Krise im Schweinestall

„Und dann ist da noch das Problem, dass manche Ställe durch Überbelegung und Enge an die Grenzen des Tierwohls kommen.“

Die coronabedingt geringen Kapazitäten bei den Schlachtbetrieben fördern Probleme der gesamten Fleischindustrie zu Tage: Die Schweinehalter werden ihre für die Branche geborenen und gemästeten Tiere nicht mehr los – „Schweine-Stau“ in den Ställen.

Die Landwirte haben weiterhin Kosten für die Unterbringung und das Futter der schlachtreifen Tiere, bekommen aber später weniger Geld pro Tier – weil die Schweine nun zu fett sind, nicht mehr den Normen der Industrie und ihrer hoch technisierten Anlagen entsprechen. Aus Sicht der Landwirte erscheint es verrückt – mehr Kosten und Zeit für weniger Ertrag. Ein wenig erinnert es an die Diskussion um krumme Gurken, die lange Zeit vom Handel konsequent, weil angeblich nicht vermarktbar, abgelehnt wurden. Und dann ist da noch das Problem, dass manche Ställe durch Überbelegung und Enge an die Grenzen des Tierwohls kommen.

Die aktuelle Lage zeigt, dass sich in der gesamten Fleischindustrie etwas ändern muss. Mehr Platz für die Tiere, angemessene Bezahlung für die schweinehaltenden Landwirte und faire Entlohnung für die Angestellten in den fleischverarbeiteten Betrieben wären ein Anfang. Studien haben ergeben, dass so die Verbraucherpreise nur minimal steigen würden. Einen Preis, den ich an der Fleischtheke bereit bin zu zahlen. Es muss aber auch nicht täglich Fleisch sein.

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