Niedersachsens Nordseeküste richtet sich auf weitere Gäste ein

Cuxhaven.  Die Strände zwischen Emden und Cuxhaven füllen sich langsam, auch auf die ostfriesischen Inseln zieht es im „Corona-Sommer“ 2020 schon viele Urlauber.

Touristen sind bei schönem Wetter am Badestrand von Schillig.

Touristen sind bei schönem Wetter am Badestrand von Schillig.

Foto: Mohssen Assanimoghaddam / dpa

An der niedersächsischen Nordseeküste ist das erste große Sommerferien-Wochenende weitgehend entspannt angelaufen. Die Tourismusbranche erwartet in den kommenden Tagen und Wochen viele weitere Gäste, sobald nach NRW auch andere Länder in den Urlaub starten und wieder mehr Tagestouristen auf die Inseln dürfen.

Die Niedersachsen selbst müssen noch bis Mitte Juli auf den Beginn der Ferien warten. Zahlreiche Gäste aus anderen Regionen machten sich bereits am Samstag und Sonntag auf den Weg ans Meer. Auf den Autobahnen kam es zu Staus, die noch relativ überschaubar blieben. Der ADAC rechnet bald mit deutlich mehr Verkehr.

Fährbetreiber meldet gute Auslastung – Aussicht auf Tagestouristen

Der Fährbetreiber Norden-Frisia meldete für seine Verbindungen nach Norderney eine gute Auslastung. „Bisher kommen wir ganz gut klar und haben unseren Fahrplan schon verdichtet“, hieß es am Sonntag. Die Zahl der Kunden dürfte demnächst zunehmen: „Ab Mittwoch wird es interessant, wenn es wieder Tagestouristen gibt.“ Der Kreis Aurich hatte es Spontanausflüglern in der Corona-Krise vorläufig untersagt, auf die Insel zu kommen. Zum 30. Juni läuft diese Verfügung aus.

Um Ansteckungsrisiken zu minimieren, gilt für mehrere Einkaufsstraßen auf Norderney weiter die Pflicht, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Diese soll zunächst bis zum 19. Juli gelten. Betroffen sind die Strandstraße, die Poststraße, die Friedrichstraße zwischen Heinrich- und Bismarckstraße sowie die Schmiedestraße.

Mehr lesen: Siebenschläfer- Was sagt der Tag über unseren Sommer aus?

Die Maßnahme wurden auch damit begründet, dass man im Fall gehäufter Infektionen die medizinische Versorgung sicherstellen müsse. Diese sei auf dem Festland besser möglich. Wegen der hohen Zahl touristischer Gäste herrsche in den Straßen dichtes Gedränge – was dazu führe, dass der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht immer eingehalten werden könne.

Reichlich Betrieb war auch im Nordseebad Dangast. „Nicht zu 100 Prozent, aber die touristischen Zahlen sind gut“, sagte Kurdirektor Johann Taddigs am Samstag. Die Einhaltung der Corona-Regeln funktioniere. An den Stränden seien die Strandkörbe auf drei Meter auseinandergerückt. Taddigs begrüßte die Attest-Regelung für Urlauber aus Risikogebieten wie den nordrhein-westfälischen Kreisen Gütersloh und Warendorf: „Ich bin dankbar, dass jetzt eine vernünftige Regelung gefunden wurde, die für Schutz sorgt und auch umsetzbar ist.“

Meiste Sommerurlauber in Niedersachsen kommen aus NRW

Aus Nordrhein-Westfalen kommen die meisten Sommerurlauber in Niedersachsen. In dem bevölkerungsreichsten Bundesland war am Freitag der letzte Schultag. Etwas Sorge bereitete Taddigs der Tagestourismus: „Wir hoffen, dass an den Wochenenden die Welle nicht zu hoch schwappt.“ Dangast zählt pro Jahr rund 700.000 Übernachtungen und etwa 250.000 Tagesgäste.

Im Küstenort Schillig im Kreis Friesland war der weiße Sandstrand am Wochenende gut besucht, aber nicht überlaufen. Viele Strandkörbe blieben noch geschlossen. Der Campingplatz war dagegen nahezu voll.

Mehr erfahren: Corona verändert Reisen „epochal“- Das hat Vorteile

Die Stadt Cuxhaven hatte Urlaubern aus Gütersloh und Warendorf ohne Nachweis über einen negativen Corona-Test den Strandbesuch untersagt. Zurückweisungen habe es bislang nicht gegeben, hieß es am Samstag bei der für den Kur- und Strandbetrieb zuständigen Nordseeheilbad Cuxhaven GmbH. Die Strände seien aufgrund des Wetters gut besucht.

ADAC: Ab Mitte Juli wird aus voller auf Autobahnen – „Auto Reisemittel Nummer eins“

Der ADAC meldete mehrere längere Staus auf niedersächsischen Autobahnen. Betroffen war unter anderem die A1 von Hamburg in Richtung Osnabrück bei Bremen. Auch rund um Hamburg war es wegen Bauarbeiten eng auf den Straßen. „Am Sonntag war es nicht so kritisch, jedenfalls noch nicht das große Chaos“, sagte eine ADAC-Sprecherin. „Spätestens ab Mitte Juli wird es voller“ – zumal das Auto in der Pandemie wohl das „Reisemittel Nummer eins“ bleibe.

Das warme Sommerwetter vom Samstag legte am Sonntag in weiten Teilen Niedersachsens erst einmal eine Pause ein. Es wurde deutlich kühler. Seit Samstagabend gab es zudem teils heftige Gewitter und starkem Niederschlag – vor allem im Nordwesten. Die Feuerwehr rückte zu etlichen Einsätzen aus. Keller liefen voll, Äste fielen von Bäumen.

Mehr lesen: Jugendkommission fordert mehr Angebote in den Sommerferien

Oder auch: Vibrionen in Ostsee und Nordsee- So gefährlich sind sie

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder