„Natur sendet Warnhinweise“

Wildblumen an einem Feldrand auf Fehmarn. Mehr Blühstreifen wünscht sich auch Leserbriefschreiberin Katja Braunersreuther.

Wildblumen an einem Feldrand auf Fehmarn. Mehr Blühstreifen wünscht sich auch Leserbriefschreiberin Katja Braunersreuther.

Foto: Markus Scholz / dpa

Zu „Mit Düngeberater und Unkrautschaufel auf dem Acker“ vom 4. April:

Der Satz im letzten Absatz „Die Natur ist Natur, unterschiedlich, wechselhaft und nicht nach Schema F zu bearbeiten“ ist Hohn und Spott, denn die Mehrheit lässt die Natur nicht Natur sein! Sie greift ein, gestaltet sie um, bearbeitet sie, schädigt, vergiftet und zerstört sie. Klimawandel, Naturkatastrophen und Sterben der Biodiversität sprechen da doch eine eindeutige Sprache mit genügend Warnhinweisen. Bei Spaziergängen nehme ich es war, dass Büsche zwischen Feldern kaum noch existieren, um bis an den Rand pflügen zu können.

Endlich wird wenigstens mal was beschlossen mit der Düngeverordnung! Schlimm genug, dass Glyphosat noch viel zu lange verwendet werden darf. Und sonst schaffen sie es ja immer mit ihren Protesten Übergangsphasen zur Übergangsphase zur Übergangsphase in die nächste Übergangsphase zu bekommen (siehe Ferkelkastration und Kükenschreddern!).

Katja Braunersreuther,
Braunschweig

Es geht um Bürgerpflichten

Zu: „Infektionsschutz als zentrale Rechtsnorm“ vom 1. April und Überwachungsapps:

Bürgerrechte, was ist das überhaupt? Man sollte in unserer Situation eher von den Pflichten reden, ohne die es eigentlich gar keine Rechte geben kann. Die Pflichten eines Bürgers sollten in der heutigen Lage sein, alles zu tun, damit kein anderer Mitbürger zu Schaden kommt. Dazu gehört für jeden aufgeklärten und mitdenkenden Bürger, genügend Abstand zu halten und sich im öffentlichen Raum möglichst wenig oder gar nicht aufzuhalten. Wer darauf nicht von alleine kommt, der muss halt mit entsprechenden Verboten dazu gedrängt werden. Wer nun – wahrscheinlich noch vor dem Höhepunkt der Krise – danach ruft, die Einschränkungen zu lockern oder gar aufzuheben, der begreift den Ernst der Lage immer noch nicht – persönliche Freiheit und Wirtschaft hin oder her. Und wenn wochenlang von vielen über die sogenannten Überwachungsapps diskutiert wird, sollte man sich erst mal vor Augen halten, welche Daten von Nutzern der einschlägigen sozialen Netzwerke über sich und andere Personen preisgegeben und am Ende von den Konzernen an Dritte verkauft werden. Dabei fallen die anonymen Datenschnipsel in der Hand der Behörden überhaupt nicht ins Gewicht und helfen wahrscheinlich noch im Kampf gegen Corona. Vielleicht sollte man zu diesem Thema mal Leute befragen, die nach Skifahren, Karneval oder Fernurlaub jetzt mit Corana kämpfen?

Franz Albert,
Wolfenbüttel

Gut, wenn der Marktleiter mitputzt

Zu: „Azubis müssen jetzt putzen“ vom 7. April:

Wenn alle zusammen putzen – mit dem Marktleiter an der Spitze –sollte das auch Azubis möglich sein. Schließlich profitieren alle von einem schönen Arbeitsplatz. Und gerade in diesen besonderen Zeiten muss sich die Gewerkschaft da auch keine Sorgen machen.

Gisela Hempel,
Wolfenbüttel

Bitte Deutsch reden und schreiben

Zur Corona-Berichterstattung:

Es wäre wichtig, dass die Redakteure mit uns Lesern Deutsch reden. Da gibt es seit etlichen Wochen zunehmend ein Missverhältnis. Das am häufigsten verwendete Fremdwort ist zur Zeit der Scheinanglizismus Home-Office, im Englischen: Innenministerium. Schlimm wird es, wenn nicht mal klar ist, ob beim Home-Office die häusliche Büroeinrichtung oder die häusliche Büroarbeit gemeint ist. Wir werden weiter mit Fremdwörtern überschüttet: Homeschooling, Gruppen-Mails, Chatroom-Messages, Social-Distancing oder Handy-Tracking. Statt der geschlossenen Kirchen gibt es jetzt für die Home-Church Links zu gestreamten Gottesdiensten im Livestream und Podcasts. Wichtig ist, dass bei allem, was in der Zeitung steht, möglichst viele Leser möglichst viel verstehen. Es gibt für fast jedes Fremdwort ein deutsches Wort.

Geert Teunis, Braunschweig

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