Kommentar

Frischer Wind

„Obwohl Groebler aus einer stahlfremden Branche kommt, haben Fuhrmann und Aufsichtsrat Vertrauen in seine Fähigkeiten.“

Hannah Schmitz

Nach der Entscheidung, Gunnar Groebler im Sommer 2021 zum Chef der Salzgitter AG zu machen, stoßen Groebler und der noch amtierende Vorstandsvorsitzende Heinz Jörg Fuhrmann darauf an. Sie stoßen nicht mit Sekt an, sondern mit Orangensaft, vielleicht ist es auch eine Sekt-O-Mischung. Das passt zu Fuhrmann: Nicht überschwänglich, stets vernünftig, einen kühlen Kopf bewahrend. Er und der Konzern werden sich die Entscheidung nicht leicht gemacht haben, trotz Corona-Krise einen neuen Vorstandschef zum Juli 2021 zu berufen. Allerdings scheint Groebler gut zu passen: Er ist seit mehr als 20 Jahren bei Vattenfall beschäftigt, legt also Wert auf unternehmerische Nachhaltigkeit. Als Windkraft-Vorstand bringt er eine Riesen-Expertise für Erneuerbare Energien mit und sprichwörtlich frischen Wind in den Stahl-Konzern Salzgitter. Seine Aufgabe wird es sein, die Folgen der Corona-Krise zu meistern und das Wasserstoff-Projekt „Salcos“ voranzubringen, damit die Salzgitter AG Stahl – den EU-Klimazielen gemäß – immer klimafreundlicher herstellt. Das ist zukunftssichernd für den Standort und die tausenden Arbeitsplätze des Herstellers.

Obwohl Groebler aus einer stahlfremden Branche kommt, haben Fuhrmann und Aufsichtsrat Vertrauen in seine Fähigkeiten. Das spricht für sich. Allein, die Einarbeitungszeit – laut Vattenfall arbeitet Groebler bis Ende Mai bei den Schweden – , dürfte mit einem Monat etwas kurz bemessen sein. Aber auch in dieser Hinsicht scheint das Vertrauen da zu sein.

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