Eltern und Kinder im Harz werden auf Umweltkrankheiten getestet

Goslar.  In Oker, Harlingerode und Göttingerode sollen bis zu 600 Personen auf mögliche Gesundheitsschäden getestet werden.

Belastete Äcker aus der Draufsicht: Der frühere Hüttenbetrieb hat die Flächen zwischen Harlingerode (unten rechts), Oker und Vienenburg nachhaltig geschädigt. Der Landkreis Goslar teilte am Mittwoch mit, dass bis zu 600 Einwohner auf Gesundheitsschäden getestet werden sollen. (Archivbild)

Belastete Äcker aus der Draufsicht: Der frühere Hüttenbetrieb hat die Flächen zwischen Harlingerode (unten rechts), Oker und Vienenburg nachhaltig geschädigt. Der Landkreis Goslar teilte am Mittwoch mit, dass bis zu 600 Einwohner auf Gesundheitsschäden getestet werden sollen. (Archivbild)

Foto: Landesamt / LGLN

Der Landkreis Goslar lässt Kinder und deren Eltern in den Ortschaften Oker, Harlingerode und Göttingerode auf mögliche Gesundheitsschäden durch Altlasten von Bergbau und Industrie testen.

Gesundheitsauswirkungen durch Cadmium und Blei?

Bis zu 600 Grundschüler und Erwachsene sollen an der Studie teilnehmen, teilte der Landkreis am Mittwoch mit. Geklärt werden soll, ob durch Cadmium und Blei verursachte Umweltbelastungen Auswirkungen auf die Gesundheit haben.

Mitte Februar hatte Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) angekündigt, dass die Boden- und Luftbelastungen in der Region genauer unter die Lupe genommen werden sollen.

Der Raum Oker-Harlingerode ist ein historisch gewachsener Standort von Industrieunternehmen. Diese haben nach Ministeriumsangaben bei ihren Gewinnungs- und Fertigungsprozessen Spuren in der Umwelt hinterlassen. Dies und die häufige Wahrnehmung von Gerüchen sowie in der Vergangenheit aufgetretene Überschreitungen von Emissionsgrenzwerten beunruhigten die Menschen.

Untersuchung soll rund fünf Monate andauern

Das Konzept für die vom Landkreis Goslar veranlasste Untersuchung wurde von Experten der Münchener Ludwig-Maximilian-Universität erarbeitet. Danach sollen Blut und Urin der Betroffenen untersucht und Fragen zum Gesundheitszustand beantwortet werden. Die Untersuchung soll rund fünf Monate dauern.

Nach Angaben des Landkreises Goslar hat eine Abfrage statistischer Daten bei niedergelassenen Ärzten in der Region zu deren häufigsten Diagnosen keine Auffälligkeiten zutage gefördert. Es gebe keine Anhaltspunkte, die auf eine Häufung von Beschwerden schließen lassen, die durch Umweltbelastungen verursacht wurden. dpa

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