Kommentar

Katastrophe droht

„Und der indische Tagelöhner? Seine Familie wird schon am Tag eins der Quarantäne weniger essen.“

Gemeinsam kämpfen wir gegen das Corona-Virus. Noch. Bereits jetzt zeichnen sich Verteilungskämpfe ab. Der Rettungsschirm wird größer, das Geld muss gerecht zugewiesen werden. Vor allem: Die gewaltigen Hilfspakete von Bund und Ländern müssen auch bezahlt werden.

In der Krise arbeitet der Angestellte bei Volkswagen, der Beamte der Stadt Braunschweig oder der Banker der Volksbank Wolfenbüttel weiter – notfalls in der komfortablen Stube. Anders der Musiker aus Helmstedt, der Kleingewerbler aus Goslar, der Café-Besitzer in Gifhorn oder der Taxi-Fahrer aus Salzgitter. Sie alle werden wirtschaftlich zurückgeworfen, bangen um ihre Existenz. Sie brauchen Unterstützung.

Das Virus trifft uns schon mit voller Wucht. In den Entwicklungsländern aber droht eine humanitäre Katastrophe . Die Gesundheitssysteme in afrikanischen Ländern sind jetzt schon überfordert, obwohl die Pandemie dort erst am Anfang steht. Und der indische Tagelöhner? Seine Familie wird schon am Tag eins der Quarantäne weniger essen.

In der Krise schnallen die Deutschen den Gürtel enger. Das ist allzu menschlich. Niemand kann genau einschätzen, was noch für Entbehrungen kommen mögen. Doch das werden die kirchlichen Hilfsprojekte wie Brot für die Welt oder Misereor schmerzlich zu spüren bekommen. Zumal die Kirchen Ostern geschlossen sein werden. Jeder, der es sich leisten kann, sollte in sich gehen und sich überlegen, was er dennoch spenden kann und will. Dieses Ostern ganz besonders.

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