Kein Frieden mit den Feinden Israels" während der Verleihung des Göttinger Friedenspreises 2019 an den Verein „Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost“.

Teilnehmer mit Plakaten vom Bündnis gegen Antisemitismus und Antizionismus „Jachad“ protestieren unter dem Motto "Kein Frieden mit den Feinden Israels" während der Verleihung des Göttinger Friedenspreises 2019 an den Verein „Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost“.

Foto: Swen Pförtner / dpa

Zu „Antisemitismus? Proteste bei Preisverleihung“ vom 11. März über den Göttinger Preis für den israelkritischen Verein „Jüdische Stimme für einen gerechten Frieden
in Nahost“:

Der Protest wird einzig damit begründet, der Verein agiere antisemitisch. Ein Beleg dafür wird nicht geliefert! Einzig der Hinweis, der Verein unterstütze die Bewegung „BDS“ (Boycott, Divestment and Sanctions), die von der israelischen Regierung, dem Zentralrat der Juden in Deutschland, dem Antisemitismus-Beauftragten der Bundesregierung und der Jüdischen Gemeinde Berlin als antisemitisch eingestuft wird.

Dabei stellte Micha Brumlik (Professor und taz-Kolumnist) nach Sichtung der Gründungsdokumente der BDS-Bewegung fest, dass es „keine hieb- und stichfesten Belege gibt, dass BDS antisemitisch ist“. Er stellte die Frage, ob „die Forderung nach einem gerechten Frieden zwischen Juden und Palästinensern bereits als antisemitisch gelten könne“.

Inzwischen haben mehr als 100 Persönlichkeiten und Organisationen aus dem In- und Ausland die Position der preisvergebenden Jury unterstützt. Der Vorgang um die Preisvergabe ist kein Einzelfall: nach der Parole „BDS=Antisemitismus“ ist man schnell mundtot gemacht.

Es ist schon sehr bedauerlich, dass Ihre Zeitung in ihrer Darstellung keine eigene Meinung zu dieser sicher komplizierten Thematik gefunden hat und dem unter Korruptionsverdacht stehenden israelischen Ministerpräsident Benjamin Netanjahu mit ihrer Berichterstattung auf den Leim geht.

Michael Wettern, Braunschweig

Ebenfalls dazu:

Der Göttinger Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler, die Universitätspräsidentin Ulrike Beisiegel und der örtliche Sparkassendirektor Rainer Hald haben ihre Unterstützung für die Vergabe des Preises an die „Jüdische Stimme“ kurzfristig zurückgenommen, nachdem der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, sie dazu aufgefordert hatte.

Die Laudatorin, die Jüdin und Sängerin Nirit Sommerfeld, die zur Zeit in Berlin wohnt, fand zu diesem Angriff des Präsidenten des Zentralrats der Juden auf die „Jüdische Stimme“ nun die folgenden Worte: „Er hat nicht darüber zu bestimmen, wer Jude und noch dazu ein guter Jude ist. Das haben schon vor ihm andere getan, aber das werden wir nie wieder zulassen.“ In Deutschland sehe ich die Meinungsfreiheit als gefährdet an, weil es doch vergleichbare Aktionen gegen israelkritische Veranstaltungen auch schon anderswo gegeben hat.

Helmut Käss, Braunschweig

Zum Leserbrief „Das ist der Ruin von Naturlandschaften“ vom 9. März:

Der Leser beklagt im Zusammenhang mit der Errichtung von Windparks einen „weiträumigen Ruin von Natur- und Kulturlandschaften“. Ja, geht’s vielleicht eine Nummer kleiner? Die Ausbauplanungen sehen selbst bis zum Jahr 2050 einen Flächenbedarf für Windparks von etwa 1,5 Prozent der Landesfläche vor. Hiervon wird wiederum nur ein verschwindend geringer Anteil tatsächlich versiegelt, der große Rest ist weiterhin land- oder forstwirtschaftlich nutzbar. Dementgegen stehen schon heute mehr als sechs Prozent versiegelte Flächen unter anderem für Gewerbegebiete und Verkehrswege. Und wie landschaftsfreundlich sind eigentlich unsere Braunkohletagebaue? Über die geäußerte Ansicht, dass der Ausbau der Windenergie bei uns „fernab von Vernunft und Realitätssinn wider besseren Wissens“ vorangetrieben werde, kann man sich nur wundern angesichts der Tatsache, dass die Windenergie im vorigen Jahr mit einer Produktion 110 Terawattstunden über 20 Prozent zur deutschen Nettostromerzeugung beitrug. Die Annahme, solche Investitionen in Windenergie würden ohne Realitätssinn erfolgen, ist absurd.

Axel Bleckwedel, Braunschweig

Zur Debatte um die „Fridays for Future“:

Ich verstehe absolut nicht, warum der Kampf der Schüler gegen den Klimawandel teilweise ins lächerliche gezogen und von den Politikern ignoriert wird. Zitate wie: „Politik soll den Politikern überlassen werden“ sind überheblich und haben nichts mit Politik zu tun. Bei diesem Thema geht es um die Gesundheit und Zukunft nicht nur für die Menschheit.

Hier können die Politiker helfen. Denn sie wurden vom Volk gewählt und sollten nicht nur Politik für drei Prozent der Bevölkerung (Geldadel) machen. So etwas nennt man meiner Meinung nach Machtmissbrauch. Ich schäme mich dafür, dass jetzt schon die Kinder die Aufgaben übernehmen, die eigentlich die Erwachsenen übernehmen sollten.

Frank-Michael Grigo, Cremlingen

Zu „,Wir erwarten eine Entschuldigung’“ vom 5. März:

Ich bin CDU-Mitglied. Wenn ich diesen Beitrag lese, so muss ich entschieden widersprechen, dass auf „meine“ Vorsitzende AKK derart massiv mit der moralischen Keule eingeschlagen wird. Was sie gesagt hat, kann im Karneval nicht als böswillige Diskriminierung angesehen werden. Betrachtet man, was etwa in Mainz über Politiker der CSU gesagt worden ist oder ganzjährig in Kabarett-Sendungen gesagt wird, so muss man Lästereien hinnehmen. Das würde auch bei „diversen“ sexuellen Orientierungen zur Normalität beitragen.

Hans Ochmann, Braunschweig

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