„Entscheiden trotz Unsicherheit“

Entscheiderin in der Krise: Kanzlerin Angela Merkel (CDU) nach einer Telefonkonferenz mit den Ministerpräsidenten der Länder.

Entscheiderin in der Krise: Kanzlerin Angela Merkel (CDU) nach einer Telefonkonferenz mit den Ministerpräsidenten der Länder.

Foto: Michael Kappeler / dpa

Alle Briefe zur Corona-Krise:

Man hat nie genug Informationen, um sichere Entscheidungen treffen zu können. Noch nie war das so extrem deutlich wie derzeit. Es gibt nicht genug belastbare Tests und das Virus ist noch zu unbekannt. Ein Shutdown und starke Kontaktbeschränkungen erscheinen unter diesen Umständen angemessen, aber nur als Übergangslösung. Wirtschaftlich und sozial ist das nicht lange durchzuhalten.

Einzig sicher scheint derzeit zu sein, dass Covid-19 noch lange bleiben wird. Wir werden lernen müssen, damit zu leben. Das Virus wird nachhaltig vieles verändern. Zwei Dinge, die wir als Deutsche nicht so gerne mögen: Veränderung und Unsicherheit. Darin steckt aber auch eine Chance. Wir werden risikoreichere Entscheidungen treffen müssen, als Gesellschaft und als Individuen. Wir werden anpassungsfähiger sein, Bestehendes überdenken und bewusster handeln müssen. Das alles können wir, es war in den letzten Jahren nur etwas verschüttet.

Ralf Brunken,

Braunschweig

Was wirklichwichtig ist

Wenn ich knapp zwei Jahre zurückdenke an meinen damaligen Leserbrief zum Bundeshaushalt mit dem Titel „Ein Armutszeugnis für Deutschland“, hoffe ich, dass alle einsehen, wofür es wirklich wichtig ist, Geld, mehr Geld auszugeben: Gesundheit, Umwelt und Bildung!

Michael Kubitza,

Salzgitter

Höchste Zeit zum Umdenken

Der Mensch ist zu weit gegangen – nun haben wir die Quittung in Form eines Virus erhalten, das unser Leben bedroht. Und niemand von uns hätte gedacht, dass dies im 21. Jahrhundert überhaupt noch möglich wäre. Doch zeigt die Geschichte, dass schon vor Tausenden von Jahren Gesellschaften zusammenbrachen, wenn eine gewisse Dekadenz überhand nahm. Vielleicht sind wir durch unser Verhalten in einer modernen Gesellschaft an einem solchen Punkt angekommen? Möge Gott geben, dass dies nicht der Fall sein wird… Die Schöpfung wird durch die Menschheit schon seit langem ohne Rücksicht auf Verluste nach Strich und Faden ausgebeutet –und das aus rein materiellen Gründen: Naturlandschaften zerstört, Tiere schlecht behandelt, das Klima schwer beschädigt– und das alles im großen Stil! Wie sollte so etwas ohne gravierende Folgen bleiben können? Wir müssen uns der Verantwortung stellen, die Schöpfung künftig mehr achten und wertschätzen und mit Maß handeln – dann schleicht sich vielleicht so ein Virus auch weniger ein...Und wir müssen uns die Frage gefallen lassen, ob wir durch unser Handeln die Zukunft nachfolgender Generationen gefährdet haben? Es wird höchste Zeit, umzudenken!Heide Müller, Velpke

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