Kommentar

Kleinstädte unter Druck

„Prall gefüllt ist der Fördertopf nicht. Er umfasst bisher nur 4,25 Millionen Euro.“

Dorfgemeinschaftshäuser pflastern mittlerweile die Republik. Der ländliche Raum hat eine Lobby. Um die meisten Großstädte muss einem sowieso nicht Angst und Bange sein. Hier gibt es viele gut bezahlte Jobs, viele kulturelle Angebote – vom Multiplexkino bis zum Staatstheater. In die Großstädte und aufs Land gehen die meisten Fördermillionen von Land, Bund und EU.

Die Klein- und Mittelstädte aber fallen immer wieder durchs Raster. Städte ab 5000 Einwohnern sind Kleinstädte, ab 20.000 Einwohnern redet man von Mittelstädten. Es gibt viele von ihnen. Etwa zwei Drittel der Deutschen lebt in den Königslutters, den Wolfenbüttels oder in den Seesens der Republik.

Die Landesregierung hat das erkannt. Die Große Koalition hat nun einen eigenen Fördertopf für die Klein- und Mittelstädte Niedersachsens geschaffen. Prall gefüllt ist er nicht. Er umfasst bisher nur 4,25 Millionen Euro. Das muss aber nicht so bleiben. Und das sollte es auch nicht. Die vier Projekte in unserer Region, die mit einer Million Euro gefördert werden, zeigen: Der Bedarf ist da! Die Projekte liegen schon in der Schublade. Es braucht aber mehr Geld.

Die SPD hat 2014 schon die vier Ämter für regionale Landesentwicklung in Niedersachsen geschaffen – eins davon in Braunschweig am Bohlweg. Der neue Fördertopf ist eine konsequente Weiterentwicklung, um für gleichwertige Lebensverhältnisse zwischen Nordsee und Harz zu sorgen. Es braucht aber mehr Mut für diesen Weg!

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