Mehr Spuren und Gleise: Diese Verkehrsprojekte kommen 2019 voran

Viele der Straßen- und Schienenprojekte in Niedersachsen kommen 2019 voran. Längst noch nicht überall wird schon gebaut.

Baustelle Autobahnnetz: Der Baustart der großen Autobahnprojekte A20 und A39 wird vorerst von Klagen verhindert.

Baustelle Autobahnnetz: Der Baustart der großen Autobahnprojekte A20 und A39 wird vorerst von Klagen verhindert.

Foto: Holger Hollemann / picture alliance / dpa

Hannover. Schluss mit Staus und Warterei am Bahnsteig: Viele Pendler, die Industrie und Häfen in Niedersachsen hoffen auf bessere Verkehrswege und der Aus- und Neubau von Autobahnen und Schienensträngen ist in Planung. Im Jahr 2019 werden vielerorts neue Fahrspuren und Umgehungen freigegeben und eine reaktivierte Bahnlinie geht ans Netz. Klagen verhindern aber vorerst weiter einen Baustart der großen Autobahnprojekte A20 und A39 und für den dringend nötigen Gleisausbau von Hannover Richtung Hamburg und Bremen beginnen im kommenden Jahr zunächst die Planer mit ihrer Arbeit, wie das Verkehrsministerium in Hannover mitteilte.

Zusätzliche Spuren sollen in Betrieb gehen.

Für den Verkehr freigegeben werden sollen bis Ende 2019 die lang ersehnte Erweiterung der A7 Richtung Hamburg auf sechs Spuren zwischen dem Dreieck Walsrode und Fallingbostel. In umgekehrter Richtung ist die zusätzliche Spur auf dem acht Kilometer langen Abschnitt bereits in Betrieb. Freie Fahrt gibt es Mitte 2019 auch auf dem dritten Abschnitt der B 212-Ortsumgehung von Berne in der Wesermarsch. Im zweiten Halbjahr 2019 soll ebenfalls die 8,6 Kilometer lange Nordumgehung von Nordhorn in Betrieb gehen.

Auch der Ausbau der Autobahn 1 zwischen Osnabrück und Bremen wird 2019 in Angriff genommen. Im Oktober ist die Auftragsvergabe für den sechsspurigen Ausbau auf dem 30 Kilometer langen Abschnitt zwischen Bramsche und Lohne/Dinklage, die Bauzeit beträgt rund drei Jahre. Mit ersten bauvorbereitenden Arbeiten wird beim Weiterbau der A26 von Stade Richtung Hamburg zwischen der Anschlussstelle Neu Wulmstorf und der A7 gerechnet.

Drei Ortsumgehungen sollen gebaut werden.

Auch bei drei geplanten Ortsumgehungen sollen 2019 die Bagger anrollen: In Celle geht es um das 5,2 Kilometer lange Mittelteil der B3-Umfahrung, im Verlauf der B240 in Südniedersachsen sollen die Arbeiten an einem gut fünf Kilometer langen Abschnitt bei Marienhagen und Weenzen starten. Kaum voran geht es zunächst aber bei den großen und umstrittenen Vorhaben der Küstenautobahn A20 und der A39 durch die Lüneburger Heide.

Klagen verzögern den A39-Abschnitt zwischen Wolfsburg und Ehra-Lessien.

Sowohl gegen den ersten A39-Abschnitt zwischen Wolfsburg und Ehra-Lessien im Kreis Gifhorn als auch gegen den ersten 13 Kilometer langen niedersächsischen A20-Abschnitt von der A28 bei Westerstede bis zur A29 bei Jaderberg liegen Klagen vor. Wann ein Gericht darüber entscheidet, steht derzeit noch nicht fest. Lediglich bauvorbereitende Arbeiten sind an beiden Abschnitten bis dahin möglich.

Bahninfrastruktur soll modernisiert werden.

Nach der Wiederinbetriebnahme des Personenzugverkehrs ins Zentrum von Einbeck vor einigen Wochen soll im ersten Halbjahr 2019 die Verbindung von Bad Bentheim nach Nordhorn und Neuenhaus wieder von Regionalzügen befahren werden. Jahrelang war um den erneuten Anschluss von Nordhorn ans Bahnnetz gekämpft worden. Im Herbst kommenden Jahres soll dann die Modernisierung des Bahnhofs von Diepholz abgeschlossen sein. Begonnen werden soll nächstes Jahr mit der Modernisierung der Stationen Sagehorn, Knesebeck, Meine, Wahrenholz und Weener.

Nach dem jahrelangen Tauziehen um die inzwischen verworfene Y-Neubautrasse sollen im kommenden Frühjahr nun die Planungen des stattdessen vorgesehenen Ausbaus bestehender Bahnstrecken von Hannover Richtung Hamburg und Bremen beginnen, kündigte das Verkehrsministerium an. Lediglich für den doppelgleisigen Ausbau der Strecke von Verden nach Rotenburg liefen bislang die Vorbereitungen. Nun soll auch der Ausbau von Hannover über Celle, Uelzen und Lüneburg Richtung Hamburg angegangen werden. Die Frage, wo zusätzliche Gleise und Umfahrungen eingerichtet werden, sorgt bereits für Diskussionen.

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