„Keine Herrlichkeit ohne Euro“

Eine Frau  im italienischen Marerna  trägt ihre Einkäufe in einer Plastiktüte. Europa steuert wegen der Corona-Krise auf eine schwere Rezession zu.

Eine Frau im italienischen Marerna trägt ihre Einkäufe in einer Plastiktüte. Europa steuert wegen der Corona-Krise auf eine schwere Rezession zu.

Foto: Fernando Gutierrez-Juarez / dpa

Zum Leitartikel „Solidarität, aber richtig“ vom 4. April:

Diese Krise zeigt, das Europa weit weg ist von einer Gemeinschaft, gar Familie. Das Bereitstellen weniger Krankenhausbetten in Deutschland für Nachbarn in Not ist nicht mehr als Symbolpolitik, wie Prof. Menzel schon richtig sagte. Die vom Autor des Leitartikels und an anderer Stelle der Zeitung von Finanzminister Scholz in der Tradition Schäubles vertretene Position, Italien mit Mitteln des Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) zu unterstützen, ist zutiefst unsolidarisch und wird Europa weiter spalten und womöglich den Euro scheitern lassen.

ESM bedeutet auch „Strukturreformen“, das heißt brutales Sparen zum Beispiel bei Renten – oder höhere Mehrwertsteuern. Die Binnennachfrage würde einbrechen. Als Exportnation wäre Italien damit nicht geholfen, der ESM würde die Situation verschärfen.

Wichtig wäre aus meiner Sicht ein Investitionsprogramm auf niedrigen Zinsen basierend, und da wären Eurobonds richtig, da die Zinsdifferenz erheblich ist. Deutschland müsste zudem seiner Verantwortung gerecht werden und endlich die Leistungsbilanzüberschüsse abbauen, mit denen es seit Beginn des Eurozeitalters durch Lohndumping das Ausland in die Verschuldung getrieben hat.

Ohne Euro wäre es bei uns vorbei mit der Herrlichkeit. Durch die folgende Aufwertung der neuen D-Mark würde der Export sofort einbrechen, hohe Arbeitslosigkeit wäre die Folge. Seien wir also jetzt solidarisch, auch wenn es uns etwas kostet.

Wilfried Ottersberg,
Cremlingen

Eskens Vorschlag ist überlegenswert

Zum Bericht „Esken fordert Abgabe von Millionären“ vom
1. April:

Was ist eigentlich falsch am Vorschlag der SPD-Vorsitzenden Saskia Esken? Laut Untersuchung des Deutschen Institutes für Wirtschaft (DIW) aus dem vergangenen Jahr besaßen 2017 zehn Prozent der Bevölkerung 56 Prozent des bundesdeutschen Vermögens. Weiter runtergebrochen besaß ein Prozent, also die Superreichen,
18 Prozent des Vermögens. Soweit die Fakten eines wirtschaftsnahen Institutes.

Nach der Corona-Krise werden unvorstellbar hohen Kosten für Wirtschaft, die Beschäftigten oder auch das Gesundheitssystem zu „stemmen“ sein. Da halte ich es nur für solidarisch, dass die finanziell Starken in unserer Gesellschaft die Schwachen stützen. Oder sollen Hartz-IV-Empfänger oder Kurzarbeiter mit 60 Prozent oder
67 Prozent ihres regulären Nettoeinkommens das bewerkstelligen?

Ich selber halte von einer Neiddebatte über arme und reiche Menschen in Deutschland übrigens gar nichts. Gelebte Solidarität ist jetzt und auch bei der Krisenbewältigung gefragt. Den Vorschlag von Saskia Esken halte ich deswegen für überlegenswert. Ausnahmen sollte es nur für die Millionäre geben, die nachgewiesenermaßen bereits finanzielle Unterstützung bei sozialen Projekten für die Gesellschaft geleistet haben. Denn auch ich weiß: Nicht jeder Millionär hortet Zuhause die Geldsäcke…

Norbert Stoltze,
Sickte

„Wir haben uns totgelacht“

Zum „lustigsten Leserfoto“ vom 6. April:

Liebe Waltraut Fischer,
nicht wegen des Feinstaubs (der sich sicherlich beim Lüften und Ausklopfen Ihres Mannes aus der Höhe der Balkonbrüstung verbreitet hat) hätte es zu Todesfällen kommen können, sondern weil wir uns beim Anblick des gut abgehangenen Gatten fast totgelacht haben!

Mit besten Wünschen für eine gute Gesundheit in diesen schwierigen Zeiten, die man mit etwas Humor einfach besser ertragen kann, von drei amüsierten Betrachtern.

PS.: Aber beim nächsten Raushängen bitte vorher die lockersitzenden Pantoffeln ausziehen (wie auf der beispielhaften Karikatur von Mario Lars zu sehen); sie könnten sonst jemandem auf den Kopf fallen, der trotz Ausgehverbots draußen herumläuft!

Gerhard Beutmann,
Braunschweig

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