Kommentar

Signal fürs Revier

„In Helmstedt kann zukunftsfähige Technik entstehen. Der Standort hat es drauf.“

Mit dem Startschuss für die erste Klärschlamm-Monoverbrennungsanlage (KVA) in Niedersachsen am alten Energie-Standort Buschhaus keimt Hoffnung auf im ehemaligen Helmstedter Braunkohlerevier. Der in chinesischer Hand befindliche Müllverbrenner Energy from Waste setzt mit seiner Investition ein Signal, das die Politik, speziell auf Bundesebene, erst nach zähem und der Sache nach unverständlichem Ringen zu setzen bereit war. Gemeint sind die – bislang nur in Aussicht gestellten – 90-Fördermillionen aus Berlin.

Diese Behandlung als um Haaresbreite gar nicht berücksichtigter Hilfeempfänger schmerzt in Helmstedt vor allem deshalb, weil der vom Bund gewünschte Kohleausstieg hier bereits vollzogen worden ist, während er in anderen Bundesländern, die mit Milliardenbeträgen üppig versorgt werden, erst noch erfolgen muss. Auf diesen bemerkenswerten Umstand in puncto Gerechtigkeit wies Landesumweltminister Olaf Lies bei der gestrigen Grundsteinlegung für die KVA in Buschhaus zu Recht hin. Richtig ist auch seine Einschätzung, dass das Zeichen zunächst wichtiger sei als die Zahlen – nur 15 neue Jobs wird EEW vorerst schaffen.

Die Botschaft lautet: In Helmstedt kann zukunftsfähige Technik entstehen. Der Standort hat es drauf. Das verweist auf das Anschluss-Thema der Phosphorrückgewinnung aus der Verbrennungsasche. Ein Rohstoff-Recycling von größter Bedeutung, denn der Welt geht der Phosphor aus. Absolut sinnvoll wäre ein Recycling direkt neben der KVA.

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