Wegen Waldbrandgefahr: Harz wird aus der Luft überwacht

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Rund 20 Quadratmeter Waldfläche sind am Dienstagmittag an der Landstraße 600 zwischen Braunlage und Wieda in Brand geraten. Das Risiko soll nun auch durch Luftüberwachung gemindert werden.

Rund 20 Quadratmeter Waldfläche sind am Dienstagmittag an der Landstraße 600 zwischen Braunlage und Wieda in Brand geraten. Das Risiko soll nun auch durch Luftüberwachung gemindert werden.

Foto: Polizeiinspektion Goslar

Braunlage.  Dafür ist der Flugdienst des Landesfeuerwehrverbandes Niedersachsen zuständig. Die Feuergefahr im Harz ist dieses Jahr wetterbedingt besonders hoch.

Wegen wachsender Waldbrandgefahr werden die Wälder im Harz ab sofort auch aus der Luft überwacht. Der Flugdienst des Landesfeuerwehrverbandes Niedersachsen werde die Überwachung auch auf Sachsen-Anhalt ausdehnen, teilte das Umwelt- und Agrarministerium in Magdeburg am Freitag mit.

Landesforsten-Sprecher: Waldbrandgefahr im Harz in diesem Jahr hoch

„Die Waldbrandgefahr in diesem Frühjahr besonders hoch“, sagte der Sprecher der Niedersächsischen Landesforsten, Michael Rudolph. „Denn es ist extrem trocken.“ Seit Mitte März habe es im Harz kaum noch geregnet. Die viele Sonne und der anhaltende starke Wind hätten die Böden zusätzlich ausgetrocknet.

Trockene Gräser, die noch nicht von frischem Grün überwachsen sind, stellten eine zusätzliche Gefahr dar. In den Wäldern gebe es zudem viel abgestorbenes trockenes Gehölz.

Harz: Fehlverhalten der Besucher erhöht die Brandgefahr – zehn Vegaetations- und Waldbrände seit Mitte April

„Erschwerend kommt hinzu, dass angesichts der Corona-Krise immer mehr Menschen in die Wälder kommen“, sagte Forstsprecher Rudolph. Dabei komme es auch zu Fehlverhalten. Als Beispiel nannte er weggeworfene Zigaretten.

So war am Dienstag zum Beispiel in der Nähe eines Wanderparkplatzes nahe Braunlage ein Feuer ausgebrochen, dass nach Einschätzung der Polizei von einer glimmenden Kippe ausgelöst wurde. Nur weil die Feuerwehr schnell zur Stelle war, wurde ein größerer Waldbrand verhindert.

Nach Angaben des Landkreises Goslar wurden im Harz seit Mitte April bereits zehn Vegetations- und Waldbrände registriert.

Harz: Regenmangel macht sich auch in den Talsperren bemerkbar

Auch Goslars Kreisbrandmeister Uwe Fricke warnte angesichts der großen Trockenheit. „Obwohl uns die übliche Trockenperiode noch bevorsteht, ist die Situation schon jetzt im April absolut ernst zu nehmen. Mit jedem Tag, an dem der dringend benötigte Regen ausbleibt, wird es akuter“, erklärte er.

Auch in den Talsperren macht ich der ausbleibende Niederschlag bemerkbar. So war der Zulauf aus den Hochlagen in die sechs großen Stauseen im Westharz am Freitag rund viermal niedriger als die ohnehin schon geringe Wasserabgabe aus den Talsperren in die Unterläufe der Flüsse.

Nationalpark Harz bittet Besucher, auch kleine Anzeichen von Feuern zu melden

Dem Waldbrandgefahren-Index des Deutschen Wetterdienstes zufolge besteht am Wochenende im Harz ebenso wie in vielen anderen Teilen Niedersachsens eine mittlere, in Teilen der Lüneburger Heide eine sogar noch höhere Waldbrandgefahr.

Der Nationalpark Harz rief Besucher dazu auf, sehr wachsam zu sein und auch vermeintlich kleinere Anzeichen von Feuer sofort zu melden. Von eigenen Löschversuchen riet Goslars Kreisbrandmeister Fricke dagegen ab: „Waldbrände können schnell eine so große Geschwindigkeit entwickeln, dass die Flucht vor dem Feuer aussichtslos sein kann.“ dpa

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