Kommentar

Profis als Vorbild

„Ärger über Schiris ist manchmal verständlich, trotzdem ist eine Akzeptanz des Unparteiischen-Pfiffs unerlässlich.“

Redakteur Daniel Mau

Es reicht, denken sich inzwischen viele Fußball-Schiedsrichter. Ende Oktober streikten in Berlin die Unparteiischen , weil sie sich bereits zu oft Attacken von Spielern und Fans ausgesetzt sahen. 1500 Spiele im Amateurbereich fielen aus. Diese Aktion war ein Hilferuf. Wenn nicht bald gehandelt wird, werden sich immer weniger Menschen finden, am Wochenende für eine kleine Aufwandsentschädigung die Pfeife in Hand und Mund zu nehmen.

Jetzt muss man nicht gleich bei jeder Meldung über Gewalt auf Fußball-Plätzen eine Verrohung der Sitten beklagen. Die große Mehrzahl der Spiele läuft nach wie vor weitgehend fair ab, und auch früher gab es leider schon negative Ausnahmen. Trotzdem sollte jeder die Klagen der Schiedsrichter ernst nehmen. Zunächst die Innenminister, die auf ihrer Konferenz Maßnahmen beschließen wollen, um die Gewalt einzudämmen. Dieses Vorhaben ist aller Ehren wert, Lösungen zu finden wird aber wahrscheinlich nicht so einfach. Ähnlich ist es bei den Verbänden, die zwar präventiv vorbeugen und ermahnen können, sonst aber ebenfalls relativ hilflos sind.

Deshalb ist jeder Fußballer und Zuschauer selbst gefordert. Ärger über Schiedsrichter ist manchmal verständlich, trotzdem ist eine grundsätzliche Akzeptanz des Unparteiischen-Pfiffs unerlässlich. Hier sind die Profis keine guten Vorbilder. So lange sie bei jedem Einwurf lamentieren, werden auch die Amateurkicker vermeintliche Ungerechtigkeiten in die eigenen Hände oder sogar Fäuste nehmen.

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