Unwetter in Italien: Venedig steht weiterhin unter Wasser

Berlin.  Mehrere Menschen starben aufgrund von Unwettern und Überschwemmungen in Südeuropa. Venedig stand auch an Heiligabend noch unter Wasser.

Regen, Starkregen, Dauerregen? So heißt das, was da runterkommt

Regenwetter: So definieren Wissenschaftler Regen, Starkregen, Dauerregen und Sprühregen.

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  • Auch an Heiligabend brauchten Touristen in Venedig Gummistiefel: Das Hochwasser hält an
  • Erneut kam es in der Lagunenstadtwegen heftiger Regenfälle zu Überschwemmungen
  • Bereits im November war die Stadt überflutet, nachdem es tagelang geregnet hatte
  • Nicht besser sieht es in anderen Regionen des Landes aus: Auch hier kam es aufgrund des Unwetters zum Chaos und sogar Toten

Für Touristen, die darauf gehofft hatten, ein paar schöne Weihnachtstage in Venedig zu verbringen, gab es auch an Heiligabend keine Entwarnung. Das Hochwasser hielt an. Am Dienstagmorgen betrug der Wasserhöchststand 139 Zentimeter über dem normalen Meeresspiegel. Das waren zwar fünf Zentimeter weniger als am Montag. Dennoch stehen weiter bedeutende Teile des Zentrums unter Wasser. Am frühen Morgen tönten noch einmal die Alarmsirenen.

Immerhin ging der Pegel leicht zurück: Noch am Montag erreichte das Wasser einen Höchststand von 144 Zentimetern über dem Meeresspiegel.

Das Ausmaß der Schäden ist noch nicht absehbar. Fest steht: Die Lagunenstadt leidet massiv unter den wiederkehrenden Überflutungen. Bereits am Wochenende waren 30 Prozent der Stadt überflutet. Ab 140 Zentimetern gilt der Wasserstand als außergewöhnlich.

Venedig-Hochwasser: Unwetter in Italien sorgen für Chaos

Das Hochwasser ist die Folge von schweren Unwettern, die am Wochenende weite Teile Italiens heimgesucht haben. Auch anderswo in Italien kam es zu Gewittern, starken Winden und Regen – und in deren Folge zu Erdrutschen. Mindestens drei Menschen kamen ums Leben.

Das erneute Hochwasser kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Venedig immer noch unter den Folgen des Hochwassers leidet, das Mitte November fast das ganze historische Zentrum überflutet hatte. Damals erreichte das Wasser 187 Zentimeter über dem normalen Meeresspiegel.

Venedig-Touristen bleiben weg

Die Folgen: Der Markusdom wurde im November mit Salzwasser überflutet. Touristen warteten durch die Wassermassen, provisorische Wege wurden zum Überqueren des Markusplatzes aufgebaut, Cafés und Restaurants wurden geflutet.

Der Markusplatz muss nun neu gepflastert werden, wie die Tageszeitung „La Nuova Venezia“ berichtete. Die Folge für den Tourismus: 45 Prozent der Reservierungen wurden storniert, berichtete der venezianische Hotelverband.

Italien von Unwettern heimgesucht

Auch in anderen Regionen sind die Folgen der Unwetter dramatisch: In der Region Friaul-Julisch Venetien im Nordosten wurde ein Autofahrer getötet, als er mit seinem Wagen auf eine überflutete, für den Verkehr gesperrte Straße fuhr und in die Fluten geriet.

In Firenzuola nahe Florenz starb ein Mann, der mit seinem Motorrad in einen Fluss gestürzt war. Seine Leiche wurde mehrere Kilometer vom Unfallort entfernt gefunden. In Neapel im Südwesten des Landes wurde ein Mann von einem umkippenden Baum getötet.

Unwetter auch in Neapel

Vor der Südwestküste der Mittelmeerinsel Sardinien strandete in der Nacht zum Sonntag ein Schiff. Rettungsleute mussten der 12-köpfigen Crew nahe der kleinen Insel Sant’Antioco zu Hilfe kommen.

An der Amalfiküste südlich von Neapel war es am Samstagabend im Dorf Cetara zu einem Erdrutsch gekommen. Ein Hotel, in dem eine Hochzeitsfeier mit 200 Gästen stattfand, wurde dabei von der Umwelt abgeschnitten. Feuerwehrleute mussten durch die Schlammmassen einen Zugang bahnen.

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In diesem Jahr wird Italien häufiger als in den vergangenen Jahren von Unwettern getroffen. Vor allem im Juli sorgten gleich mehrere Gewitter für Chaos in vielen Regionen.

Unwetter sorgen in Südeuropa seit einigen Wochen für Schlagzeilen. Zuletzt hatte es Anfang Dezember erhebliche Überschwemmungen auf Mallorca gegeben. Zudem war im November Österreich von einem Schnee-Chaos getroffen worden, in Frankreich forderten Unwetter mehrere Menschenleben. (dpa/ses/jkali)

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