Konrad-Zwischenlager – Acht Bundesländer kann es treffen

Salzgitter.  Bis Ende 2019 soll der Standort für das Bereitstellungslager von Schacht Konrad stehen.

Im Vier-Schicht-Betrieb arbeiten derzeit etwa 1000 Menschen, um Schacht Konrad für die Atommüll-Endlagerung vorzubereiten.

Im Vier-Schicht-Betrieb arbeiten derzeit etwa 1000 Menschen, um Schacht Konrad für die Atommüll-Endlagerung vorzubereiten.

Foto: Bernward Comes

Voraussichtlich erst 2027 wird der erste Atommüll in Schacht Konrad bei Salzgitter eingelagert. Bei der Suche des Bereitstellungslagers für Konrad nimmt der Bund nun Fahrt auf. Laut Florian Pronold, Staatssekretär im Bundesumweltministerium, will der Bund noch dieses Jahr den Standort festlegen. „Die Bundesgesellschaft für Zwischenlagerung beabsichtigt, in diesem Jahr eine Entscheidung über den Standort für das Bereitstellungslager Konrad zu treffen.“ Das schreibt Pronold auf eine Anfrage des Bundestagsabgeordneten Hubertus Zdebel (Linke). Das Schreiben liegt unserer Zeitung vor.

Klar war bereits, dass der Standort höchstens etwa 150 bis 200 Kilometer von Schacht Konrad entfernt sein soll. Pronold griff die logistischen Anforderungen an den Standort noch einmal auf: „Es sollte zudem ausreichend Platz im und vor dem Lagergebäude für Transporte, Rangierfahrten und Inspektionen geben. Der Standort sollte möglichst bereits über einen Schienenanschluss verfügen.“

Der Staatssekretär ging aber nicht auf Zdebels Frage ein, ob Niedersachsen als Standort ausgeschlossen wird. Schließlich befindet sich hier neben Schacht Konrad auch noch das marode Atommülllager Asse. Der Atom-Experte der Linken-Fraktion im Bundestag zeigte sich enttäuscht: „So wird wieder einmal beim Umgang mit den radioaktiven Abfällen rumgetrickst, anstand mit offenen Karten zu spielen und die Bürger umfassend zu beteiligen.“

Es ist ausgeschlossen, dass es Salzgitter selbst treffen wird. Das Planfeststellungsverfahren für Schacht Konrad aus dem Jahr 2002 sieht ein solches Bereitstellungslager nicht vor. Das Verfahren zog sich Jahre hin, hätte ganz neu aufgerollt werden müssen.

Zwar will die Bundesgesellschaft für Zwischenlagerung weite Transportwege vermeiden. Da die Gesellschaft den Radius um Salzgitter mit bis 200 Kilometern aber recht weit gezogen hat , kommen gleich acht Bundesländer infrage: Das sind neben Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Hessen und Brandenburg auch Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern sowie Nordrhein-Westfalen. Es bleibt spannend.

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