Leitartikel

Unter Druck

„Es ist ein Hype um dasMädchen entstanden, den sie selbst nicht mehr kontrollieren kann.“

Wäre Greta Thunberg eine Maschine, würde sie jetzt gerade auf Hochtouren laufen. In dieser Woche zierte sie verschiedene Cover von Hochglanzmagazinen.

Ein bisschen viel Rummel ist das alles. Denkt man zurück an die harmlosen Bilder vom Sommer 2018, als Thunberg noch im gelben Regenmantel vor dem schwedischen Regierungssitz in Stockholm ihren „Schulstreik für das Klima“ abhielt. Diese Bilder lösten eine Welle der Sympathie aus. Das Mädchen sah so unschuldig aus. Sie beeindruckte durch ihren Mut. Ihr Ziel fest vor Augen, führte sie den Erwachsenen vor, dass sie Klimaschutz bisher nur halbherzig betrieben hatten.

Doch was inzwischen bekannt ist, der Erfolg ihrer Aktion wurde missbraucht. Der schwedische Unternehmer und Medienprofi Ingmar Rentzhog postete das Bild auf Facebook, warb mit ihr für sein Netzwerk „We don’t have time“, halb Unternehmen, halb Stiftung.

Im Februar dieses Jahres distanzierte sich Thunberg von Rentzhog und erklärte, nie Geld von ihm bekommen zu haben.

Rentzhog indes soll laut schwedischen Medien bereits Millionen Euro für seine Arbeit eingesammelt haben, mit Greta Thunberg als Werbeikone. Die allerdings davon nichts wusste.

Tausende Jugendliche folgen ihrer „Fridays for Future“-Bewegung weltweit. Es ist ein Hype um das Mädchen entstanden, den sie selbst nicht mehr kontrollieren kann. Die Aufmerksamkeit, die ihr zukommt, ist nur noch schwer zu ertragen.

Die Jugendliche segelt jetzt auch noch trotz Asperger zwei Wochen über den Atlantik, alles für die Sache zur UN-Klimakonferenz.

Greta Thunberg ist keine Maschine. Wie lange sie noch so hochtourig und omnipräsent für das Klima kämpfen kann? Keiner weiß das. Doch ihre Eltern sollten auf sie achtgeben. Im Moment sieht es leider so aus, als ob sie die Drehzahl für ihr Kind nur noch erhöhen.

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