27-Jähriger wegen Kindesmissbrauchs via Internet in U-Haft

Oldenburg.  Der Mann aus dem Landkreis Vechta soll sich in sozialen Netzwerken als Mädchen ausgegeben und so Kinder zu Nacktfotos verleitet haben.

Weil er in 18 Fällen Kinder sexuell missbraucht haben soll, sitzt ein 27-Jähriger aus Lohne im Landkreis Vechta seit Mittwoch in Untersuchungshaft. (Symbolbild)

Weil er in 18 Fällen Kinder sexuell missbraucht haben soll, sitzt ein 27-Jähriger aus Lohne im Landkreis Vechta seit Mittwoch in Untersuchungshaft. (Symbolbild)

Foto: Florian Kleinschmidt / Florian Kleinschmidt/BestPixels.de

Weil er in 18 Fällen Kinder sexuell missbraucht haben soll, sitzt ein 27-Jähriger aus Lohne im Landkreis Vechta seit Mittwoch in Untersuchungshaft. Er soll sich auch kinderpornografische Schriften verschafft und besessen haben, teilten Staatsanwaltschaft und Polizei Oldenburg mit. Ihm wird zudem Nötigung vorgeworfen.

Der 27-Jährige soll über verschiedene soziale Netzwerke Kontakt zu Kindern in Deutschland und Österreich aufgenommen und sich dabei meist als junges Mädchen ausgegeben haben. Dieses Erschleichen von Vertrauen mit dem Ziel sexueller Übergriffe nennt man Cybergrooming.

Aufforderung zu Nacktfotos

Zunächst soll er die Kinder dazu gebracht haben, ihm Nacktfotos von sich zu schicken, später soll er auch Bilder und Videos von sexuellen Handlungen verlangt haben. Wenn die Opfer dies verweigerten, soll er damit gedroht haben, die ihm bereits vorliegenden Nacktbilder in sozialen Netzwerken zu veröffentlichen. Es bestehe der Verdacht, dass noch weitere Kinder sexuell missbraucht worden seien, hieß es weiter.

Die Ermittler appellierten an Eltern, mit ihrem Nachwuchs über die Risiken des Internets und des Versendens persönlicher Daten und Fotos zu sprechen. Cybergrooming finde häufig in populären Online-Spielen oder -Portalen statt – die Wahrscheinlichkeit, dort auf Pädophile zu treffen, sei nicht gering.

Auf jeden Fall sollten sich Väter und Mütter sowie Fachkräfte als Vertrauenspersonen anbieten und nicht mit Strafen drohen. Die Fahnder wiesen zudem auf das umfangreiche Beratungsangebot zu diesem Thema im Internet hin. /dpa

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