Kommentar

Beim DFB ist was foul

„Vermutungen, Vorwürfe – egal. Auch Amateurvereine gehören dem DFB an und werden moralisch mitangeklagt, obwohl sie keine Schuld trifft – nicht treffen kann.“

Redakteur Frank Rieseberg

Einfach mal so 200 Beamte loszuschicken, um Jagd auf Steuersünder zu machen, das veranlasst keiner leichtfertig. Gestern traf es den Deutschen Fußball-Bund mit Durchsuchungen in fünf Bundesländern, darunter auch in Niedersachsen. Einerseits.

Andererseits gilt für jeden Verdächtigen die Unschuldsvermutung so lange, bis Gegenteiliges bewiesen ist. Wie immer diese Angelegenheit, deren Untersuchung am Anfang steht, auch ausgehen mag, irgendwas bleibt immer hängen. Imageschaden nennt man das.

In Sachen DFB muss man sagen: schon wieder. Noch nicht abgeschlossen sind die Verfahren um das „Sommermärchen“, also die WM im eigenen Land 2006 mit offenbar zigfachen Verfehlungen der Verantwortlichen des DFB. Und nun geht es um – so der Vorwurf – Steuerhinterziehung in Höhe mehrerer Millionen Euro in Verbindung mit Bandenwerbung.

Vermutungen, Vorwürfe – egal. Auch Amateurvereine gehören dem DFB an und werden moralisch mitangeklagt, obwohl sie keine Schuld trifft – nicht treffen kann. Zeigt man oben mit dem Finger auf den DFB, bleibt auch unten ein Schaden zurück. Ganz oben auch. Der amtierende DFB-Präsident Fritz Keller hat 2014/15 noch beim SC Freiburg regiert. Seit Amtsantritt im höchsten deutschen Fußball-Amt wird er von einer Verlegenheit in die nächste gebracht. Fouls der ganz bösen Art.

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