Super-Wahljahr 2021

Bürgermeister-Kandidaten für die SG Hattorf beantworten 8 Fragen

| Lesedauer: 7 Minuten
Henning Kunstin (CDU, links) und Rolf Hellwig (parteilos) stellen sich zur Bürgermeisterwahl 2021 in der Samtgemeinde Hattorf.

Henning Kunstin (CDU, links) und Rolf Hellwig (parteilos) stellen sich zur Bürgermeisterwahl 2021 in der Samtgemeinde Hattorf.

Foto: Privat / HK-Montage

Hattorf.  Vor der Bürgermeisterwahl am 12. September in der Samtgemeinde Hattorf haben wir den Kandidaten Fragen zu mehreren Themen gestellt. Ihre Antworten.

Am Sonntag, dem 12. September, wird in der Samtgemeinde Hattorf ein neuer Bürgermeister gewählt. Unsere Zeitung hat im Vorfeld beide Kandidaten zu verschiedenen kommunalpolitischen Themen befragt. Für die schriftlichen Antworten wurde jeweils die gleiche Zeichenanzahl vorgegeben. Die Veröffentlichung der Antworten erfolgt nach der Reihenfolge der Nachnamen laut Alphabet.

Was wären für Sie die wichtigsten Aufgaben bzw. Baustellen als Bürgermeister für 2022, also im ersten Jahr im Amt? Was würden Sie sich vornehmen?

Rolf Hellwig (parteilos): Allem voran wird die Planung und Umsetzung für den Neubau des Feuerwehrhauses Wulften stehen. Darüber hinaus möchte ich mit den Gemeinden und dem Landkreis eine bedarfsgerechte Lösung für die fehlende Nachmittagsbetreuung der Grundschulkinder finden.

Henning Kunstin (CDU): Reaktivierung der Sirenen in der Samtgemeinde, Neubau des Feuerwehrhauses in Wulften, transparentes Konzept, wie die Anforderungen an die Ausstattung der Feuerwehren finanziert werden können, Wasserversorgung: Leitungsrohrbrüche und hohe Wasserverlusten abstellen.

In Hattorf besteht große Nachfrage nach Bauplätzen, die Gemeinde Wulften lockt junge Familien mit einem Förderprogramm für leerstehende Immobilien. Welche Ideen haben Sie für den Themenkomplex Bauen und Wohnen in der Samtgemeinde, auch was Bauland, Immobilienpreise und Leerstände in Ortskernen angeht?

Rolf Hellwig: Die Entwicklung neuer Bauflächen wird in allen Gemeinden diskutiert werden müssen, da so gut wie keine Leerstände oder verfügbare Baulücken vorhanden sind, dabei muss der Bau von bezahlbaren Mietwohnungen unterstützt und vorangetrieben werden.

Henning Kunstin: Es gibt kaum Leerstände und Preise regeln sich über Angebot und Nachfrage. Zur Bedarfsdeckung sollten die eingeleiteten Schritte mit dem Baugebiet Oderpark in Hattorf weitergeführt werden, vor allem müssen Baugebiete in Elbingerode, Hörden und Wulften erschlossen werden.

Unter den Räten der Mitgliedsgemeinden und teilweise innerhalb der Fraktionen im Samtgemeinderat schwelt seit längerem ein Konflikt um die Finanzbeziehungen. Die kleinste Gemeinde Elbingerode hat anhaltende Probleme, einen ausgeglichenen Haushalt aufzustellen. Welche Haltung haben Sie in dieser Angelegenheit?

Rolf Hellwig: Die Samtgemeinde ist eine Solidargemeinschaft, ohne gegenseitige Unterstützung zerbricht diese Gemeinschaft. Elbingerode ist nicht durch Eigenverschulden in diese Situation geraten, daher müssen wir gemeinsam eine dauerhafte Lösung finden.

Henning Kunstin: Die Finanzbeziehungen müssen so aufgestellt werden, dass mehr Mittel in den Gemeinden bleiben, z.B. durch Senkung der Samtgemeindeumlage. Auch die Senkung der Kreisumlage hilft. Den Gemeinden muss Luft zum Atmen bleiben, notwendige Investitionen müssen möglich sein.

Für eine kleine Kommune ist es mitunter schwierig, ihre Aufgaben zu bewältigen, vor allem auch in finanzieller Hinsicht, und Fachpersonal zu finden. Die Samtgemeinde ist bereits eine Kooperation mit der SG Gieboldehausen eingegangen. Sehen Sie weitere Möglichkeiten für interkommunale Zusammenarbeit (IKZ) oder sollte die SG Hattorf versuchen, so eigenständig wie möglich zu bleiben?

Rolf Hellwig: Interkommunale Zusammenarbeit funktioniert, wenn alle Partner einen „Gewinn“ haben und hilft, die Eigenständigkeit zu erhalten. Wenn diese Voraussetzung erfüllt ist, werden wir in weiteren Bereichen mit Nachbarn vertrauensvoll zusammenarbeiten.

Henning Kunstin: Die Eigenständigkeit von Samtgemeinde und Mitgliedsgemeinden steht für mich seit Beginn meiner Ratstätigkeiten an erster Stelle und ist zu erhalten. Die Möglichkeiten der IKZ wird weiter wichtig sein und sollte in alle Richtungen geprüft und ausgebaut werden.

Wie kann die Verwaltung die ansässigen Betriebe und Gewerbetreibende stärker unterstützen, gerade um die Corona-Krise zu überwinden?

Rolf Hellwig: Der Verwaltung allein sind hier weitgehend die Hände gebunden. Wir alle müssen uns wieder auf die örtlich vorhandenen Betriebe besinnen und die Angebote unserer Gewerbetreibenden nutzen, statt zu versuchen, alles online von der Couch aus zu bestellen.

Henning Kunstin: Seitens der Verwaltung kann eine Vermittlung von Ideen und Möglichkeiten für Wirtschaftsförderungen und Förderprogrammen gestellt werden. Es sollte Austausch mit den Gewerbetreibenden über das, was benötigt wird, geben. Gute Kontakte zu Abgeordneten können helfen.

Natur- und Klimaschutz sind Themen, um die sich auch eine Kommune heutzutage kümmern muss. Wie steht die Samtgemeinde Hattorf da Ihrer Ansicht nach da, wo gibt es Nachholbedarf und was kann eine Kommune überhaupt in dieser Sache unternehmen?

Rolf Hellwig: Wir haben schon viel erreicht und unseren Energieverbrauch reduziert. Natürlich sind wir da noch nicht am Ende. Zukünftig müssen wir unsere Energie weitgehend selbst erzeugen. Spätestens 2030 sollten wir es erreicht haben, klimaneutral zu sein.

Henning Kunstin: Naturschutz findet in der Samtgemeinde bereits auf vielfältige Weise statt, in allen Gemeinden sind Vereine und Verbände zur Pflege der Umwelt aktiv. Beim Klimaschutz können wir uns verbessern durch mehr Nutzung regenerativer Energien, z.B. Elektromobilität.

Die Pläne für neue Windkraftanlagen besorgen viele Bürger, doch ganz und auf Dauer lassen die sich kaum verhindern. Wie stehen Sie zur Windenergie vor der eigenen Haustür und sehen Sie Möglichkeiten, wie die Kommune und die Einwohner direkt profitieren könnten?

Rolf Hellwig: Windenergie ist ein unbedingt notwendiger Bestandteil der Energiewende. Es müssen Wege gefunden werden, wie Einwohner den vor Ort erzeugten Strom günstiger erhalten können und die finanzielle Beteiligung der Standortkommunen muss verbindlich werden.

Henning Kunstin: Ich befürworte den Ausbau regenerativer Energien, vor allem Photovoltaikanlagen auf Gebäuden. Die Kommune kann über Gewerbesteueranteile direkt von der Windenergie profitieren. Das muss von Anfang an mit dem Windenergiebetreiber offen besprochen werden.

Können Sie uns in wenigen Worten beschreiben, wie Sie sich die Samtgemeinde am Ende Ihrer Amtszeit vorstellen? Was wollen Sie erreicht haben, was ist Ihre Vision? Woran wollen Sie sich messen lassen?

Rolf Hellwig: Am Ende meiner Amtszeit sehe ich wirtschaftlich leistungsfähige Kommunen. Haupt- und ehrenamtliche Strukturen sind über alle Gemeinden so vernetzt, dass Angebote für alle Einwohner – ob Sport, Kultur oder gesellschaftlich – vorhanden und erreichbar sind.

Henning Kunstin: Die Samtgemeinde soll auch zukünftig liebens- und lebenswert sein, eine Heimat zum Wohlfühlen. Wir sollten uns offen für Zuzug von Menschen und Gewerbe zeigen. Als Bürgermeister will Ansprechpartner für die Menschen sein, eine offene und transparente Verwaltung führen.

Das sind die Kandidaten für die Bürgermeister-Wahl 2021 in der Samtgemeinde Hattorf:

Rolf Hellwig (parteilos, Wahlvorschlag der SPD), Alter: 56 Jahre, Wohnort: Hattorf am Harz, Familienstand: verheiratet, 2 Kinder, Beruf: Samtgemeindebürgermeister, vorher Rechtsanwalt, Verwaltungsfachangestellter, Hobbys: Lesen, Familie, Spaziergänge mit dem Hund, früher Fußball

Henning Kunstin (CDU), Alter: 39 Jahre, Familienstand: ledig, Wohnort: Hörden am Harz, Beruf: Industriekaufmann bei Smurfit Kappa Herzberg Solid Board, Hobbys: „Ehrenamt“ und „Dorfleben“, Freizeit- und Breitensport, Fußball, 1. Vorsitzender des Turnverein Hörden, Kommunalpolitik

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