Kommentar

Keine kosmetischen Spielereien in Braunschweig

Ob es gelingt, den Verwaltungsapparat zu modernisieren sowie Einnahmen und Ausgaben ins Gleichgewicht zu bringen, hängt von drei Punkten ab.

Was die Stadtverwaltung vorhat, ist einerseits dringend nötig und andererseits gewaltig. Ob es gelingt, den Verwaltungsapparat zu modernisieren sowie Einnahmen und Ausgaben ins Gleichgewicht zu bringen, hängt unter anderem von drei Punkten ab: Erstens müssen alle mitziehen, also einige Tausend Beschäftigte. Ohne Misstrauen und Angst, sondern mit der Gewissheit, dass alle Vorschläge sowie Bedenken gehört werden, und dass niemand auf der Strecke bleibt.

Zweitens muss in der Verwaltung das Scheuklappen-Denken „meine Abteilung, mein Fachbereich, mein Dezernat“ aufhören. Die Verwaltung wird künftig nur dann gutes Personal finden, wenn sie Arbeit in flexiblen und fachübergreifenden Teams anbietet. Notwendig sind flachere Hierarchien und mehr Verantwortung für den Einzelnen. Alles andere lähmt.

Drittens muss Mut zu Entscheidungen her – vom Oberbürgermeister bis zum „kleinen“ Angestellten, und auch in der Politik. Was derzeit zum Beispiel mit Blick auf eine Beleuchtung der Finnenbahn abläuft, macht sprachlos. Erst sollen Lampen für rund 240.000 Euro kommen, dann spricht sich die SPD plötzlich dagegen aus, und jetzt soll die Verwaltung für 18.000 Euro unter anderem Prinzenpark-Jogger befragen, wie sinnvoll eine beleuchtete Laufstrecke ist – um dann nochmal zu entscheiden. Mit einer gut begründeten Entscheidung und sorgsamem Umgang mit Geld hat das nichts zu tun.

Was die Stadt jetzt mit Modernisierung und Konsolidierung plant, sind keine kosmetischen Spielereien. Es geht um gravierende Veränderungen, damit Braunschweig auch künftig eine lebenswerte Stadt ist. Das sollte allen bewusst sein.

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