RKI-Chef Wieler: Noch nicht von Entspannung auszugehen

Die Coronavirus-Pandemie hat die Welt weiter fest im Griff. Die Zahl der Infektionen steigt weiter. Alles Wichtige im Newsblog.

So können Sie Ostern online und per Fernsehen feiern

Auch Kirchen sind wegen des Coronavirus für Veranstaltungen geschlossen. Viele Gläubige müssen Ostern erstmals zu Hause feiern. Doch katholische Messen und evangelische Gottesdienste laufen in ARD, ZDF und Livestreams.

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  • Die Coronavirus-Pandemie bestimmt das Leben der Menschen weltweit – für Milliarden gelten Beschränkungen, um die Ausbreitung zu verlangsamen
  • Erste Erkenntnisse der Heinsberg-Studie liegen vor – Forscher: Lockerung des Shutdowns sind jetzt möglich
  • Das Münchner Oktoberfest steht wegen der Coronavirus-Krise auf der Kippe
  • Die Bundestagsabgeordneten wollen offenbar auf die geplante Diäten-Erhöhung verzichten
  • Der mit dem Coronavirus infizierte britische Premierminister Boris Johnson liegt weiter auf der Intensivstation, ist aber offenbar in stabilem Zustand
  • In Deutschland sind nach unseren Recherchen inzwischen mehr als 113.000 Coronavirus-Infektionen nachgewiesen und mehr als 2300 Tote gezählt worden
  • Bundeskanzlerin Angela Merkel nennt weiter keinen möglichen Termin für eine Lockerung der Beschränkungen im öffentlichen Leben
  • Ärztepräsident Klaus Reinhardt rechnet nicht damit, dass 2020 normaler Sommerurlaub möglich sein wird

Berin. Die Coronavirus-Pandemie bestimmt weiter das Leben von Milliarden Menschen – und sorgt für Millionen Christen auf der Welt für eine beispiellose Karwoche. In vielen Ländern sind Gottesdienste mit Teilnehmern in Kirchen verboten, der Papst wird die Ostermesse ohne Gläubige im Petersdom und auf dem Petersplatz feiern.

„Wir werden ein anderes Osterfest erleben als je zuvor“, sagt auch Angela Merkel – und warnte die Deutschen vor Kurzreisen am Osterwochenende. Auch innerhalb Deutschlands „ob an die See oder in die Berge oder zu Verwandten“ könne es die in diesem Jahr nicht geben, sagte die Bundeskanzlerin in ihrem wöchentlichen Podcast.

Der mit dem Coronavirus infizierte britische Premierminister Boris Johnson liegt seit Tagen auf der Intensivstation. Inzwischen schlage die Behandlung des 55-Jährigen aber an, teilte die Regierung am Mittwoch mit.

In Deutschland sind inzwischen mehr als 113.000 Coronavirus-Infektionen nachgewiesen worden. Unsere interaktive Karte zeigt die Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland, Europa und der Welt:

Donnerstag, 9. April 2020: Lockerung der Coronavirus-Maßnahmen laut Heinsberg-Forschern möglich

15.26 Uhr: Die Pressekonferenz von Angela Merkel zur aktuellen Coronavirus-Lage in Deutschland nehmen wir zum Anlass, den Newsticker zu wechseln. Alle weitere Nachrichten finden Sie in unserem neuen Coronavirus-Newsticker.

14.56 Uhr: Auf Mallorca gibt es nur noch wenige Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Die Total-Abschottung der Baleareninsel scheint Wirkung zu zeigen. Dürfen Touristen bald wieder nach Mallorca?

14.24 Uhr: Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU), Familienministerin Franziska Giffey (SPD) und RKI-Chef Lothar Wieler haben am Donnerstagnachmittag in einer Pressekonferenz neue Informationen zum Verlauf der Corona-Pandemie in Deutschland vorgestellt. Den neuen Zahlen des RKI zufolge sind 108.202 Corona-Fälle bekannt, etwa 50.000 Patienten gelten als geheilt.

Dennoch will RKI-Chef Wieler noch keine Entwarnung geben: Die Zahl der Neuinfektionen sei mit rund 5000 von Mittwoch auf Donnerstag erneut gestiegen. Schwankungen seien natürlich, von einer Entspannung könne man aber noch nicht wirklich ausgehen.

Auch Giffey und Spahn appellierten besonders über das kommende Osterwochenende an die Verantwortung der Bevölkerung. Spahn bezeichnete Ostern als „Weggabelung“: Wenn jetzt nachlässig gehandelt werde, sei eine Verlängerung der Maßnahmen möglich. „Verzicht tut weh“, so Spahn. Aktuell sei dies aber noch notwendig.

Corona-Krise: Kanzlerin Merkel lehnt Corona-Bonds erneut ab

13.51 Uhr: Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Corona-Bonds mit einer gemeinsamen Verschuldung der EU-Mitgliedsstaaten im Kampf gegen die Folgen der aktuellen Krise erneut klar abgelehnt. Nach Angaben von Teilnehmern sagte Merkel in einer Sondersitzung der Unionsfraktion per Videokonferenz, man müsse angesichts der Bewährungsprobe, vor der Europa in der Corona-Krise stehe, Solidarität zeigen.

Andere Teilnehmer berichteten, die Kanzlerin habe sich sehr offen auch für finanzielle Solidarität Deutschlands gezeigt - für eine gemeinsame Verschuldung über sogenannte Corona-Bonds fehle aber eine „politische Union“, sagte sie demnach.

Die Euro-Gruppe will am Nachmittag die zwischenzeitlich unterbrochenen Verhandlungen über ein Rettungspaket im Wert von rund 500 Milliarden Euro wieder aufnehmen. Es soll drei Elemente umfassen: einen Garantiefonds der Europäischen Investitionsbank EIB für Unternehmenskredite, das von der EU-Kommission angedachte Kurzarbeiter-Programm namens „Sure“, das in der Krise Jobs sichern soll, sowie vorsorgliche Kreditlinien des Eurorettungsschirms ESM für besonders betroffene Staaten.

13.25 Uhr: Bernadien Eillert, die Frau von Arjen Robben (36), ist zwischenzeitlich positiv auf das Coronavirus getestet worden. Dies verriet der frühere Offensiv-Star des FC Bayern München im Podcast des deutschen Fußball-Rekordmeisters. Robbens Frau habe Symptome gehabt wie Probleme beim Atmen.

„Das war absolut kein schönes Gefühl“, sagte er. „Ich bin ganz glücklich, dass es nicht zu schlimm geworden ist.“ Seine Frau sei „zum Glück jetzt wieder negativ getestet“. Zwischenzeitlich war die gesamte Familie Robben in häuslicher Quarantäne. Der ehemalige Profi selbst und seine Kinder wurden negativ auf das Virus getestet.

13.05 Uhr: NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat sich dafür ausgesprochen, das öffentliche Leben nach Ostern behutsam in eine „verantwortbare Normalität“ zurückzuführen. „Es wird nichts mehr sein wie vorher“, sagte Laschet in einer Unterrichtung des Landtags zu ersten Zwischenergebnissen der Heinsberg-Studie zur Verbreitung des Coronavirus. „Aber es wird so viel wie möglich von unseren Freiheiten wieder entstehen – in neuer Rücksichtnahme, neuer Verantwortung und in Distanz.“

Die Rückkehr in die Normalität werde er kommende Woche nach Ostern auch mit den Ministerpräsidenten der Länder und mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) erörtern, sagte Laschet. Die Lockerung der Corona-Auflagen werde „behutsam“ und „nicht mit einem Schlag“ gehen. „Aber dass wir nach Ostern diesen Versuch wagen sollten, davon bin ich überzeugt.“

Söder: Corona-Strategien der Bundesländer müssen nicht deckungsgleich sein

13.00 Uhr: Nach der heutigen Sitzung des Corona-Kabinetts will sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) um 15.30 Uhr im Kanzleramt äußern. Worüber genau die Kanzlerin sprechen wird, war noch nicht bekannt.

12.48 Uhr: Die Strategien der Bundesländer für den Weg aus dem Corona-Ausnahmezustand müssen nach Ansicht von Bayerns Regierungschef Markus Söder nicht zwingend komplett deckungsgleich sein. „Tatsächlich ist die Situation regional unterschiedlich – in Bayern und Baden-Württemberg ist sie anders als in Mecklenburg-Vorpommern oder Schleswig-Holstein“, sagte der CSU-Chef in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur in München.

Im Norden sei von Anfang an das Infektionsgeschehen deutlich niedriger gewesen. „Insofern muss auch das gemeinsame Konzept in Deutschland den unterschiedlichen Situationen gerecht werden. Es sollte so viel gemeinsam geschehen wie möglich. Leider scheren jetzt schon einzelne Länder aus. Wir sollten aber in Deutschland eine Linie behalten“, betonte Söder. Generell müsse ohnehin abgewartet werden, ob sich die Zahlen weiter stabilisieren.

Forscher: Babys könnten sich bereits im Mutterleib mit Coronavirus infizieren

12.26 Uhr: Die Corona-Krise trifft die deutsche Wirtschaft und die Arbeitnehmer: Unternehmen schicken Millionen Mitarbeiter mangels Beschäftigung in Kurzarbeit. Viele hatten über die Osterferien Urlaub genommen und sich auf erholsame Tage gefreut. Lesen Sie hier: Was bedeutet Kurzarbeit für meinen Urlaub?

12.05 Uhr: Eine Übertragung des Coronavirus auf Babys im Mutterleib ist Hinweisen aus China zufolge denkbar. Das schreiben chinesische Wissenschaftler um Zhi-Jiang Zhang von der Universität Wuhan im „European Respiratory Journal“. Sie hatten unter allen rund 81.000 Infektionen, die bis Mitte März in China gemeldet wurden, vier infizierte Neugeborene ausfindig gemacht.

In allen vier Fällen traten bei den Babys nur leichte Symptome auf, bei denen keine Intensivpflege oder künstliche Beatmung erforderlich war. Die Mütter waren ebenfalls infiziert, drei davon zeigten unmittelbar vor der Geburt Symptome von Covid-19.

Alle Kinder kamen per Kaiserschnitt zur Welt, sie konnten sich also nicht während einer Vaginalgeburt bei der Mutter angesteckt haben. Drei der Babys wurden direkt nach der Geburt von ihren infizierten Müttern getrennt und auch nicht gestillt, sondern isoliert. Zudem waren die Zeitspannen zwischen Geburt und Infektionsnachweis sehr kurz. Die Forscher schreiben: „Die Ergebnisse dieser Studie deuten darauf hin, dass das Virus in der Gebärmutter übertragen werden kann.“ Allerdings könnten andere Übertragungswege auch nicht ganz ausgeschlossen werden.

RKI meldet neue Coronavirus-Fallzahlen

11.42 Uhr: Der Virologe Hendrick Streeck fasste bei einer Pressekonferenz in Düsseldorf das Vorgehen und die Ergebnisse der Heinsberg-Studie zusammen. Mehr als 1000 Einwohner der Gemeinde Gangelt haben teilgenommen. In der Stichprobe wurde eine Infektionsrate von 15 Prozent in der Gemeinde nachgewiesen. Die Letalität liegt demnach bei 0,37 Prozent. Das ist deutlich niedriger als die Angabe der Johns-Hopkins-Universität, die von einer Letalität von 1,89 Prozent ausgeht. Laut Streeck sind Menschen, die eine Coronavirus-Infektion überstanden haben, immun gegen den Erreger. Dies bedeute auch, dass 15 Prozent der Bevölkerung der Gemeinde Gangelt immun seien.

Außerdem unterstützt der Virologe die Vier-Phasen-Strategie der Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene. Man habe erfolgreich die erste Phase hinter sich gebracht: die der „gesellschaftlichen Quarantänisierung“. Nun sei es Zeit, in die zweite Phase einzutreten: die beginnende Rücknahme der Quarantänisierung. Aber auch während dieser zweiten Phase – also unter Rücknahme der Quarantänisierung – müssten Risikogruppen weiter verstärkt geschützt werden, so die Forscher. Das würde beispielsweise bedeuten, dass Besuche in Altersheimen weiterhin nur eingeschränkt oder gar nicht möglich sind. Mehr dazu hier: Forscher der Heinsberg-Studie: Shutdown-Lockerung möglich

Heinsberg Protokoll will den Corona-Ausbruch rekonstruieren
Heinsberg Protokoll will den Corona-Ausbruch rekonstruieren

10.55 Uhr: In der Corona-Krise suchen viele Gläubige Gottesdienst-Angebote im Internet. Die evangelische Pfarrerin Theresa Brückner hält Predigten auf Youtube. Sie sagt: Es reicht nicht, einen Gottesdienst einfach ins Digitale zu übertragen. Hier das Interview: Digital-Pfarrerin: „Im Kinderzimmer die Predigt aufgenommen“

10.40 Uhr: In Deutschland sind nach Recherchen unserer Redaktion bis Donnerstagvormittag mindestens 113.296 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden. Die Uhrzeit, wann ein neuer Tagesstand gemeldet wird, variiert von Bundesland zu Bundesland. Zudem melden einige der Bundesländer ihre Zahlen jeweils nicht immer zur gleichen Uhrzeit.

Mindestens 2349 mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben. Mehrere Deutsche starben im Ausland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldete 108.202 bestätigte Infektionen – 4974 mehr als am Vortag. Laut RKI gibt es 2107 Todesfälle. Nach Schätzungen des RKI haben in Deutschland rund 46.300 Menschen die Infektion überstanden.

Jens Spahn ist für erste Lockerungen der Corona-Maßnahmen

9.50 Uhr: Nach Hinweisen auf einen Betrugsverdacht hat das Land Nordrhein-Westfalen die Zahlung der Corona-Soforthilfe für Soloselbstständige und Kleinstbetriebe vorerst gestoppt. Das nordrhein-westfälische Wirtschaftsministerium teilte mit, es sei bereits am Dienstag nach Hinweisen auf Fakewebseiten Strafanzeige wegen Betrugs erstattet worden. In Abstimmung mit dem Landeskriminalamt (LKA) sei am Mittwochabend der Stopp verfügt worden.

Demnach hatte das LKA festgestellt, dass die Betreiber der in Suchergebnissen im Internet prominent platzierten Fakewebseiten mit gefälschten Antragsformularen Daten abfischten und diese mutmaßlich für kriminelle Machenschaften nutzten. Das Land habe daraufhin die Bezirksregierungen angewiesen, die weitere Auszahlung der Gelder auszusetzen. In den kommenden Tagen werde die Ermittlergruppe ihre Recherchen fortsetzen, um betrügerische Anträge zu identifizieren.

Kleinunternehmen und Selbstständige können dem Ministerium zufolge aber weiter die Soforthilfe beantragen. Es solle dafür aber ausschließlich die offizielle Internetseite genutzt werden. Das Ministerium will zeitnah über die weitere Entwicklung informieren. Antragsteller, die auf ihre Überweisung warten, wurden um Geduld gebeten.

8.01 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hält erste Lockerungen der Restriktionen in der Corona-Krise nach den Osterferien für möglich. Bei den Infektionszahlen sei ein „positiver Trend“ zu beobachten, der sich aber noch „verstetigen“ müsse, sagte Spahn dem „Handelsblatt“ (Donnerstagsausgabe). Voraussetzung möglicher Schritte in Richtung Normalität sei, dass sich sich die Bevölkerung auch über die Osterfeiertage an die Alltagsbeschränkungen halte.

Sollte die derzeitige positive Entwicklung bei den Infektionszahlen anhalten, werde die Bundesregierung mit den Regierungschefs der Bundesländer „über eine schrittweise Rückkehr zur Normalität nach den Osterferien reden können“, sagte Spahn. In einem freiheitlichen Rechtsstaat könnten weitreichende Einschränkungen von Grundrechten „nur so lange funktionieren, wie sie verstanden und akzeptiert werden“. Deshalb sei es nicht nur wichtig, das Handeln gut zu begründen, sondern auch „eine Perspektive aufzuzeigen“.

Spahn betonte, dass die Dauer der Kontaktsperren und anderen Alltagseinschränkungen vom Verhalten der Bürger abhänge: „Mit entsprechender Vorsicht ist mehr Normalität bald wieder möglich.“ Fest stehe aber auch, dass es bei Großveranstaltungen wie etwa Fußballspielen noch längere Zeit dauern werde, bis wieder Normalität einkehre.

Coronavirus: Mehrheit hält Lockerung der Maßnahmen für zu früh

7.59 Uhr: Eine Mehrheit von rund 56 Prozent der Bürger hält eine Lockerung der einschneidenden Beschränkungen im Alltagsleben wegen des Coronavirus ab 20. April für zu früh. Das hat eine repräsentative Civey-Umfrage für das Magazin „Business Insider“ ergeben, die am Donnerstag veröffentlicht wurde. Danach halten knapp 30 Prozent Lockerungen vom 20. April an für angemessen, lediglich 9,4 Prozent für zu spät.

Die aktuellen Einschränkungen des öffentlichen Lebens sind vorerst bis zum 19. April befristet. Bundeskanzlerin Angela Merkel will am 15. und am 19. April mit den Ministerpräsidenten der Länder darüber beraten, wie es weitergehen soll.

Wie die Civey-Umfrage ergab, sollten aus Sicht der Befragten zuerst Geschäfte sowie Schulen und Kitas wieder geöffnet werden, gefolgt von Friseursalons, Spielplätzen, Restaurants/Cafés, Kirchen, Museen und Fitnessstudios.

6.52 Uhr: Die Afrikanische Entwicklungsbank hat zehn Milliarden US-Dollar (9,2 Milliarden Euro) für den Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie auf dem Kontinent zur Verfügung gestellt. Die Bank werfe „ihr ganzes Gewicht“ in die Waagschale, um Afrika in dieser schwierigen Zeit zu helfen, erklärte der Präsident der Entwicklungsbank, Akinwumi Adesina, am Mittwoch in Abidjan in der Elfenbeinküste.

6.23 Uhr: Der Deutsche Richterbund hat eine Ausweitung von Online-Gerichtsverfahren gefordert. „Bund und Länder sollten die Corona-Krise zum Anlass für einen Digitalisierungsschub in der Justiz nehmen“, sagte Richterbund-Geschäftsführer Sven Rebehn unserer Redaktion. „Die gesetzlichen Regelungen für Videoübertragungen in Zivilprozessen zum Beispiel führen bisher eher ein Nischendasein, auch weil es in vielen Gerichtssälen an der erforderlichen Technik fehlt.“ Lesen Sie hier, welche Folgen die Corona-Krise für die Justiz hat: Prozesse abgesagt – Warum Corona zu einer Justiz-Krise führt

6.07 Uhr: Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt hat die Schulen aufgefordert, angesichts der Corona-Krise vorläufig auf die Benotung von Leistungen zu verzichten. „Die Lernvoraussetzungen in den Familien sind zu unterschiedlich, um eine faire Notengebung zu ermöglichen“, sagte Göring-Eckardt unserer Redaktion. „Ich denke, dass man die Zeit, in denen Zuhause gelernt werden muss, nicht in die Bewertung einfließen lassen sollte.“ Lesen Sie hier, wie die Grünen-Fraktionschefin darüber hinaus für den Bildungssektor fordert: Göring-Eckardt fordert Noten-Stopp an Schulen

Bildungsforscher gegenüber unserer Redaktion, dass ihrer Ansicht nach die Abi-Prüfungen noch in diesem Sommer stattfinden sollten. Mehr über die Forderungen lesen Sie hier: Bildungsforscher plädieren für Abiprüfungen im Sommer

Coronavirus: Islam-Dachverband rät im Ramadan zur Zurückhaltung

6.01 Uhr: Berufsgruppen mit niedrigem Verdienst landen wegen Corona-bedingter Kurzarbeit häufiger bei einem Monatseinkommen unterhalb der staatlichen Grundsicherung. Nach Zahlen des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), die uns vorliegen, sind hiervon besonders Beschäftigte in Dienstleistungsberufen wie Einzelhandel, Gastronomie und der Gebäudereinigung betroffen. Auch Kulturschaffende, die oft ebenfalls geringe Einkommen haben, rutschen laut DGB leicht unter die Grenze der Grundsicherung. Kinderlose, die in Kurzarbeit nur 60 Prozent ihres ausfallenden Nettolohns vom Staat erhalten, sind stärker betroffen als Beschäftigte mit Nachwuchs, bei denen das Kurzarbeitergeld 67 Prozent beträgt.

Da wegen der Corona-Krise die Arbeit in vielen Betrieben komplett auf null gesetzt wurde, leben nach DGB-Angaben derzeit viele Beschäftigte vollständig vom Kurzarbeitergeld. Zusätzliche Härten entstehen laut DGB für Beschäftige, die bislang in Teilzeit gearbeitet haben. Viele von ihnen müssten ergänzend Hartz IV beantragen.

Angesichts dieser Entwicklung verlangte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach eine deutliche Anhebung des Kurzarbeitergeldes. „Um halbwegs gut durchzukommen, sind mindestens 80 Prozent des normalen Verdienstes nötig“, sagte Buntenbach unserer Redaktion, „die Bundesregierung muss hier nachsteuern, sonst ist das eine soziale Unwucht, die so nicht bleiben kann“. Lesen Sie hier einen ausführlichen Bericht der Forderungen des DBG: Gewerkschaftsbund fordert Anhebung des Kurzarbeitergelds

5.46 Uhr: Der Islam-Dachverband Ditib rät Risikogruppen im islamischen Fastenmonat Ramadan zur Zurückhaltung. Kranke zum Beispiel seien ohnehin vom Fasten befreit und sollten diese Möglichkeit auch nutzen, sagte Generalsekretär Abdurrahman Atasoy der Deutschen Presse-Agentur. „Dieses Jahr empfehlen wir zusätzlich auch jenen, die sich zwar gesund fühlen, aber als sogenannte Risikogruppe gelten und sich körperlich nicht fit genug empfinden, ebenfalls auf das Fasten zu verzichten. Die Gesundheit hat Vorrang.“

Der Ramadan beginnt am 24. April und endet einen Monat später mit dem Zuckerfest. Während dieser Zeit verzichten gläubige Muslime nach religiösem Brauch von Tagesanbruch bis Sonnenuntergang auf Essen und Trinken. Als Risikogruppen für das Coronavirus gelten Ältere, Krebspatienten in Chemotherapie und Menschen etwa mit Herz-Kreislauf-Vorerkrankungen. „Wenn sich die Gläubigen unsicher sind, ob sie fasten sollten, sollen sie ihren Arzt konsultieren und seinen Empfehlungen Folge leisten“, sagte Atasoy.

Menschen dürfen Wuhan wieder verlassen
Menschen dürfen Wuhan wieder verlassen

Marktforscher: Hamsterkäufe wegen Corona-Krise werden seltener

5.11 Uhr: Die große Zeit der Hamsterkäufe ist in Deutschland nach Einschätzung von Marktforschern erst einmal vorbei. Die erste Panik nach dem Corona-Ausbruch habe sich gelegt. „Es gibt eine Gewöhnung an den Krisenmodus“, meint der Handelsexperte Robert Kecskes von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK).

Angefangen hatten die Hamsterkäufe nach Beobachtung der GfK in der letzten Februarwoche. Die Nachfrage nach Hand-Desinfektionsmitteln stieg schlagartig um mehr als 500 Prozent. Bei Mehl, Reis, Nudeln, Seife und Toilettenpapier verdoppelten sich die Verkaufszahlen. Doch bereits seit Mitte März entspannt sich die Situation laut GfK schrittweise. Die Nachfrage beginne sich wieder einzupendeln - allerdings auf einem spürbar höheren Niveau als vor der Krise.

Die Steigerung erklärt sich nach Einschätzung von Kecskes zum Großteil durch die Verlagerung des früher auf Restaurants, Kneipen und Kantinen entfallenden Konsums in die eigenen vier Wände. „Wir essen mehr zuhause, weil wir nicht mehr zum Italiener gehen können“, bringt es der Marktforscher auf den Punkt. Das zeige sich bei Nudeln und Reis, aber auch bei Limonade, Bier oder Kaffee.

Für viele Verbraucher sei der Umgang mit der Krise mittlerweile ein Stück weit Routine geworden, betont Kecskes. Eine vorübergehende Wiederkehr der Panikkäufe schließt er dennoch nicht aus. „Die Panik kann immer mal wieder aufflammen“, meint er - etwa wenn neue Entwicklungen für zusätzliche Verunsicherungen sorgen sollten.

4.47 Uhr: Die Corona-Krise hat die Nachfrage nach Pommes in Deutschland einbrechen lassen. Die Landwirte könnten in diesem Jahr auf etwa 200.000 Tonnen spezieller Pommes-Kartoffeln sitzen bleiben, erfuhr die „Neue Osnabrücker Zeitung“ vom Deutschen Bauernverband. Den möglichen Schaden schätzt der Verband auf 30 bis 40 Millionen Euro.

Auslöser der Pommes-Krise sind die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus. Weil Kantinen, Restaurants und andere Großabnehmer weitgehend geschlossen haben, fehlten Pommes-Produzenten wichtige Kunden, berichte die „NOZ“. Die Produktion ruhe.

Andere Vermarktungen dieser Kartoffeln gelten der Zeitung zufolge als schwierig, weil die Sorten speziell für die Pommes-Herstellung gezüchtet worden sind. Landwirte in Belgien und den Niederlanden stünden vor ähnlichen Problemen. Dort warteten jeweils bis zu eine Million Tonnen Pommes-Kartoffeln auf Abnehmer, berichtet das Blatt.

U2 spendet zehn Millionen Euro für Kampf gegen die Corona-Krise

2.56 Uhr: Die irische Rockband U2 hat für den Kampf gegen das Coronavirus zehn Millionen Euro gespendet. Ein Teil der damit finanzierten medizinischen Ausrüstung sei bereits am Flughafen von Dublin eingetroffen, berichtete das irische Fernsehen RTE am Mittwochabend. An der Aktion zur Beschaffung medizinischer Hilfe beteiligen sich nach diesen Angaben auch eine Reihe von Firmen. Die Band um ihren Frontman Bono setzt sich seit Jahren für eine Reihe von sozialen und politischen Projekten ein.

2.01 Uhr: Das für die Produktion von Atemschutzmasken benötigte Spezialvlies wird nach Angaben von Herstellern knapp. „Leider sind unsere Fertigungskapazitäten für Vliesstoffe für Atemmasken zum aktuellen Zeitpunkt vollkommen ausgeschöpft“, heißt es beispielsweise bei der Firma Sandler. Voraussichtlich bis Anfang Juni könne man deshalb keine Neuaufträge bearbeiten. Das Unternehmen mit Sitz in Schwarzenbach/Saale fertigt nach eigenen Angaben verschiedene Vliesstoffe, die für OP-Masken und den Mund-Nasen-Schutz verwendet werden können.

Der Hersteller Freudenberg liefert einem Bericht der „Wirtschaftswoche“ zufolge nur noch an professionelle Schutzbekleidungshersteller. Das solle etwa verhindern, dass Spekulanten den Vliesstoff horten. „Wir haben entschieden, dass das rare Gut so effizient wie möglich eingesetzt werden muss“, sagte eine Sprecherin dem Magazin. Die Kapazitäten seien ausgelastet.

Auch Glatzeder, ein Hersteller von Schutzkleidung in Detmold, berichtete von großen Problemen bei der Materialbeschaffung. „Es gibt Lieferzeiten von sechs bis zwölf Monaten“, sagte Geschäftsführerin Kristin Glatzeder. Deshalb suche man jetzt nach Ersatzmaterialien.

Der Maschinenbauer Reifenhäuser in Troisdorf produziert auf seinen Versuchsanlagen die sogenannten Meltblown-Vliese für bis zu einer Million Schutzmasken am Tag. Mittlerweile übersteige die Nachfrage nach dem Material die Produktionsmenge um ein Vielfaches, teilte das Unternehmen mit.

1.00 Uhr: Google blockiert die Software des Videokonferenz-Dienstes Zoom auf den Computern seiner Mitarbeiter, nachdem diverse Sicherheitslücken und Datenschutz-Probleme bekannt wurden. Das Desktop-Programm genüge nicht Googles Sicherheits- Anforderungen, sagte ein Sprecher der Website „Buzzfeed“ am Mittwoch. Die Mitarbeiter könnten aber weiterhin Zoom privat im Webbrowser oder auf Smartphones und Tablets nutzen. Lesen Sie hier: Mit diesen Videokonferenz-Systeme halten Sie in der Corona-Krise Kontakt zu Ihren Liebsten

Zoom, eigentlich für den Einsatz in Unternehmen gedacht, wird in der Coronavirus-Krise vermehrt nicht nur zur Heimarbeit, sondern auch für private Videochats, Unterricht und Gottesdienste genutzt. Die tägliche Nutzerzahl sprang von 10 Millionen im Dezember auf zuletzt 200 Millionen hoch. Zugleich wurden Probleme wie die Weitergabe einiger Daten an Facebook bekannt, wie auch eine weniger konsequente Verschlüsselung als von Zoom behauptet.

Google hat Konkurrenz für Zoom im eigenen Haus mit dem Dienst Meet. Dieser Service gewinne täglich mehr als zwei Millionen Nutzer hinzu, sagte ein Google-Manager der Technologie-Website „CNET“.

0.56 Uhr: Hoffnung in Italien: Ministerpräsident Giuseppe Conte hat die Hoffnung geäußert, dass sich die Lage seines Landes in der Corona-Krise weiter verbessern wird. „Die Kurven für Italien verbessern sich. Die Zahl der Geheilten steigt stark an“, sagte Conte der Internetsendung „Bild live“. Sein Land befinde sich derzeit in einer „entscheidenden Phase“. Conte sagte: „Ich hoffe wir kommen jetzt wieder aus der Krise.“

In Italien waren am Mittwoch neue ermutigende Zahlen zum Coronavirus veröffentlicht worden. Nach Angaben des Zivilschutzes sank abermals die Zahl der neu verzeichneten Todesfälle. Die Zahl der Verstorbenen lag innerhalb von 24 Stunden bei 542. Am Dienstag hatte die Zahl der neu hinzu gekommenen Todesopfer der Pandemie noch bei 604 gelegen, am Tag davor bei 636.

Sorgen um Afrika: Erster Coronavirus-Todesfall in Somalia

0.18 Uhr: In Somalia ist der erste Corona-Todesfall registriert worden. Wie das Gesundheitsministerium am Mittwoch mitteilte, starb ein 52-jähriger Somalier an der Infektion mit dem neuartigen Virus. Zudem sei bei vier Patienten das Virus nachgewiesen worden, die zuvor nicht ins Ausland gereist waren. Damit habe die Ausbreitung der Krankheit innerhalb des Landes begonnen, erklärte das Ministerium.

Nach offiziellen Angaben gibt es in dem Land bislang nur zwölf bestätigte Infektionsfälle. Tatsächlich könnten aber deutlich mehr Menschen infiziert sein. Sollte es zu einer deutlichen Ausbreitung des Virus kommen, könnte dies das schwache Gesundheitssystem des ostafrikanischen Staates schnell überfordern.

Bislang wurden in 52 afrikanischen Ländern insgesamt mehr als 10.200 Infektionsfälle registriert. 492 der Erkrankten starben, wie das Afrikanische Zentrum für Krankheitskontrolle und Prävention am Dienstag mitteilte. Lesen Sie hier: Afrika droht wegen der Coronavirus-Pandmie eine Katastrophe

0.04 Uhr: Erstmals sind Bewohner der Favelas von Rio de Janeiro im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. Es handle sich dabei um zwei Menschen aus der Rocinha, wie der Bürgermeister der Stadt, Marcelo Crivella, am Mittwoch in einem Interview sagt. Die Rocinha in der Südzone Rios ist mit offiziell 70.000 Einwohnern eines der größten Armenviertel Rios und Brasiliens. In Rios insgesamt 763 Favelas mit zwei Millionen Bewohnern in kleinen, oftmals unverputzten Häusern hatte man sich wegen des Ausbruchs und der Ausbreitung der Corona-Krise besondere Sorgen gemacht.

Die Elendsviertel der Stadt können die Übertragung von Krankheiten beschleunigen. „Wer in einer Favela wohnt, hat kein Wasser, um die Hände zu waschen“, sagte Gabriela Anastácia von dem Observatório das Favelas der Deutschen Presse-Agentur. „Wer in einer Favela wohnt, kann sich nicht sozial distanzieren, weil er mit fünf, sechs, neun Personen zusammenwohnt.“ 60 Prozent der Bewohner von Armenvierteln haben nach einer am Mittwoch veröffentlichten Studie auch keine finanziellen Möglichkeiten, eine weitere Woche über die Runden zu kommen, ohne arbeiten zu gehen oder Unterstützung zu bekommen.

Viele Armenviertel werden von kriminellen Organisationen kontrolliert, die sich vor allem durch Drogenhandel finanzieren und schwer bewaffnet sind. Während der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro das Coronavirus noch als „gripezinha“ bezeichnete, untersagten Drogenbanden und Milizen aus Angst vor einer Ansteckung und Ausbreitung bereits Ausländern den Zugang und verhängten Ausgangssperren für die Bewohner mancher Favelas, wie zunächst lokale Medien berichteten. Dies brachte Nichtregierungsorganisationen zufolge inzwischen wiederum die Polizei auf den Plan.

Mittwoch, 8. April 2020: Coronavirus-Behandlung bei Boris Johnson schlägt an

23.33 Uhr: Die Zahl der weltweit nachgewiesenen Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus hat die Marke von 1,5 Millionen überschritten. Das ging am Mittwochabend (Ortszeit) aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore in den USA hervor.

22.12 Uhr: Im Jemen gilt nach Angaben des von Saudi-Arabien angeführten Militärbündnisses ab Donnerstag für zwei Wochen eine landesweite Waffenruhe. Ziel sei es, eine drohende Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern, teilte die Militärkoalition der staatlichen Nachrichtenagentur SPA zufolge am Mittwochabend mit.

21.05 Uhr: Frankreich will in der Corona-Krise die strikten Ausgangsbeschränkungen über den 15. April hinaus verlängern. Staatschef Emmanuel Macron werde sich am Montagabend an die Bürger wenden, bestätigte das Präsidialamt am Donnerstagabend in Paris.

Eine neue Frist für die Ausgangsbeschränkungen wurde zunächst nicht mitgeteilt. Sie gelten seit Mitte März. Die Menschen sind angehalten, nur mit triftigen Gründen vor die Haustüre zu gehen. Dafür müssen sie einen Passierschein bei sich tragen. Die Polizei kontrolliert die Umsetzung der Maßnahmen streng. Die Covid-19-Pandemie forderte im Land bisher über 10.000 Todesopfer.

21.02 Uhr: Das geplante Pandemie-Gesetz für Nordrhein-Westfalen mit weitreichenden Befugnissen für die Landesregierung in der Corona-Krise wird entschärft. Darauf einigten sich die Fraktionsspitzen der CDU/FDP-Koalition und der oppositionellen SPD und Grünen am Mittwochabend, wie aus Landtagskreisen verlautete. Der besonders strittige Passus zur Zwangsverpflichtung von Ärzten und Pflegern im Katastrophenfall sei gestrichen worden, hieß es. Stattdessen werde es ein Freiwilligenregister geben. Das gesamte Gesetz werde bis 31. März 2021 befristet. Bei wesentlichen Entscheidungen gelte ein Parlamentsvorbehalt.

Zahl der Todesfälle durch Covid-19 dramatisch angestiegen

20.05 Uhr: Zum Schutz gegen Corona-Infektionen erwartet die Bundesregierung eine schnelle Großlieferung von Schutzausstattung für das medizinische Personal. Diese Woche sollen 40 Millionen Schutzmasken nach Deutschland kommen, wie das Gesundheitsministerium am Mittwoch mitteilte. Das sei so viel wie in den beiden vorangegangenen Wochen zusammen.

Die Bundesregierung setzt zugleich auf die Produktion von medizinischen Schutzmasken in Deutschland. Dafür will sie Produzenten von speziellem Vliesstoff, der für die Herstellung von Filtern für solche Masken notwendig ist, mit 40 Millionen Euro fördern, wie nach Angaben von „Süddeutscher Zeitung“, NDR und WDR aus einem Vermerk über eine Besprechung von Kanzlerin Angela Merkel mit dem Corona-Kabinett am Montag hervorgeht. Laut Vermerk könne der Aufbau des entsprechenden Maschinenparks aber drei bis vier Monate dauern. Wer für sich selbst Schutz besorgen möchte, sollte aufpassen: Corona-Spam – Vorsicht vor falschen Masken-Mails.

19.43 Uhr: Die Zahl der Todesfälle durch die Coronavirus-Pandemie ist in Großbritannien weiter dramatisch angestiegen. 938 neue Todesfälle wurden innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das Gesundheitsministerium in London mitteilte. Insgesamt stieg die Zahl der Toten damit auf mehr als 7000. Nur teilweise eingerechnet sind dabei bislang die Sterbefälle in Pflegeheimen. Die Zahl der positiv getesteten Personen in Großbritannien stieg auf 60.733.

19.01 Uhr: Nach den Erhebungen der US-Universität Johns Hopkins sind bislang in Spanien die meisten Menschen nach Coronavirus-Infektionen gestorben – relativ zur Bevölkerungszahl. Dort starben demnach rund 30 Menschen pro 100.000 Einwohner nach einer Infektion. In Italien waren es 28, in den USA waren es 3,9 Todesfälle pro 100.000 Einwohner, in Deutschland 2,4. Lesen Sie hier, warum Pandemien häufiger werden könnten.

ECDC: Höhepunkt von Epidemie in Europa noch immer nicht erreicht

18.23 Uhr: Die Corona-Pandemie hat in Europa noch nicht ihren Höchststand erreicht: Davon geht die EU-Gesundheitsbehörde ECDC aus. „Trotz früher Hinweise aus Italien und Österreich, dass die Zahl der Fälle und Todesfälle abnimmt, gibt es derzeit auf EU/EWR-Ebene keine Anzeichen dafür, dass der Höhepunkt der Epidemie erreicht worden ist“, teilte das in Schweden ansässige Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten am Mittwoch mit.

In verschiedenen Ländern des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) und Großbritannien würden weiterhin größere Anstiege gemeldet. Es sei zu früh, um plötzlich alle Maßnahmen zur Vermeidung körperlichen Kontakts in der Region aufzuheben, erklärte ECDC-Direktorin Andrea Ammon – selbst wenn diese auf sozialer und wirtschaftlicher Ebene sehr störend für die Gesellschaft seien. Zum EWR gehören neben den 27 Staaten der EU noch die Länder Norwegen, Island und Liechtenstein.

17.21 Uhr: Bis zum 26. April verlängert die Schweiz die Maßnahmen zur Bekämpfung der Coronavirus-Ausbreitung. Danach sollen sie aber vorsichtig und schrittweise gelockert werden, beschloss die Schweizer Regierung am Mittwoch. Über die Etappen der Lockerung soll nächste Woche entschieden werden.

Die Schweiz ist von der Pandemie erheblich betroffen. Am Mittwoch waren fast 23.000 Fälle der Infektion mit Sars-CoV-2 bestätigt. Mit 266 Betroffenen pro 100.000 Einwohner weist das Land einen im europaweiten Vergleich hohen Wert auf. 705 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 wurden bisher verzeichnet.

Das Tempo der Ausbreitung der Covid-19-Epidemie in der Schweiz habe in den vergangenen Tagen deutlich abgenommen, hieß es. In der Schweiz war das öffentlichew Leben wegen der Coronavirus-Pandemie Mitte März auf Sparflamme zurückgefahren worden. Fast alle Geschäfte sowie alle Restaurants, Märkte, Museen und Freizeitbetriebe wurden geschlossen. Private und öffentliche Veranstaltungen wurden verboten.

17.08 Uhr: Volkswagen will die Produktion in seinen Zulieferwerken nach Ostern wieder stärker anlaufen lassen. In einigen Werken der Komponentenfertigung solle von Dienstag an der ohnehin laufende Teilbetrieb erweitert werden, um die Versorgung der chinesischen Produktionswerke sicherzustellen, teilte VW am Mittwoch in Wolfsburg mit. Davon seien insgesamt 1700 Mitarbeiter an den Standorten Braunschweig, Kassel, Salzgitter, Chemnitz und Hannover betroffen.

Darüber hinaus ruhe die Produktion sowohl in den übrigen Bereichen der Zuliefersparte – wie in den Fahrzeugwerken. Nach Ostern sei mit weiteren Details zu rechnen, welche Werke wann wieder hochlaufen können. Volkswagen hatte bis Ende kommender Woche, also bis zum Wochenende des 19. April, den größten Teil der Werke in Europa stillgelegt. Lesen Sie hier, warum die Deutsche Wirtschaft für den Corona-Crash-Test gut gerüstet ist.

16.59 Uhr: Der weitgehende Stopp der Einreisen in die Europäische Union soll nach Ansicht der EU-Kommission bis zum 15. Mai verlängert werden. Dies schlug die Brüsseler Behörde am Mittwoch vor; die Entscheidung darüber kann jedoch jedes Land für sich treffen. Zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie hatten sich Mitte März alle EU-Staaten außer Irland sowie die Schweiz, Norwegen, Liechtenstein und Island darauf geeinigt, nicht zwingend notwendige Reisen in die EU zunächst für 30 Tage einzuschränken.

Coronavirus-Krise: Bundestagsabgeordnete erwägen Aussetzen der Diäten-Erhöhung

16.52 Uhr: Verzichten die Bundestagsabgeordneten wegen der Corona-Krise auf die anstehende Erhöhung der Diäten? „Ich bin zuversichtlich, dass wir hier in Kürze eine gemeinsame Lösung finden werden“, erklärte SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich am Mittwoch in Berlin. Auch FDP und Linke sprachen sich für ein Moratorium bei den Abgeordnetenbezügen aus.

Zuletzt waren die Bezüge der Abgeordneten zum 1. Juli 2019 erhöht worden. Sie stiegen damals um 3,1 Prozent auf 10.083 Euro pro Monat. Die jährliche Anpassung der Abgeordnetendiäten erfolgt automatisch. Grundlage dafür ist jeweils die Entwicklung des Nominallohnindexes im Vorjahr, den das Statistische Bundesamt errechnet.

16.29 Uhr: Russlands Präsident Wladimir Putin hat sein Land in der Corona-Krise auf harte Zeiten eingeschworen. „Ich verstehe, dass sich schon Müdigkeit, die schwere Last finanzieller, häuslicher und anderer irdischer Probleme angestaut haben. Ihr gewöhnlicher Lebensrhythmus ist zerstört“, sagte Putin am Mittwoch in Moskau. „Aber es gibt keine Wahl“, sagte er bei einer im Fernsehen übertragenen Videokonferenz mit Vertretern der Regionalregierungen.

Zugleich sprach der 67-Jährige den Menschen im Kampf gegen die Coronavirus-Epidemie Mut zu. Russland habe alles, was es brauche, um die Krise zu überwinden. „Alles geht vorbei. Auch das geht vorbei“, betonte der Kremlchef. „Wir werden siegen.“ Allerdings müssten die Menschen im Land weiter das strenge Regime der Selbstisolierung einhalten, mahnte Putin. „Von unserer Disziplin und Verantwortung hängt der Wendepunkt im Kampf gegen die Infektion ab, den wir erreichen müssen“, meinte er. Die nächsten zwei, drei Wochen seien entscheidend. Russland verzeichnete nach offiziellen Angaben einen Zuwachs von mehr als 1000 Fällen auf nun insgesamt 8672 Infizierte. 63 Menschen starben mit dem Virus, 580 waren genesen.

Coronavirus-Pandemie: Münchner Oktoberfest im September auf der Kippe

16.17 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat sich skeptisch darüber geäußert, ob das Münchner Oktoberfest angesichts der Corona-Krise wie gewohnt stattfinden kann. Da Reisen und Grenzöffnungen sehr unwahrscheinlich seien, sei es eine andere Situation, sagte Söder am Mittwoch der „Bild“-Zeitung über das eigentlich Ende September stattfindende Volksfest. „Die Wiesn ist das internationalste Fest, in dem die halbe Welt zu Besuch kommt.“ Deshalb gelte, dass „wenn überhaupt“ das Oktoberfest nur unter völlig anderen Voraussetzungen stattfinden könne.

Die Entscheidung über das Oktoberfest soll nach den bisherigen Plänen im Juni fallen. Üblicherweise besuchen mehr als sechs Millionen Menschen das größte Volksfest der Welt. Dieses ist neben dem großen Bierausschank im Münchner Volksmund für eine eigene Krankheit bekannt – die „Wiesn-Grippe“. Damit wird beschrieben, dass jedes Jahr nach dem Besuch des Oktoberfests sich vermehrt Menschen mit Erkältungskrankheiten krank melden.

16.03 Uhr: Der weltgrößte Fast-Food-Konzern McDonald’s hat wegen der Corona-Pandemie einen heftigen Geschäftseinbruch erlitten. Im vergangenen Monat fielen die vergleichbaren Erlöse weltweit im Vergleich zum Vorjahreswert um gut 22 Prozent, wie McDonald’s am Mittwoch in Chicago mitteilte. Im gesamten ersten Quartal belief sich das Minus auf 3,4 Prozent. Auf dem US-Heimatmarkt gab es im März einen Rückgang um 13,4 Prozent und im Quartal ein Mini-Plus von 0,1 Prozent. Die Geschäftsprognose für 2020 zog das Unternehmen zurück.

Die Ausbreitung des neuen Coronavirus habe dem Geschäft erheblich geschadet, sagte Vorstandschef Chris Kempczinski. Zwar seien 75 Prozent der Schnellrestaurants weltweit weiter in Betrieb, jedoch liege der Fokus auf Drive-thru, Take-away und Essenslieferungen. McDonald’s rechnet weiter mit starken Belastungen und hat nach eigenen Angaben bereits 6,5 Milliarden US-Dollar (5,97 Mrd Euro) an neuen Krediten aufgenommen. Die Aktie reagierte zunächst mit leichten Kursverlusten. Ausführliche Quartalszahlen sollen am 30. April folgen.

15.49 Uhr: Die Welthandelsorganisation (WTO) rechnet wegen der Coronavirus-Pandemie mit der „schlimmsten Rezession zu Lebzeiten“ weltweit. Das sagte am Mittwoch WTO-Chef Roberto Azevêdo. Der weltweite Handel könnte nach WTO-Prognosen um bis zu ein Drittel einbrechen.

15.35 Uhr: Bund und Länder bereiten sich auf die Quarantäne-Regelungen zur Einreise vor, die bereits ab Freitag gelten könnten. Das Bundesinnenministerium erarbeitet in Abstimmung mit den Ländern eine Musterverordnung zur Umsetzung der am Montag von der Bundesregierung beschlossenen Regelung, wie ein Sprecher am Mittwoch sagte.

Demnach soll für Rückkehrer von Auslandsreisen zwei Wochen häusliche Quarantäne gelten, genauso für Ausländer, die einreisen. Damit soll abgeklärt werden, ob sie mit dem Coronavirus infiziert sind. Ausnahmen von der Quarantäne-Pflicht sollen für Berufspendler, Geschäftsreisende mit dringenden Terminen, den Güterverkehr und Transitreisende gelten.

14.45 Uhr: Die Behandlung des mit dem Coronavirus infizierten britischen Premierministers Boris Johnson zeigt Wirkung. Das teilte der Regierungssitz Downing Street am Mittwoch mit. „Der Premierminister ist klinisch stabil und die Behandlung schlägt an“, hieß es in der Mitteilung. Er werde weiterhin auf der Intensivstation des St. Thomas’s Hospital in London behandelt und sei gut gelaunt.

Ein Regierungssprecher sagte Journalisten zudem, Johnson erhalte eine reguläre Sauerstoffbehandlung, könne aber selbstständig atmen. Er arbeite nicht, sei aber in der Lage, die für ihn notwendigen Kontakte zu pflegen.

Johnson war am Sonntag ins Krankenhaus eingeliefert worden, nachdem die Symptome seiner Covid-19-Erkrankung nach zehn Tagen nicht abgeklungen waren. Am Montag ging es ihm dann schlechter und er musste auf die Intensivstation verlegt werden. Seitdem stabilisierte sich sein Gesundheitszustand aber. Vertreten wird Johnson inzwischen teilweise von Außenminister Dominic Raab.

14.15 Uhr: Iran will die strengen Corona-Maßnahmen in drei Phasen wieder lockern. „Natürlich wollen wir keine weiteren Corona-Opfer, gleichzeitig wollen wir auch nicht die Menschen verhungern lassen“, sagte Irans Präsident Hassan Ruhani am Mittwoch im Staatsfernsehen zur Begründung. Daher plane die Regierung „unter besonders strengen hygienischen Auflagen“ in drei Phasen die Corona-Vorschriften abzumildern. Ruhani sprach von einer „zweiten Welle“ im Kampf gegen das Coronavirus.

Ab Samstag (11. April) soll zunächst in den Provinzen die Arbeit in Wirtschaftsbereichen mit geringem Gefährdungsrisiko wieder aufgenommen werden. In der zweiten Phase soll dies dann auch in der Hauptstadt Teheran passieren. Die laut Ruhani „risikoreichen“ Gewerbe sollen weiter verboten bleiben. Bislang sind 49 Branchen von den Schließungen betroffen. Welche davon nun wieder geöffnet werden können und welche nicht, sagte Ruhani nicht.

Die Verbote für Sportanlagen, Festhallen, Friseurläden sowie heilige religiösen Stätten blieben jedoch bestehen. Bis auf Weiteres würden landesweit auch keine Freitagsgebete veranstaltet. In der dritten Phase soll aber dann auch über diese Bereiche entschieden werden, sagte Ruhani.

Der Iran wurde von dem Coronavirus hart getroffen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Mittwoch gab es bis jetzt mehr fast 4000 Tote und über 64.000 Infizierte, fast 4000 von ihnen seien in einem kritischen Zustand. Gleichzeitig hat die Corona-Krise 70 Prozent der iranischen Wirtschaft lahmgelegt.

Corona-Krise sorgt für massiven Absatzrückgang bei Daimler

14.10 Uhr: Die Coronavirus-Krise hat auch bei Daimler für einen massiven Rückgang der Verkaufszahlen gesorgt. Im ersten Quartal setzte der Konzern weltweit rund 477.400 Autos der Kernmarke Mercedes-Benz ab, das waren knapp 15 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, wie Daimler am Mittwoch mitteilte. Im gleichen Maße gingen die Verkaufszahlen bei den Vans zurück.

Der Absatz der Kleinwagenmarke Smart brach sogar um mehr als 78 Prozent ein, was Daimler zusätzlich auf die Umstellung auf ausschließlich batteriebetriebene Fahrzeuge und das Auslaufen der Vorgängermodelle zurückführte. Deutliche Rückgänge von mehr als 20 Prozent gab es im wichtigsten Markt für Mercedes-Benz in China, wo die Ausbreitung des Coronavirus früher begonnen hatte.

Inzwischen laufe das Geschäft dort schon wieder gut an, sagte Daimler-Vertriebschefin Britta Seeger. „Das stimmt uns zuversichtlich.“ In Europa, wo die Welle später einsetzte, lag der Absatz im ersten Quartal aber auch schon um knapp 16 Prozent unter dem Vorjahreswert. In den USA waren es hingegen erst knapp fünf Prozent.

13.39 Uhr: 30 Millionen Kinder in ärmeren Ländern und Konfliktgebieten könnten durch die Corona-Krise von Krankheit und Tod bedroht sein. „Derzeit werden Lebensmittel an vielen Orten bereits teurer, Märkte werden geschlossen und Verteilungen sowie Zugänge zu Gesundheitsvorsorge erschwert“, teilte World Vision Deutschland mit.

„Es wäre völlig falsch, Covid-19 nicht als gefährlich für Kinder anzusehen“, hieß es in einer Mitteilung der christlichen Organisation. Risikofaktoren seien besonders fehlende Impfungen und eine Ausweitung der Unterernährung. Viele Kinder könnten außerdem Malaria zum Opfer fallen, weil sie keinen Zugang mehr zu Behandlungen bekämen.

13.21 Uhr: Die US-Regierung räumt ein, dass die Corona-Krise schwarze Amerikaner besonders hart treffe. Das hätten Analysen ergeben. „Wir sehen starke Anhaltspunkte dafür, dass Afroamerikaner in weitaus größerem Umfang betroffen sind als andere Bürger unseres Landes“, sagte US-Präsident Donald Trump am Dienstag (Ortszeit) in einer Pressekonferenz. In den nächsten Tagen werde man entsprechende Statistiken veröffentlichen. Warum Afroamerikaner unter dem Coronavirus besonders leiden, erklärt unser Autor hier.

Corona-Krise: WHO warnt vor frühzeitigen Lockerungen der Einschränkungen

13.11 Uhr: Das Europa-Büro der Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnte am Mittwoch vor frühzeitigen Lockerungen der Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus. Wachsendes Wissen über Covid-19 und positive Entwicklungen in einigen Staaten bedeuteten nicht, dass das Coronavirus besiegt sei, erklärte WHO-Regionaldirektor Hans Kluge in einer digitalen Pressekonferenz. Er appellierte zudem an die Länder, international abgestimmt zu handeln.

13.05 Uhr: Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 ist in Spanien erneut angestiegen. Innerhalb von 24 Stunden seien 757 Menschen gestorben, teilte das Gesundheitsministerium am Mittwoch mit. Es ist der zweite Tag in Folge, an dem nach einem vorherigen Rückgang wieder mehr Todesfälle gemeldet wurden. Insgesamt liegt die Zahl der Corona-Toten bei 14.555.

Corona-Krise: Bundesregierung plant Erleichterungen für Studierende mit Bafög

12.57 Uhr: Die Bundesregierung plant in der Corona-Krise Erleichterungen für Bafög-Empfänger und Hilfen für Wissenschaftler. Am Mittwoch brachte das Bundeskabinett ein entsprechendes Vorhaben von Forschungsministerin Anja Karliczek (CDU) auf den Weg. So sieht es Anreize für Bafög-Empfänger vor, sich in systemrelevanten Bereichen zu engagieren: Verdienste aus solchen Tätigkeiten sollen sich etwa nicht mehr auf die Höhe des Bafög auswirken.

Für Wissenschaftler soll es unter anderem eine Lockerung von Vertragsbefristungen geben, damit Forschungsprojekte, die sich verzögern, weitergeführt werden können. Der Gesetzesentwurf soll kurzfristig in den Bundestag eingebracht und beschlossen werden.

12.47 Uhr: Die französische Regierung hat Passierscheine für Einreisen nach Frankreich eingeführt. Am Mittwoch müssen ausländische Reisende das ausgefüllte Dokument bei sich haben, wenn sie nach Frankreich oder in die Überseegebiete einreisen wollen – etwa bei Grenzkontrollen oder vor dem Boarding eines Flugs in das französische Staatsgebiet. Die Vorgabe gelte dem Innenministerium zufolge auch für Personen, die die Grenze wegen ihrer Arbeit übertreten müssen.

12.34 Uhr: Der südafrikanische Präsident Cyril Ramaphosa hat seine Kommunikationsministerin Stella Ndabeni-Abrahams für zwei Monate beurlaubt, weil sie gegen die Ausgangssperre verstoßen hat. Ndabeni-Abrahams war bei einem früheren Kabinettskollegen zum Mittagessen. Wie auf einem Foto bei Instagram zu sehen war, saßen insgesamt sechs Personen am Tisch.

Ramaphosa beurlaubte die Ministerin am Mittwoch für zwei Monate – davon einen unbezahlt. Zudem soll die südafrikanische Justiz prüfen, ob sie sich strafbar gemacht habe. In Südafrika gilt bis Mitte April eine strikte Ausgangssperre, die von Polizei und Militär überwacht und bei Verstößen mit bis zu sechs Jahren Gefängnis bestraft werden kann.

12.22 Uhr: Angesichts der dramatischen Ausfälle im Tourismus hat Österreich seinen Bürgern nahegelegt, im Sommer in der Heimat Urlaub zu machen. Da ausländische Touristen bisher für 75 Prozent der Übernachtungen sorgten, sollten sommerurlaubswillige Österreicher wenigstens etwas Abhilfe schaffen und einen Heimaturlaub andenken, sagte Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) in Wien. Köstinger betonte, dass sich Österreich, Europa und die Welt auf massive Einschränkungen der Reisefreiheit einstellen müssen. „Niemand kann sagen, wie sich die Situation in Europa und der Welt weiter entwickeln wird.“

Corona-Krise: Spanien könnte Beschränkungen Ende April lockern

11.34 Uhr: Das besonders schwer von der Corona-Pandemie betroffene Spanien könnte nach Auffassung der Regierung Ende April Schritt für Schritt zu einer gewissen Normalität zurückkehren. Kurz vor der offiziellen Verlängerung der strikten Ausgangsbeschränkungen bis zum 26. April versicherte Finanzministerin und Regierungssprecherin María Jesús Montero in einem Interview mit dem Sender „Antena 3“, dass die Bürger nach diesem Datum langsam „ihr normales Leben zurückgewinnen können“. Für Menschen, die Straßen und Plätze bevölkerten, werde es aber „klare Anweisungen“ der Regierung geben, so Montero.

In Spanien herrscht seit dem 15. März ein striktes Ausgehverbot, das nun bereits zum zweiten Mal verlängert wird. Das Parlament muss der von Ministerpräsident Pedro Sánchez angekündigten Maßnahme am Donnerstag noch zustimmen. Die knapp 47 Millionen Spanier dürfen nur zum Einkaufen und in Sonderfällen vor die Tür, Spaziergänge oder Sport sind nicht erlaubt.

11.26 Uhr: Trotz der Vertagung der EU-Finanzminister im Streit um ein milliardenschweres Corona-Rettungspaket geht Bundesfinanzminister Olaf Scholz von einer Einigung an diesem Donnerstag aus. „Ich glaube, das kann man schaffen“, sagte der SPD-Politiker in Berlin. Bei den nächtlichen Verhandlungen habe es nur in einem Punkt keine Übereinstimmung gegeben. „Ich hoffe, dass wir noch vor Ostern die entsprechenden Erleuchtungen haben werden und es auch miteinander hinbekommen.“

Scholz zufolge handelt es sich im letzten offenen Punkt darum, die Hilfen über den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) schnell und unbürokratisch an die Länder fließen zu lassen, die sie brauchen. Deutschland gehe es darum, dass der Einsatz des ESM „nicht damit verbunden ist, dass dann wie vor zehn Jahren Kommissare kommen oder eine Troika in die Länder einreist und irgendwelche Programm entwickelt für die weitere Zukunft“, sagte Scholz. Die Solidarität müsse jetzt „schnell organisierbar sein“.

11.20 Uhr: Die Bundesregierung stand zuletzt in der Kritik, weil sie auf der einen Seite Erntehelfer aus dem Ausland einfliegen ließ, ihr Versprechen der Hilfe für geflüchtete Kinder und Jugendliche in Griechenland aber auf der anderen Seite noch nicht eingelöst hat. Nun wird Deutschland voraussichtlich in der kommenden Woche die ersten 50 unbegleiteten Minderjährigen aus den Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln aufnehmen. Das entschied das Bundeskabinett am Mittwoch in Berlin.

Die ersten zwei Wochen nach der Einreise werden sie in Corona-Quarantäne in Niedersachsen verbringen. Anschließend sollen sie auf mehrere Bundesländer verteilt werden. Außer Deutschland ist aufgrund der Corona-Pandemie derzeit nur Luxemburg bereit, junge Migranten aus den überfüllten informellen Lagern zu holen. Weitere Staaten, die ursprünglich Hilfe zugesagt hatten, machen den Zeitpunkt der Aufnahme jetzt von einem Rückgang der Zahl der Corona-Infizierten abhängig.

10.28 Uhr: Die fünf führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute sagen in ihrem Frühjahrsgutachten eine schwere Rezession für die deutsche Wirtschaft voraus. Die Forscher teilten am Mittwochvormittag mit, dass sowohl die Arbeitslosigkeit als auch die Zahl der Kurzarbeiter wegen der Corona-Krise deutlich steigen werden. Kleiner Lichtblick laut Gutachten: Deutschland hat gute Chancen, sich davon wieder zu erholen. Lesen Sie hier einen ausführlichen Bericht zum aktuellen Frühjahrsgutachten.

Corona-Krise: Bundespräsident und seine Frau wenden sich an Familien

10.13 Uhr: In der Nacht zum Mittwoch sind etwa 900 Rückkehrer aus Neuseeland in Frankfurt angekommen. Die beiden Lufthansa-Maschinen landeten gegen 1.00 Uhr und 3.00 Uhr am Flughafen. „Sie hatten eine Ausnahmegenehmigung, denn eigentlich gilt ja das Nachtflugverbot“, sagte der Sprecher der Bundespolizei am Flughafen, Reza Ahmari, über die beiden Flüge. Erste Rückkehrer aus Neuseeland seien bereits am Samstag angekommen. In den kommenden Tagen stehen weitere Rückholflüge an. Wegen der Corona-Krise holt die Bundesregierung derzeit noch Tausende im Ausland gestrandete Deutsche zurück.

10.05 Uhr: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender haben sich in einer Videobotschaft an Familien gewandt. Beide haben gemeinsam eine Tochter. „Dieser neue Alltag als Familie hat es in sich“, sagt Büdenbender und erinnert an Millionen Deutsche im Homeoffice, das Problem der Kinderbetreuung und die Enge zu Hause. Für Opfer von häuslicher Gewalt sei die Corona-Krise besonders schwer.

Steinmeier mahnt: „Wir müssen Abstand halten zueinander, aus Verantwortung füreinander. Es ist ein Gebot der Mitmenschlichkeit, aber es fällt uns auch schwer.“ Speziell an Ostern bedauerten viele, ihre Angehörigen nicht besuchen zu dürfen. „Das reißt uns das Herz entzwei“, sagt Steinmeier. Seine Frau bittet: „Wir bewältigen diese Zeit mit Abstand, aber gemeinsam.“

9.05 Uhr: Der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, hat sich erneut zuversichtlich über die Wirkung der in Deutschland geltenden Einschränkungen im Kampf gegen das Coronavirus geäußert. „Es ist auf jeden Fall ein positiver Trend und den bringen wir natürlich zusammen mit den Maßnahmen“, sagte Wieler in einem Interview des „Deutschlandfunk“.

„Das heißt also: Die Maßnahmen, die von den politischen Entscheidern eingeführt wurden, diese Maßnahmen helfen. Das ist gut.“ Er betonte jedoch auch, dass es sich lediglich um eine Momentaufnahme handele. Entwarnung könne noch nicht gegeben werden.

Aktuell liegt die sogenannte Reproduktionszahl laut Wieler bei 1,3 – mit einer gewissen Schwankungsbreite. Die Reproduktionszahl gibt an, wie viele weitere Menschen ein Infizierter im Schnitt ansteckt. Ziel ist es laut Wieler, den Wert unter 1,0 zu drücken. Dann steckt ein Infizierter im Schnitt weniger als einen weiteren Menschen an, das Virus wird langsam eingedämmt.

Coronavirus: RKI meldet 4003 neue Infektionen

8.42 Uhr: Der Weg für ein staatliches Hilfspaket an den Tui-Konzern in der Corona-Krise ist frei. Mehrere Banken erklärten ihre Zustimmung zu einem vom Bund in Aussicht gestellten Kredit über 1,8 Milliarden Euro, teilte der weltgrößte Reiseanbieter in Hannover mit. Das Geld kommt von der staatlichen Förderbank KfW – wegen gleichzeitiger Änderungen an einem anderen Darlehensprogramm mussten aber noch weitere Institute ihr Einverständnis geben.

8.33 Uhr: Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet 103.228 bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus in Deutschland. Das ist ein Plus von 4003 Fällen im Vergleich zum Vortag.

Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 107.663 Infizierte. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte bislang 1861 Todesfälle, die JHU 2016 Tote.

8.18 Uhr: Bei „Markus Lanz“ gibt der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil zu, dass manche Regeln der Corona-Krise ungerecht seien. Ein Medizinstatistiker zeigt sich in der Sendung am Montagabend hoffnungsvoll aufgrund der Fallzahlen in Deutschland. Hier mehr dazu: „Markus Lanz“: Arzt findet Corona-Fallzahlen fantastisch

8.13 Uhr: Die Beratungen der EU-Finanzminister über Hilfen für schwächere Länder in der Corona-Krise sind am Mittwoch ohne Einigung vorerst beendet worden. Wie Eurogruppen-Chef Mario Centeno am Morgen mitteilte, unterbrach er die Verhandlungen, die am Donnerstag wieder aufgenommen werden sollten. „Nach 16 Stunden Gesprächen kamen wir nahe an eine Einigung, aber wir sind noch nicht am Ziel“, erklärte er.

7.10 Uhr: Die EU-Finanzminister haben sich bisher nicht auf Hilfen für finanziell schwächere Länder in der Corona-Krise einigen können. Die Gespräche gingen weiter, hieß es am Mittwochmorgen aus EU-Kreisen. „Es gibt bisher keine Vereinbarung“. Die Minister haben seit Dienstagnachmittag in einer Video-Konferenz mit mehreren Unterbrechungen versucht, einen Durchbruch zu erzielen.

Probleme bereitete am Dienstagabend insbesondere die Forderung Italiens, gemeinsame Corona-Bonds in die Abschlusserklärung aufzunehmen. Hinzu kam die Frage, welche Bedingungen an Finanzhilfen des Euro-Rettungsfonds ESM geknüpft werden sollen. Ob es im Laufe der Nacht hier Fortschritte gab, blieb zunächst unklar. Eurogruppen-Chef Mario Centeno hatte am Dienstag eine zunächst für den Abend geplante Pressekonferenz auf Mittwochvormittag (10.00 Uhr) verschoben.

Corona-Krise: Hilfsorganisationen bekommen weniger Spenden

6.37 Uhr: Hilfsorganisationen und die Kirchen klagen über Spenden-Einbrüche in der Corona-Krise. Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) ruft angesichts der Corona-Pandemie zu Spenden an deutsche Hilfsorganisationen auf. „Die deutschen Hilfsorganisationen leisten hier einen unverzichtbaren Beitrag, den Corona-Ausbruch in den Flüchtlingsregionen einzudämmen; sie sind häufig die einzige Zufluchtsstätte. Deshalb ist Unterstützung und Spenden jetzt so enorm wichtig“, sagte Müller unserer Redaktion.

Lesen Sie hier, wie drastisch der Einbruch der Spenden ist – und wie groß die Sorgen der Hilfsorganisationen: Entwicklungsminister Müller und Hilfsorganisationen rufen zu Oster-Spenden auf

6.17 Uhr: Der Sommerurlaub wird nach Überzeugung von Ärztepräsident Klaus Reinhardt in Deutschland noch mit massiven Einschränkungen verbunden sein. „Ich glaube nicht, dass die Deutschen in diesem Sommer schon wieder Urlaubsreisen machen können“, sagte der Präsident der Bundesärztekammer den Zeitungen unserer Redaktion. Lesen Sie hier das ganze Interview mit Klaus Reinhardt: „Ich glaube nicht, dass die Deutschen in diesem Sommer schon wieder Urlaubsreisen machen können“

Selbst bei schrittweiser Rückkehr in den Alltag werde die Pandemie das Land noch bis zum Sommer beschäftigen. „Darum glaube ich, dieser Sommer wird anders. Wir werden wohl nicht wie gewohnt ins Auto, in den Zug oder ins Flugzeug steigen und in die Ferien fahren.“

• Hintergrund: Wird 2020 überhaupt noch Urlaub möglich sein?

6.01 Uhr: Verbraucherschützer beklagen massive Einschränkungen der Lebensmittelkontrollen durch die Corona-Krise. Routinekontrollen in Unternehmen sowie Probenanalysen seien größtenteils ausgesetzt, da die Laborkapazitäten jetzt für Corona-Proben gebraucht werden und Kontrolleure in den Gesundheitsämtern aushelfen, sagte der Geschäftsführer der Verbraucherschutzorganisation Foodwatch, Martin Rücker, unserer Redaktion. Lesen Sie hier das ganze Interview mit dem Foodwatch-Chef: „Corona droht zu Ernährungsarmut zu führen“

Diese Personalengpässe müssten wieder beseitigt werden. „Langfristig ist das ein echtes Problem, weil solche Routinekontrollen notwendig sind, um lebensmittelbedingte Erkrankungen zu vermeiden - was übrigens gerade während der Corona-Pandemie wichtig ist“, sagte Rücker.

5.55 Uhr: Aus Sorge vor einer Zunahme importierter Fälle von Corona-Infektionen will Südkorea die Einreisebestimmungen weiter verschärfen. Premierminister Chung Sye Kyun kündigte am Mittwoch an, sogenannte Visa-Waiver-Programme mit Ländern für ein visumfreies Reisen würden vorläufig auf Eis gelegt. Auch sollen keine neuen Visa für Staatsbürger aus den Ländern ausgestellt werden, die wegen der Pandemie die Einreise von Besuchern aus Südkorea verbieten. Eine formale Entscheidung darüber sollte später bekanntgegeben werden.

5.29 Uhr: Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Georg Maier (SPD), hat vor rechtsextremer Propaganda zur Corona-Krise gewarnt. Manche in der Szene versuchten, die Krise für Verschwörungstheorien zu nutzen, sagte der thüringische Ressortchef dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND; Mittwochsausgaben). Die Innenminister hätten dies „im Auge“. Auch die EU warnte unlängst vor der Vervbreitung von Fake News in der Corona-Krise.

Auch der Präsident des thüringischen Landesamtes für Verfassungsschutz, Stephan Kramer, warnte vor Versuchen von Rechtsextremisten, „aus der Krise Kapital zu schlagen“. Angehörige der Szene kritisierten ein angebliches „Staatsversagen“ oder behaupteten, Flüchtlinge hätten das Virus verbreitet. Andere verbreiteten, die Corona-Krise diene „als Mittel, um einen Polizeistaat einzurichten“, sagte Kramer dem RND.

Manche in der Szene spielen laut Kramer auch mit dem Gedanken, die Krise durch Anschläge noch weiter zuzuspitzen – oder sie unternähmen umgekehrt den Versuch, sich Bürgern als Kümmerer und Helfer anzubieten. Letzteres habe zum Beispiel in Südthüringen bereits teilweise funktioniert. Dies führe dazu, dass sich die Rechtsextremisten „weiter ausbreiten können“, sagte der thüringische Verfassungsschutzchef.

4.16 Uhr: Im Kampf gegen die Corona-Epidemie hat der Bund eine „Luftbrücke“ für Transporte mit dringend benötigter Schutzausrüstung aus China nach Deutschland organisiert. Damit ist man in der Lage, täglich eine Passagiermaschine der Lufthansa für 25 Tonnen Fracht nach Shanghai zu schicken, wie die Deutsche Presse-Agentur vom Bundesgesundheitsministerium erfuhr. Hinzu kommen demnach weitere Transport-Optionen über das Verteidigungsministerium. Beide Maßnahmen sollen dazu dienen, flexibel auf Warenströme reagieren zu können.

Schutzausrüstung für medizinisches Personal wie Atemschutzmasken und Anzüge sind derzeit weltweit knapp, der Markt ist außerdem stark umkämpft. Die Bundesregierung ist daher in eine zentrale Beschaffung eingestiegen, um ergänzendes Material zum Weiterverteilen an Praxen, Krankenhäuser und Pflegeheime zu besorgen. Dabei bereiten Einkaufs- und Lieferbedingungen teils Schwierigkeiten - besonders in China, das für den Großteil der globalen Schutzmaskenproduktion steht.

• Hintergrund: So gut schützen Atemmasken und Mundschutz vor dem Coronavirus

Corona-Quarantäne: Bundesinnenministerium schlägt strenge Regeln vor

3.16 Uhr: Wer in Deutschland gegen die neuen Quarantäne-Regeln für Einreisende verstößt, muss womöglich mit saftigen Bußgeldern rechnen. In einem Entwurf zu einer Muster-Verordnung für die Bundesländer, die derzeit im Bundesinnenministerium erarbeitet wird, heißt es, Einreisende seien verpflichtet, sich „unverzüglich nach der Einreise auf direktem Weg in ihre Wohnung oder in die während ihres Aufenthalts geplante Unterkunft zu begeben und sich für einen Zeitraum von 14 Tagen nach ihrer Einreise ständig dort auszuhalten“. Während dieser Zeit sei es „nicht gestattet, Besuch von Personen zu empfangen, die nicht ihrem Hausstand angehören“, heißt es in dem Entwurf, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Ausnahmen gibt es etwa für Pfleger.

Wie hoch das Bußgeld jeweils ist, soll davon abhängen, wie groß das Ausmaß der „durch die Tat entstandenen Gefahren für die öffentliche Gesundheit“ ist, ob der Betreffende fahrlässig gehandelt hat oder sich uneinsichtig zeigt und ob ein Wiederholungsfall vorliegt.

Wer nach der Einreise gegen die häusliche Absonderung verstößt, soll nach den Empfehlungen des Ministerium zwischen 200 Euro und 25.000 Euro zahlen. Verstöße gegen das Besuchsverbot sollen mit einem Bußgeld von mindestens 150 Euro und höchstens 10.000 Euro geahndet werden. Fährt jemand nicht direkt nach Hause, soll er 50 Euro bis 5000 Euro bezahlen. Wer seiner Verpflichtung, Kontakt zum Gesundheitsamt aufzunehmen, nicht nachkommt, soll dafür ein Bußgeld zwischen 50 Euro und 2000 Euro entrichten.

Um grenzüberschreitende Infektionsketten zu stoppen, hatte das Corona-Krisenkabinett am Montag beschlossen, für alle Einreisenden eine 14-tägige Quarantäne anzuordnen. Da außer Berufspendlern, Lastwagenfahrern und anderen speziell definierten Gruppen ohnehin kaum noch Ausländer einreisen dürfen, betrifft diese Regelung in erster Linie Deutsche und Ausländer, die dauerhaft in Deutschland leben. Zuständig für die Verordnung sind die Gesundheitsministerien der Länder.

0.38 Uhr: US-Präsident Donald Trump erhöht in der Coronavirus-Krise den Druck auf die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Trump drohte bei einer Pressekonferenz am Dienstagabend (Ortszeit) im Weißen Haus, Gelder für die WHO einzufrieren. „Ich sage nicht, dass wir es tun werden, wir werden es untersuchen und die Beendigung der Finanzierung prüfen“, sagte Trump. Er revidierte damit eine nur wenige Minuten zuvor getroffene Aussage, wonach US-Gelder für die WHO auf Eis gelegt werden sollten – was nach einer bereits getroffenen Entscheidung klang.

Früher am Dienstag hatte Trump der WHO bereits vorgeworfen, es in der Coronavirus-Pandemie „wirklich vermasselt“ zu haben. Am Abend legte er nach und sagte, „wahrscheinlich“ habe die Organisation zu Beginn der Pandemie mehr gewusst, als sie offengelegt habe. Er warf der in Genf ansässigen Organisation zudem vor, „sehr chinazentriert“ zu sein, und betonte, dass die USA den „größten Anteil“ zum WHO-Budget leisteten.

0.02 Uhr: Twitter-Chef Jack Dorsey will Aktien im Wert von einer Milliarde Dollar (925 Mio Euro) stiften – unter anderem für den Kampf gegen die Coronavirus-Krise. Der 43-Jährige kündigte am Dienstag (Ortszeit) per Tweet an, 28 Prozent seines Privatvermögens in einen entsprechenden Fonds zu stecken.

Dienstag, 7. April 2020: Coronavirus - EU-Verhandlungen über Rettungspaket stocken

23.48 Uhr: Bei den EU-Verhandlungen über ein milliardenschweres Corona-Krisenpaket für Staaten, Unternehmen und Arbeitnehmer hat sich in der Nacht zum Mittwoch kein schneller Durchbruch abgezeichnet. Die ursprünglich für den Abend vorgesehene Pressekonferenz wurde auf 10 Uhr am Mittwoch verschoben. Aus Verhandlungskreisen hieß es, die Arbeiten an einem Kompromiss würden fortgesetzt, doch werde dies Zeit in Anspruch nehmen.

Hintergrund war der anhaltende Streit über die gemeinsame europäische Schuldenaufnahme über sogenannte Corona-Bonds oder Recovery Bonds. Frankreich, Italien, Spanien und andere beharrten nach Angaben in der Sitzung darauf, solche gemeinsamen europäischen Schuldtitel zumindest für Wiederaufbauprogramme nach der Pandemie ins Auge zu fassen. Deutschland, die Niederlande und andere hätten dies weiter abgelehnt, hieß es.

Bundesfinanzminister Scholz hatte vor der Sitzung der Eurogruppe und der übrigen EU-Finanzminister für drei „Instrumente der Solidarität“ geworben, die weitgehend konsensfähig schienen: vorsorgliche Kreditlinien des Eurorettungsschirms ESM; ein Garantiefonds für Unternehmenskredite der Europäischen Investitionsbank und das von der EU-Kommission vorgeschlagene Kurzarbeiter-Programm namens „Sure“. Nach Angaben von Eurogruppen-Chef Mario Centeno ergäben sie zusammen ein „Sicherheitsnetz“ im Wert von einer halben Billion Euro.

22.33 Uhr: Die EU-Staaten haben am Dienstag hart um ein milliardenschweres Rettungspaket für Staaten, Unternehmen und Arbeitnehmer in der Corona-Krise gerungen. Bundesfinanzminister Olaf Scholz zeigte sich zwar vor den Verhandlungen mit seinen EU-Kollegen verhalten optimistisch. Doch überschattete abermals der Streit über sogenannte Corona-Bonds die Suche nach einem Kompromiss, wie es am Abend aus Verhandlungskreisen hieß. Lesen Sie mehr: EU-Minister ringen um Kompromiss beim Corona-Rettungspaket

20.04 Uhr: Im Kampf gegen das Coronavirus wollen die EU-Staaten ihre wissenschaftliche Expertise stärker bündeln. In den kommenden Wochen soll eine Arbeitsgruppe aus hochrangigen Experten eingesetzt werden, die von den EU-Staaten und der EU-Kommission benannt werden, wie Bundesbildungsministerin Anja Karliczek am Dienstag vor einer Videoschalte mit ihren EU-Kollegen sagte. „Sie sollen uns zu möglichen weiteren Initiativen im Bereich von Forschung und Innovation auf mittel- und langfristige Sicht beraten.“

Die Arbeitsgruppe sei Teil eines Aktionsplans, den EU-Kommission und EU-Staaten in den vergangenen zwei Wochen erarbeitet hätten. Die Minister wollten am Dienstag über den Plan beraten.

20 Uhr: In Frankreich sind mehr als 10.000 Menschen in Folge der Covid-19-Pandemie gestorben. Seit Anfang März habe es 7091 Todesfälle in Krankenhäusern und 3237 in sozialen Einrichtungen wie Altersheimen gegeben, sagte Gesundheitsdirektor Jerome Salomon am Dienstag. Innerhalb von 24 Stunden hat Frankreich 607 Todesfälle in Krankenhäusern verzeichnet. „Wir sind noch nicht auf dem Höhepunkt“, sagte Salomon mit Blick auf die Pandemie. Eine Lockerung der Ausgangsbeschränkungen ergebe derzeit daher keinen Sinn.

19.13 Uhr: Deutschland will in der kommenden Woche 50 unbegleitete Minderjährige aus den Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln aufnehmen. Wie die Deutsche Presse-Agentur am Dienstag in Berlin erfuhr, hat die Landesregierung in Hannover zugesagt, dass sie ihre Corona-Quarantäne von zwei Wochen in Niedersachsen verbringen können. Anschließend sollen sie auf mehrere Bundesländer verteilt werden. Deutschland will dem Vernehmen nach gemeinsam mit Luxemburg, das die kurzfristige Aufnahme von zwölf Kindern und Jugendlichen zugesagt hat, einen Charterflug organisieren. Lesen Sie mehr: Deutschland holt minderjährige Flüchtlinge aus Griechenland

18.38 Uhr: Der Gesundheitszustand des britischen Premierministers Boris Johnson auf der Intensivstation hat sich nach Regierungsangaben stabilisiert. Der 55-Jährige musste auch nicht an eine Beatmungsmaschine angeschlossen werden, wie sein Sprecher am Dienstag in London mitteilte. Dem Premier werde zwar Sauerstoff zugeführt, aber er „atmet selbstständig ohne jegliche Unterstützung“. Johnson habe auch keine Lungenentzündung, berichtete der Sprecher.

Italien: Corona-Infektionskurve verlangsamt sich

18.35 Uhr: In Italien verlangsamt sich der Anstieg der Corona-Infektionskurve weiter. Doch die Zahl der Todesopfer innerhalb eines Tages bleibt mit 604 hoch. Unter anderem bei den Neuinfektionen konnte der Zivilschutz in Rom am Dienstag ein Signal der Hoffnung vermelden. So kletterte die Zahl der aktuell mit dem Erreger Sars-CoV-2 infizierten Menschen in einem Tag nur noch um weniger als ein Prozent. Das war ein vergleichsweise niedriger Anstieg. Die Experten sprachen insgesamt von einem Erfolg der strikten Maßnahmen im Kampf gegen das Virus.

17.38 Uhr: NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat die Bevölkerung in der Corona-Krise auf eine stufenweise Rückkehr in die Normalität vorbereitet. Am Mittwoch tage der Expertenrat, und es würden erste Zwischenergebnisse erwartet, sagte Laschet am Dienstag nach einer Sitzung des Landeskabinetts.

„Nach meiner Auffassung brauchen wir flexible Antworten“, sagte er. Derzeit werde der Schutz der Bevölkerung durch das massive Herunterfahren des gesamten öffentlichen Lebens erreicht. Künftig werde man in Landkreisen mit einer hohen Infektionsquote wohl anders reagieren müssen als in Regionen mit weniger Infizierten. „Die Menschen müssen einen Plan erkennen“, sagte Laschet. „Wir brauchen einen Fahrplan in eine wachsame, verantwortungsvolle Normalität.“

Die SPD-Opposition fordert währenddessen weitgehende Korrekturen am geplanten Pandemie-Gesetz der schwarz-gelben Landesregierung. Die „Zwangsrekrutierung“ von medizinischem Personal müsse aus dem Gesetzentwurf herausgestrichen werden, sagte Landtagsfraktionschef Thomas Kutschaty am Dienstag dem Radiosender WDR 5. Dagegen müssten in das Gesetz Befristungen der Maßnahmen sowie Kontrollrechte des Parlaments aufgenommen werden.

Laschet will das Pandemie-Gesetz am Donnerstag mit Zugeständnissen an die Opposition durch den Landtag bringen. Es werde nur eine einstimmige Gesetzgebung im Parlament geben, sagte Laschet am Dienstag in Düsseldorf.

Lufthansa schließt Luftbetrieb des Tochterunternehmens Germanwings

17.13 Uhr: Als Reaktion auf die Corona-Krise schließt die Lufthansa den Flugbetrieb ihrer Kölner Tochter Germanwings. Zudem sollen etliche Flugzeuge auch anderer Teilgesellschaften stillgelegt werden, wie das Unternehmen am Dienstag in Frankfurt mitteilte.

16.59 Uhr: Das neue Coronavirus hat sich in Deutschland aus Sicht des Virologen Christian Drosten noch nicht weit verbreitet. Die Bevölkerung insgesamt sei nicht stark durchseucht – trotz der hohen und steigenden Meldezahlen, sagte der Charité-Wissenschaftler am Dienstag im NDR-Podcast. Er dämpfte Hoffnungen, wonach man mittels Antikörpertests nun in großer Zahl Menschen finde, die die Infektion schon unbemerkt hinter sich haben. „Das wird sich nicht so rausstellen.“

Drosten berief sich auf erste eigene Tests und Berichte von Kollegen in anderen Ländern. „Man findet nicht eine überraschend große Zahl von unerkannten echt positiven Antikörper-Ergebnissen“, sagte er. Antikörper gelten als Indikator für eine durchgemachte Infektion. Solche Studien seien nun, zu Beginn der Epidemie, in großer Breite erforderlich, sagte der Virologe. Punktuelle Untersuchungen hingegen seien „wirklich sinnlos“, da es bisher eine Zufallsverteilung bei den Infektionen gebe.

Das ist der Coronavirus-Experte Christian Drosten
Das ist der Coronavirus-Experte Christian Drosten

16.42 Uhr: In Großbritannien könnte es einer Studie zufolge europaweit die meisten Todesopfer während der ersten Welle der Corona-Pandemie geben. Wie eine Untersuchung des IHME-Instituts der University of Washington am Dienstag zeigte, könnte es in Großbritannien bis Juli 66.000 Tote gegen. Das wären weit mehr als in Italien, das den Berechnungen zufolge bis dahin 20.000 Tote zu verzeichnen hätte. Europaweit rechnen die Forscher mit 151.680 Toten.

In Großbritannien, wo erst deutlich später Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus ergriffen wurden als in anderen Staaten in Europa, gibt es mit aktuell mehr als 5000 Toten noch deutlich weniger Todesfälle. Allerdings liegt das Vereinigte Königreich bei der Entwicklung einige Tage hinter dem Rest des Kontinents zurück, wobei die Kurve der Todeszahlen schon jetzt weitaus steiler als in anderen Ländern verläuft.

EU will Drittstaaten im Kampf gegen Corona mit 15 Milliarden Euro unterstützen

16.21 Uhr: Die EU wird Drittstaaten im Kampf gegen die Corona-Pandemie nach Angaben von h mit 15 Milliarden Euro unterstützen. „Afrika und unsere Nachbarschaft könnten in wenigen Wochen vor den gleichen enormen Herausforderungen stehen“ wie die EU, sagte von der Leyen am Dienstag in einer Videobotschaft. „Es liegt in unserem Interesse, dass der Kampf weltweit erfolgreich ist.“

Woher die Mittel kommen und welche Länder davon profitieren sollen blieb zunächst unklar. Das Geld werde in „Partnerländern weltweit“ Gesundheitssysteme stärken und die Wirtschaft stützen, sagte von der Leyen. „Zusätzliches Geld stellen die Regierungen unserer Mitgliedstaaten bereit“, fügte sie hinzu.

16.06 Uhr: Möglichst viele Obduktionen bei Coronavirus-Toten fordern zwei Pathologie-Fachverbände. Sie seien nötig, um mehr über die Erkrankung „und deren oft erstaunlich fulminanten Verlauf“ zu erfahren, teilten der Bundesverband Deutscher Pathologen (BDP) und die Deutsche Gesellschaft für Pathologie (DGP) mit. Bestenfalls könne man aus den Erkenntnissen weitere Optionen für die Behandlung ableiten, hieß es.

Die Verbände widersprechen damit nach eigenen Angaben Empfehlungen des Robert Koch-Instituts (RKI), wonach eine innere Leichenschau und andere Maßnahmen, bei denen winzige Tröpfchen produziert werden, vermieden werden sollten. Das vom RKI betonte Infektionsrisiko sei zwar ein wichtiger Aspekt, „aber als Entscheidungsgrundlage zu schmal“, erklärten die Pathologen. Der Schutz der Mitarbeiter bei Obduktionen werde sichergestellt. „BDP und DGP bitten das RKI darum, die Gesundheitsbehörden entsprechend zu informieren.“

RKI-Präsident Lothar Wieler sagte am Dienstag in einem anderen Kontext, es sei zum Beispiel noch unklar, woran etwa jüngere Covid-19-Patienten sterben. Angesichts von Wissenslücken über die neue Erkrankung seien Obduktionen sehr wichtig.

Ab Sonntag gilt in Israel Maskenpflicht

15.42 Uhr: Ab Sonntag gilt in Israel eine Maskenpflicht. So will die Regierung weiter gegen die Ausbreitung des Coronavirus vorgehen. Menschen könnten dann selbst hergestellte oder industriell produzierte Masken tragen, um Mund und Nase zu bedecken.

Außerdem werden vom Dienstagabend an bis zum Sonntagmorgen der öffentliche Nahverkehr sowie der internationale Passagierflugverkehr eingestellt. Flüge dürften dann nur noch mit vorheriger Genehmigung der Regierung stattfinden.

Die Regierung genehmigte zudem die bereits zuvor angekündigten Einschränkungen zu Beginn des jüdischen Pessachfestes am Mittwochabend. Von Dienstag bis Freitag dürfen Bürger ihre Städte und Dörfer nicht verlassen. Jerusalem mit den meisten nachgewiesenen Coronavirus-Fällen in Israel wurde dabei in mehrere Bezirke unterteilt. Von Mittwochnachmittag bis Donnerstagmorgen gelte landesweit eine Ausgangssperre. Bürger dürften ihr Haus grundsätzlich nicht verlassen.

Zum Auftakt des Pessachfestes kommen in Israel traditionell Familien zum großen Abendessen zusammen. Die Regierung hatte mehrfach die Sorge geäußert, dass Zusammenkünfte zum Pessachfest die Ausbreitung des Coronavirus massiv befeuern könnten. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums ist der Erreger Sars-CoV-2 mittlerweile bei 9006 Personen in Israel nachgewiesen worden. 59 Menschen sind den Angaben zufolge nach einer Coronavirus-Infektion gestorben. Israel hat rund neun Millionen Einwohner.

Coronavirus-Pandemie: Japan ruft Notstand aus

15.33 Uhr: Japans Regierungschef Shinzo Abe hat wegen der Ausbreitung des Coronavirus den Notstand für den Großraum Tokio und andere Provinzen ausgerufen. Abe rief die Bürger auf, abgesehen von nötigen Besorgungen möglichst zu Hause zu bleiben. Eine harte Abschottung wie in Italien oder Frankreich ist das aber nicht. Zugleich verkündete der Rechtskonservative das größte Konjunkturpaket aller Zeiten im Volumen von 108 Billionen Yen (916 Mrd Euro). „Japans Wirtschaft steht vor der größten Krise der Nachkriegszeit“, so Abe.

Der Notstand gilt bis zum 6. Mai für Tokio, die drei Nachbarprovinzen Chiba, Kanagawa und Saitma sowie Osaka, Hyogo und Fukuoka. Die Bevölkerung ist zwar aufgefordert, möglichst in ihren Häusern zu bleiben. Bürger können bei Missachtung jedoch nach dem Gesetz weder bestraft werden, noch können Firmen gezwungen werden, die Arbeit einzustellen.

Kritiker hatten der Abe-Regierung vorgeworfen, mit Blick auf die Olympischen Spiele nicht genug auf Coronavirus-Infektionen zu testen. Seitdem die Spiele jüngst wegen der Pandemie auf den Sommer nächsten Jahres verschoben wurden, nehmen die Infektionszahlen in Japan deutlich zu. Inzwischen gibt es in dem Land mit rund 127 Millionen Einwohnern mehr als 4800 Fälle. Mehr als 100 Tote sind zu beklagen.

Coronavirus-Krise in NRW: Infektionsgeschehen verlangsamt sich laut Ministerpräsident Laschet

14.52 Uhr: In Nordrhein-Westfalen verlangsamt sich die Ausbreitung des Coronavirus nach Angaben von Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) weiter. Am Montag habe der für die Berechnung der Dynamik des Infektionsgeschehens wichtige Verdoppelungszeitraum der Infektionszahlen bei 11,1 Tagen gelegen, sagte Laschet am Dienstag. Im Durchschnitt liege NRW damit etwas besser als andere Bundesländer.

Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hatte einen Verdoppelungszeitraum von 12 bis 15 Tagen als empfehlenswert bezeichnet, damit das Gesundheitssystem nicht durch die Corona-Kranken überlastet werde.

Die Verlangsamung zeige, dass die Maßnahmen, die in dem Land ergriffen worden seien, wirkten, so Laschet. „Man merkt, dass sich die Menschen an die Regeln halten.“ NRW ist das Bundesland mit den meisten nachgewiesenen Coronavirus-Infektionen nach Bayern. Am Dienstag (Stand 10 Uhr) zählte das Gesundheitsministerium für NRW 21.582 Fälle von Covid-19 und damit rund 860 bestätigte Infektionen mehr als am Montagmorgen. Die Todesfälle stiegen auf 347.

14.34 Uhr: Die Unesco hat in der Corona-Krise zum Schutz von Armen, Geflüchteten und anderen besonders gefährdeten Gruppen aufgerufen. Die UN-Kulturorganisation verwies in einer am Dienstag in Paris verbreiteten Erklärung auf die Schwierigkeit, „soziale Distanz unter Bedingungen der Überbevölkerung herzustellen, die in Slums und Flüchtlingslagern herrschen“. Armut und Heimatlosigkeit machten besonders verwundbar, hieß es.

Besorgt äußerte sich Unesco-Generalsekretärin Audrey Azoulay angesichts der weltweiten Corona-Auflagen zudem über die Einhaltung von Bürgerrechten und ethischen Normen. Die deutsche Unesco-Kommission rief dazu auf, „Grundrechtseinschränkungen und unumkehrbare wirtschaftliche Schäden zu minimieren“.

Coronavirus-Krise in Bayern: Söder deutet Verlängerung der Beschränkungen an

13.50 Uhr: Im Kampf gegen das Coronavirus müssen sich die Menschen in Bayern möglicherweise noch auf länger andauernde Schulschließungen und Beschränkungen des öffentlichen Lebens einstellen. „Nach Ostern werden Perspektiven entwickelt und abgestimmt“, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nach einer Kabinettssitzung in München. Es werde dann nicht einfach so weitergehen wie bisher. Man dürfe die Maßnahmen nicht zu frühzeitig lockern, sondern müsse in Stufen vorgehen.

Bayern ist im Vergleich zu anderen Bundesländern besonders stark von der Corona-Pandemie betroffen, im Freistaat gelten seit zweieinhalb Wochen unter anderem weitreichende Ausgangsbeschränkungen.

13.28 Uhr: In der Coronavirus-Krise macht der Messenger-Dienst WhatsApp es seinen Nutzern ab sofort schwieriger, Nachrichten an Freunde weiterzuleiten. So will das Unternehmen die Verbreitung von falschen Informationen über die Coronavirus-Pandemie bremsen. Lesen Sie hier: Coronavirus-Krise: WhatsApp bremst Teilen von Nachrichten

13.23 Uhr: Im Kampf gegen die Corona-Pandemie sieht Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) greifbare Erfolge – Grund zu Entwarnung gibt es für ihn aber noch nicht. Es sei inzwischen zu beobachten, „dass die Maßnahmen wirken, dass die Verbreitung des Virus sich verlangsamt“, sagte Spahn in Stuttgart. Damit sich diese „ersten Trends weiter verstetigen“, müssten sich nun alle Bürger konsequent an die Schutzvorkehrungen halten: „Wir dürfen uns nicht in falscher Sicherheit wiegen“, mahnte er.

Die Entscheidung darüber, wann die Einschränkungen im Alltagsleben gelockert werden können, werde stark vom Verhalten der Bevölkerung an den bevorstehenden Ostertagen abhängen: „Ostern und auch die nächsten Tage werden sehr entscheidend sein, ob es uns gelingt, das, was wir jetzt im Trend sehen, fortzusetzen.“ Nötig sei, dass sich die Bürger weiter an die Kontaktbeschränkungen hielten, auch wenn dies über Ostern besonders schwer falle, sagte Spahn. „Wir werden noch Monate mit dem Virus umgehen müssen.“

13.06 Uhr: Die Jugendämter in Deutschland verzeichnen im Zuge der Corona-Krise einen Anstieg sogenannter Inobhutnahmen von Kindern und Jugendlichen. Das sei zwar bisher kein flächendeckendes Phänomen und konkrete Zahlen gebe es frühestens in einem Jahr, sagte der Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft Landesjugendämter (BAG), Lorenz Bahr, der Deutschen Presse-Agentur. „Aber wir haben schon die Wahrnehmung, dass es einen Anstieg von Inobhutnahmen im städtischen Umfeld gibt.“

12.52 Uhr: Der am Coronavirus leidende und auf der Intensivstation liegende britische Premierminister Boris Johnson bekommt Sauerstoff, wurde aber bislang nicht beatmet. Ein Beatmungsgerät stehe aber bereit, sollte es notwendig werden, sagte der Staatssekretär für Kabinettsangelegenheiten, Michael Gove, im Radiosender LBC. Mehr dazu hier: Johnson kommt auf Intensivstation noch ohne Beatmung aus

Coronavirus: Paris verbietet tagsüber Sport an der frischen Luft

12.38 Uhr: Der Deutsche Filmpreis wird wegen der Corona-Krise in diesem Jahr nicht bei einer großen Gala verliehen. Stattdessen ist eine Fernsehshow am 24. April geplant. Viele Filmschaffende, Musiker und Laudatoren arbeiteten daran, das Kino „trotz räumlicher Trennung“ zu feiern, teilte die Deutsche Filmakademie mit. Sie würden „live aus ihren Wohnzimmern dazugeschaltet“.

Erstmals werde die Verleihung live ausgestrahlt, teilte auch der Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) mit. Schauspieler Edin Hasanovic moderiert den Abend um 22.15 Uhr im Ersten. „Meine Damen und Herren, der Deutsche Filmpreis findet statt. Ja, und wehe wenn nicht“, scherzte er in einem Twittervideo. „Ich hab’ doch nicht acht Wochen Hüttenkäse gegessen, um jetzt abzusagen.“

12.21 Uhr: Die Stadt Paris verschärft die ohnehin strengen Ausgangsbeschränkungen weiter und verbietet Sport an der frischen Luft zwischen 10 und 19 Uhr. Die neue Regelung gelte ab Mittwoch, teilten Bürgermeisterin Anne Hidalgo und die Polizeipräfektur mit. Sport sei weiterhin zwischen 19 Uhr und 10 Uhr erlaubt, wenn der Andrang auf den Straßen am geringsten sei.

Paris hatte bereits vor drei Wochen alle Parks und Grünflächen geschlossen und Sportler so auf die Fußgängerwege gedrängt. Außerdem sind Spaziergänge und Sport im ganzen Land auch nur noch im Radius von einem Kilometer zur Wohnung und eine Stunde am Tag erlaubt.

12.14 Uhr: Im besonders hart von der Coronavirus-Pandemie betroffenen Spanien ist die Zahl der Todesfälle wieder deutlich angestiegen. Binnen eines Tages wurden 743 neue Corona-Tote gemeldet, wie das spanische Gesundheitsministerium mitteilte. Zuvor hatten rückläufige Todeszahlen vier Tage in Folge die Hoffnung keimen lassen, dass Spanien das Schlimmste hinter sich habe.

Insgesamt sind in Spanien bisher bereits 13.798 Menschen nach Infektionen mit dem Coronavirus gestorben. Auch die Zahl der Neuinfektionen stieg in Spanien wieder schneller an – um 4,1 Prozent. Die Gesamtzahl der bestätigten Corona-Infektionen lag nach den Zahlen des Gesundheitsministeriums nun bei 140.510. Experten des Ministeriums hatten bereits gewarnt, dass die Zahl der Todesfälle und Neuinfektionen vom Wochenende erst mit Verspätung gemeldet würden.

Ministerpräsident Günther hofft auf Lockerung der Corona-Maßnahmen nach Ostern

12.06 Uhr: In den Räumlichkeiten des Europäischen Parlaments in Straßburg werden ein Testzentrum für das Coronavirus und eine Beratungsstelle für Patienten eingerichtet. Das Parlament arbeite dafür mit den französischen Behörden zusammen, erklärte Parlamentspräsident David Sassoli auf Twitter. „Wir wollen in diesen schwierigen Zeiten bei unserer Gastgeberstadt und ihren Bürgern sein.“

11.55 Uhr: Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hofft auf eine schrittweise Lockerung der Corona-Auflagen nach Ostern. „Wir beginnen also demnächst eine Phase, wo wir aller Voraussicht nach gewisse gesellschaftliche Dinge wieder ermöglichen“, sagte Günther der Wochenzeitung „Die Zeit“.

„Die Schließung etwa von Restaurants und Cafés war auch deshalb nötig, weil der Abstand nicht eingehalten wurde – anfangs war auch nicht das Bewusstsein für die notwendigen Verhaltensregeln vorhanden. Das ist jetzt anders. Da, wo es räumlich möglich ist, den Abstand zu wahren, kann man Regelungen auch wieder lockern.“

11.45 Uhr: Um die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt zu dämpfen, hat Japans Regierung ein Konjunkturpaket im Volumen von 108 Billionen Yen (916 Milliarden Euro) abgesegnet – das größte aller Zeiten. Damit sollen vor allem in Not geratene Familien und kleine Firmen geholfen werden. Das Konjunkturpaket ist noch größer, als eines, das Japan während der globalen Finanzkrise 2008 geschnürt hatte. Dieses hatte damals ein Volumen von rund 57 Billionen Yen. Der Kabinettsbeschluss fiel am Dienstag zusammen mit der Ausrufung des Notstands für den Großraum Tokio sowie andere Provinzen angesichts steigender Infektionszahlen.

RKI: Neue App soll Covid-19-Symptome erkennen

10.42 Uhr: Frankreich will die Bewohner von Altenheimen flächendeckend auf das Coronavirus testen lassen. Gesundheitsminister Olivier Véran kündigte umfassende Tests ab diesem Dienstag an. Grund ist die hohe Todesrate: In französischen Altenheimen und Pflegeeinrichtungen starben nach offiziellen Angaben schon mehr als 2400 Menschen an der Lungenkrankheit Covid-19. Das ist knapp ein Viertel der insgesamt 8911 Toten im Land.

10.17 Uhr: Ab dem heutigen Dienstag gibt es vom Robert Koch-Institut (RKI) eine neue App. Über die „Corona-Datenspende“-App können Benutzer von Smartwatches oder Fitnessarmbändern ihre Daten an das Institut freigeben. Durch die übermittelten Vitalwerte können eventuelle Covid-19-Symptome von den Wissenschaftlern besser untersucht werden.

Die von den Nutzern der Corona-Datenspende-App freiwillig zur Verfügung gestellten Daten ermöglichen den Wissenschaftlern des RKI genauere Einblicke in die Verbreitung des Coronavirus. Die App dient nicht der Nachverfolgung von Kontaktpersonen, sondern kann dazu beitragen, ein genaueres Bild über die Wirksamkeit der Maßnahmen zur Bekämpfung von Covid-19 zu gewinnen.

10.13 Uhr: Das durchschnittliche Alter der Covid-19-Erkrankten in Deutschland beträgt derzeit 48 Jahre, Männer und Frauen sind gleichermaßen betroffen. Die Verstorbenen nach einer Infektion mit dem Coronavirus waren im Durchschnitt 80 Jahre alt. Das gab das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin bekannt.

Im Vergleich zum Vortag gibt es 173 Todesfälle nach Coronavirus-Infektionen mehr. Die Gesamtzahl liegt laut RKI bei 1607. Den Anstieg der Verstorbenen-Zahlen erklärt das RKI-Präsident Lothar Wieler bei einer Pressekonferenz damit, dass es vermehrt Ausbrüche in Krankenhäusern und Pflegeheimen gebe.

Mutter von Pep Guardiola nach Coronavirus-Infektion gestorben

10.10 Uhr: Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hat die Unterstützung der Bundeswehr in Gesundheitsämtern und Pflegeheimen in Aussicht gestellt. „Die Bundeswehr steht da zur Verfügung, wo sie gerufen wird“, sagte Kramp-Karrenbauer am Dienstag im Deutschlandfunk. Dazu gehöre es, zivile Strukturen zu unterstützen, wenn sie so unter Stress seien, dass sie ihre Aufgabe nicht mehr erfüllen könnten.

9.39 Uhr: Nach seiner überstandenen Coronavirus-Infektion hat sich der frühere Unionsfraktionschef Friedrich Merz demonstrativ hinter die Arbeit der Bundesregierung gestellt. „Es gab ja eine sehr schwierige Phase vor der Krise. Es gab sehr schlechte Wahlergebnisse“, sagte der 64-jährige Kandidat für den CDU-Parteivorsitz in der RTL-Sendung „Guten Morgen Deutschland“. „Aber das ist jetzt vorbei, in der Krise muss die Bevölkerung hinter der Regierung stehen. Und das gilt für mich auch.“

Merz hatte das Erscheinungsbild der Bundesregierung im vergangenen Herbst noch als „grottenschlecht“ bezeichnet. Mitte März wurde er positiv auf das Coronavirus getestet.

9.37 Uhr: Die deutsche Industrie erwartet laut einer Umfrage des Ifo-Instituts wegen der Corona-Krise in den kommenden drei Monaten einen massiven Rückgang der Produktion. Wie das Forschungsinstitut in München mitteilte, sackte der Index der Produktionserwartungen im März um 22,8 Punkte auf minus 20,8 Punkte ab. Dies signalisiert eine Schrumpfung der Produktion und ist der schärfste Einbruch seit Beginn der Umfrage im Jahr 1991.

8.57 Uhr: Die Mutter des spanischen Fußball-Startrainers Pep Guardiola vom Premier-League-Club Manchester City ist nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Das verkündete Guardiolas Verein am Montag auf Twitter. Dolors Sala Carrió sei in Manresa in der Nähe von Barcelona im Alter von 82 Jahren gestorben, teilte Man City mit.

Guardiola hatte seiner spanischen Heimat im vergangenen Monat eine Million Euro gespendet, um notwendiges medizinisches Equipment im Kampf gegen das Virus zu beschaffen.

8.23 Uhr: An Ostern gedenken Christen der Auferstehung Jesu. Doch die Corona-Pandemie macht auch vor dem wichtigsten christlichen Fest nicht halt: Aufgrund der Kontaktbeschränkungen verbringen in diesem Jahr viele Menschen die Feiertage in kleinem Kreis, zahlreiche Kirchen sind geschlossen, Veranstaltungen sind untersagt. Lesen Sie hier: Ostern in der Corona-Krise: Was ist dieses Jahr erlaubt?

Coronavirus: China meldet erstmals keine Todesfälle

8.16 Uhr: Im Gegensatz zu Österreichs Kanzler Sebastian Kurz und anderen Regierungschefs in Europa hält sich Angela Merkel noch zurück mit Gedankenspielen und Terminplänen für die Lockerung der Schutzmaßnahmen im Kampf gegen die Corona-Krise.

8.10 Uhr: Erstmals seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie hat China keine neuen Todesopfer mehr gemeldet. Schon seit Wochen gab es den offiziellen Angaben zufolge täglich kaum noch neue Infektionen und nur noch wenige neue Tote in der Volksrepublik.

Erneut gab es laut den Angaben 32 „importierte“ Infektionen, die bei Menschen bei der Einreise nach China nachgewiesen wurden. Insgesamt sind den offiziellen Angaben zufolge in China bislang 3331 Menschen durch die Lungenkrankheit Covid-19 ums Leben gekommen, 81.740 haben sich demnach nachweislich infiziert.

8.06 Uhr: Die Deutsche Fußball Liga (DFL) plant für die Wiederaufnahme des Spielbetriebs anscheinend nur mit dem Allernötigsten. Einem Bericht der Bild-Zeitung zufolge wären bei weiteren Geisterspielen in jedem Stadion inklusive beider Mannschaften (in normaler Stärke) und dem Ordnungspersonal 239 Personen erlaubt, davon 126 im Innenraum.

Beispielsweise dürfte jedes Team noch von acht Trainern, Betreuern und Ärzten begleitet werden, nur vier Balljungen wären in den leeren Stadien zugelassen. 36 Personen würden eine normale TV-Übertragung gewährleisten, insgesamt 70 Ordnerinnen und Ordner auch vor den Arenen Fan-Treffen verhindern.

7.28 Uhr: Bei „Hart aber fair“ ging es am Montagabend um einen etwas vernachlässigten Aspekt der Corona-Krise: die Lage in deutschen Alten- und Pflegeheimen. Dabei wurde deutlich: In Heimen gibt es auf vielen Ebenen Probleme. Hier mehr dazu: „Hart aber fair“: So hart trifft die Corona-Krise Altenheime

6.01 Uhr: Das neue Coronavirus hat die Ängste der Deutschen vor einer schweren Erkrankung laut einer aktuellen Umfrage bisher kaum befeuert. Im Vergleich zu 2019 stieg diese Sorge lediglich moderat um 6 Punkte von 35 auf 41 Prozent, heißt es in einer repräsentativen Sonderumfrage der R+V-Versicherung zu den Ängsten der Deutschen. Das sei in diesem Bereich der zweitniedrigste Wert seit 1992. Den niedrigsten (35 Prozent) gab es im vergangenen Jahr. „Das ist eine sensationelle Nachricht. Das hat mich echt erstaunt“, sagt Manfred Schmidt, Politikwissenschaftler an der Universität Heidelberg. Die Bundesbürger wirkten erstaunlich sorglos – oder cool.

Für die Studie wurden zwischen dem 31. März und 2. April 1075 Bundesbürger zwischen 16 und 75 Jahren repräsentativ online befragt. Schmidt wertet die Langzeit-Studie zu den Ängsten der Deutschen seit rund 15 Jahren aus und hat sich nun auch die Sonderumfrage angeschaut. Alle Ergebnisse will die Versicherung am Dienstagvormittag veröffentlichen.

Coronavirus: Nachfrage nach rezeptfreien Medikamenten gestiegen

5.46 Uhr: Viele Verbraucher in Deutschland haben sich aus Sorge vor dem Coronavirus mit Arzneien eingedeckt. Im März zog die Nachfrage nach rezeptfreien Medikamenten stark an und bescherte Pharmaunternehmen eine Sonderkonjunktur. Das berichteten mehrere Arzneihersteller auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

„In den letzten Wochen mussten wir über unser gesamtes Portfolio hinweg die zum Teil dreifache Bestellmenge bewältigen“, teilte etwa die Ratiopharm-Konzernmutter Teva am Dienstag in Ulm mit. Bei rezeptfreien Arzneien sei im März vor allem bei Paracetamol-haltigen Mitteln und Vitaminpräparaten die Nachfrage viel höher gewesen als sonst. In einzelnen Fällen habe es bei der Auslieferung Verzögerungen gegeben. Teva habe nicht nur in der Produktion die Kapazitäten erhöht, auch die Logistik arbeite in drei statt zwei Schichten.

Bayer verzeichnet nach Konzernangaben derzeit ebenfalls eine erhöhte Nachfrage nach rezeptfreien Medikamenten. Man sei „sehr gut in der Lage“, die höhere Nachfrage zu bedienen, bitte aber Verbraucher, sich beim Kauf auf übliche Mengen zu beschränken. Auch der hessische Arzneihersteller Stada sowie Sanofi berichteten von verstärkten Medikamenten-Käufen.

Apotheken hatten in der Corona-Krise bereits von einem Ansturm berichtet. „Die Nachfrage nach Arzneien und die Unsicherheit der Menschen ist hoch“, betonte jüngst der Branchenverband ABDA. Bei Erkältungs- und Schmerzmitteln gebe es viele Präparate verschiedener Hersteller und daher keinen Mangel. Die Apotheken hätten die Lagerbestände erhöht. Es gebe keinen Grund, Arzneien zu hamstern.

5.01 Uhr: Angesichts der immensen Zahl an Anträgen auf Corona-Soforthilfe hat die Steuerberaterin und Vorsitzende des Verbands Freier Berufe, Ute Mascher, bereits einige Missbrauchsfälle ausgemacht. Aus ihrer beruflichen Praxis seien ihr Fälle unerwünschter und unsolidarischer Mitnahmeeffekte bekannt geworden, sagte sie. So gebe es Teil-Selbstständige, die auch als Angestellte oder sogar Beamte ein festes Einkommen hätten und Ansprüche an die Soforthilfe stellten.

„Die Politik hat sehr schnell und aktiv auf die Krise reagiert“, sagte Mascher. Es stelle sich aber die Frage, ob der Staat Unternehmen und Personen durch nicht rückzahlbare Zuschüsse unterstützen müsse, die über ausreichende Liquidität aus anderen Quellen verfügten. In den Förderbedingungen ist festgelegt, dass privates Vermögen und private Kreditlinien bei der Unterstützung „vollständig außer Betracht“ bleiben.

UN-Sicherheitsrat beschäftigt sich mit Auswirkungen den Corona-Pandemie

4.47 Uhr: Mit einem Konjunkturprogramm im Volumen von 400 Milliarden Euro will Italien gegen die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise vorgehen. Es handle sich um das größte Staatsprogramm in der Geschichte des Landes, sagte Regierungschef Giuseppe Conte am Montagabend in einer Fernsehansprache. Die Hälfte der Hilfen soll an exportorientierte Unternehmen fließen, deren Umsätze in den vergangenen Wochen eingebrochen sind.

Es werde bald „einen neuen Frühling für Italien“ geben, sagte Conte voraus. Das neue Maßnahmenpaket kommt zu staatlich abgesicherten Darlehen für Unternehmen im Volumen von 340 Milliarden hinzu, welche die Regierung bereits im März angekündigt hatte.

4.12 Uhr: Der Deutsche Städtetag hat von Bund und Ländern angesichts wegbrechender Steuereinnahmen infolge der Corona-Krise einen „kommunalen Rettungsschirm“ gefordert. „Die Corona-Pandemie führt in allen Städten zu gravierenden finanziellen Belastungen: Einnahmen brechen weg, Ausgaben steigen“, sagte der Präsident des Deutschen Städtetages, Burkhard Jung, der Deutschen Presse-Agentur. „Schon jetzt zeichnen sich erhebliche Einbrüche bei der Gewerbesteuer ab. Nach den wichtigen Hilfen für Wirtschaft, Handel und Selbstständige brauchen nun auch die Kommunen finanzielle Unterstützung.“

Der Leipziger Oberbürgermeister sagte, der Städtetag befürchte für das Jahr 2020 ein Defizit der deutschen Kommunen in zweistelliger Milliardenhöhe. „Wir bitten Bund und Länder dringend um eine gemeinsame Kraftanstrengung, damit die Handlungsfähigkeit der Städte und die Liquidität der kommunalen Kassen sichergestellt wird.“

Die Bundesregierung hatte umfassende Hilfen für die Wirtschaft beschlossen, um Firmen und Jobs zu schützen. Jung sagte, es müsse nun ein Rettungsschirm auch für die Kommunen aufgespannt werden. „Denn auch nach der Krise wollen die Menschen in Städten und Gemeinden leben, die ihren Bürgerinnen und Bürgern gute Leistungen der Daseinsvorsorge zur Verfügung stellen können.“

Montag, 6. April 2020: Coronavirus-Infektion – Staatschefs wünschen Boris Johnson Kraft

23.36 Uhr: Viele europäische Spitzenpolitiker haben dem britischen Premierminister Boris Johnson eine baldige Genesung gewünscht. Bundeskanzlerin Angela Merkel wünschte Johnson viel Kraft und gute Besserung. Sie hoffe, dass Johnson das Krankenhaus bald wieder verlassen könne, schrieb Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag auf Twitter. Über den genauen Zustand des britischen Regierungschefs wurde offiziell nichts mitgeteilt.

Auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen wünschte Johnson via Twitter eine schnelle Genesung. Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg schloss sich den Wünschen um schnelle Genesung an. „Viel Kraft, Boris, und werde bald gesund“, twitterte er. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte getwittert, Johnson habe ebenso wie das britische Volk „in diesem schweren Moment meine ganze Unterstützung“.Er hoffe, dass der britische Regierungschef die Krankheit „schnell übersteht“.

23.20 Uhr: In Dänemark sollen die Maßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie langsam wieder gelockert werden. Die dänische Regierungschefin Mette Frederiksen kündigte am Montag eine schrittweise Aufhebung der Beschränkungen an, unter anderem sollen Kindergärten und Grundschulen ab dem 15. April wieder öffnen. Nach Ansicht der Gesundheitsbehörden sei es „angemessen und gerechtfertigt, eine langsame Öffnung zu beginnen. Bedingung sei aber, “dass alle auf Abstand bleiben und sich die Hände waschen„, sagte Frederiksen.

Die Rückkehr zur Normalität solle schrittweise erfolgen und sich über mehrere Monate erstrecken. Während kleine Kinder bereits ab dem 15. April wieder in den Kindergarten und die Grundschule zurückkehren könnten, müssten die Schüler der Mittel- und Oberstufe bis zum 10. Mai warten, kündigte die Regierungschefin an.

Bars, Restaurants, Friseur- und Massagesalons, Einkaufszentren sowie Diskotheken sollen nach wie vor geschlossen bleiben - auch Versammlungen von mehr als zehn Personen seien weiterhin verboten. „Das tägliche Leben wird vorerst nicht zur Normalität zurückkehren. Wir werden noch viele Monate mit vielen Einschränkungen leben“, verkündete Frederiksen. Die Schließung der Grenzen soll demnach ebenfalls verlängert werde, von Reisen ins Ausland werde weiterhin abgeraten. Große Versammlungen blieben bis August verboten.

Frederiksen appellierte an die Bevölkerung, die Maßnahmen einzuhalten. „Ein kleiner Ausrutscher in unserem individuellen Verhalten kann große Auswirkungen auf unser Wohlergehen als Gesellschaft haben“, sagte sie.

22.57 Uhr: Die milliardenschweren Hilfsprogramme für die Wirtschaft in der bringen nach den Worten von Bundesfinanzminister Olaf Scholz den Bundeshaushalt nicht in Bedrängnis. Im ZDF-„heute journal“ bejahte der SPD-Politiker am Montagabend die Frage, ob das alles noch kontrollierbar sei. Die Bundesregierung überlege sich das alles sehr sorgfältig, weil sie die Kontrolle über das Geschehen behalten, die Wirtschaft stabilisieren und zugleich erreichen wolle, dass auch nach der Krise noch ein gut finanzierter Staat da sei. Es sei gut, dass der Bund in den vergangenen Jahren solide gewirtschaftet habe.

Coronavirus-Infektion: Boris Johnson auf Intensivstation verlegt

21.53 Uhr: Boris Johnson hatte am Montag auf Twitter noch mitgeteilt, er sei auf Anraten seines Arztes „zu einigen Routinetests“ ins Krankenhaus gegangen. Nach Angaben eines Regierungssprechers litt er unter Fieber und Husten. Einige britische Medien schreiben hingegen von einer schweren Erkrankung der Lunge; Johnson wurde demnach bereits beatmet.

Auch Johnsons schwangere Verlobte Carrie Symonds verbrachte nach eigenen Angaben eine Woche mit Symptomen der Lungenkrankheit im Bett. Der Premier und Symonds hatten Ende Februar ihre Verlobung bekanntgegeben. Das Baby soll im Frühsommer auf die Welt kommen.

Die britische Regierung steht im Kampf gegen die Pandemie unter erheblichem Druck: Durch einen Schlingerkurs verlor sie wertvolle Zeit, um den Ausbruch einzudämmen. Im chronisch unterfinanzierten Gesundheitsdienst NHS (National Health Serice) gibt es zudem nicht genügend Tests, Schutzausrüstungen und Beatmungsgeräte. Erste Kliniken meldeten britischen Medien zufolge sogar einen Mangel an Sauerstoff für die Beatmung der Lungenkranken.

21.21 Uhr: Der mit dem Coronavirus infizierte britische Premierminister Boris Johnson ist auf die Intensivstation verlegt worden. Sein Zustand habe sich verschlechtert, sagte ein Regierungssprecher mehreren britischen Medien zufolge. Johnson war am Sonntag wegen seiner Covid-19-Erkrankung ins Krankenhaus eingewiesen worden. Er hatte seine Infektion Ende März öffentlich gemacht.

Der 55-jährige Johnson ist damit der erste Regierungschef weltweit, der wegen einer Coronavirus-Infektion intensivmedizinisch behandelt werden muss. Der BBC zufolge habe Johnson Außenminister Dominic Raab gebeten, die Regierungsgeschäfte zu übernehmen.

20.44 Uhr: In Frankreich ist die Zahl der Todesfälle nach Corona-Infektionen weiter drastisch gestiegen. Innerhalb von 24 Stunden seien 833 neue Fälle gemeldet worden, sagte Gesundheitsminister Olivier Véran am Montag in Paris. Seit dem 1. März seien mindestens 8911 infizierte Menschen gestorben. 605 Todesfälle seien in Krankenhäusern verzeichnet worden, mehr als 200 in Altenheimen und anderen Pflegeeinrichtungen.

Der Gesundheitsminister kündigte großflächige Tests zur Feststellung des Sars-CoV-2-Virus in den Einrichtungen an. Dadurch sollten Infektionen innerhalb der Senioren- und Pflegeheime gruppiert werden, um eine Ansteckung weiterer Bewohnerinnen und Bewohner zu verhindern, erklärte Véran. Dem Minister zufolge wurden seit Beginn der Coronavirus-Pandemie mindestens 2417 Todesfälle in den Einrichtungen verzeichnet. Véran betonte, dass in zwei Dritteln der französischen Pflegeeinrichtungen noch keine Infektionen aufgetreten seien. Die Zahl der Todesfälle sei schockierend, aber der Kampf sei noch nicht verloren, so der Minister.

Dänemark hat Lockerungen der Corona-Maßnahmen angekündigt

20.38 Uhr: Auch Dänemark hat eine erste Lockerung seiner in der Corona-Krise ergriffenen Maßnahmen nach Ostern angekündigt. In einem ersten vorsichtigen Schritt sollten Kinderkrippen, Kindergärten sowie die unteren Jahrgangsstufen von Schulen am 15. April wieder geöffnet werden, sagte die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen am Montagabend.

20.23 Uhr: Die Zahl der Coronavirus-Toten in den USA hat die Marke von 10.000 überschritten. Das geht aus Erhebungen der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore hervor. Bei rund 350.000 Bürgerinnen und Bürgern ist die Infektion nachgewiesen worden. Die wichtigsten Nachrichten zur Coronavirus-Epidemie in den USA finden Sie hier.

19.41 Uhr: In der Corona-Pandemie hat Neuseeland seine Grenzen geschlossen – und mehr als 10.000 deutsche Touristen saßen fest. Dann erlaubte das Land die Ausreise für die Urlauber: Mehr als 6000 seien inzwischen zurückgereist, hieß es am Montag aus dem Auswärtigen Amt in Berlin. Für die laufende Woche sei „ein gutes Dutzend weiterer Flüge in Planung“. Am Sonntag hatte das Auswärtige Amt mitgeteilt, dass die Bundesregierung 205.000 Reisende aus dem Ausland nach Deutschland zurückgeholt habe.

Beschränkungen in Wuhan aufgehoben

19.17 Uhr: Es ist die Stadt, in der die Coronvirus-Pandemie ihren Ursprung hatte: Mehr als zweieinhalb Monate nach der Abriegelung der chinesischen Metropole Wuhan im Kampf gegen das neue Coronavirus werden die letzten Beschränkungen der Bewegungsfreiheit für die elf Millionen Bewohner aufgehoben. Ab Mitternacht Ortszeit (Dienstag 18 Uhr MESZ) wird der Verkehr wieder normalisiert.

Autos dürfen dann die Stadt wieder verlassen, die Menschen mit dem Zug reisen – vorausgesetzt, sie sind gesund und hatten jüngst keinen Kontakt zu Infizierten. Auch der Flugverkehr wird am Mittwoch wieder aufgenommen.

Die Öffnung der Stadt ist für China ein wichtiges Signal, das Schlimmste überwunden zu haben: Von den mehr als 80.000 offiziell gemeldeten Infektionen in China waren 50.000 allein in Wuhan. Ähnlich waren von den landesweit mehr als 3300 aufgelisteten Toten mehr als 2500 allein in der Metropole zu beklagen. Beobachter gehen allerdings davon aus, dass bei weitem nicht alle Fälle gezählt und bekanntgegeben wurden.

Coronavirus in Norwegen: Ausbreitung laut Regierung unter Kontrolle

18.05 Uhr: Norwegen hat die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus nach Angaben von Gesundheitsminister Bent Høie unter Kontrolle gebracht: Neue Zahlen zeigten, dass jede mit dem Virus infizierte Person derzeit wahrscheinlich im Durchschnitt 0,7 andere Menschen anstecke, sagte Høie am Montagnachmittag in Oslo. Vor der Einführung der Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus Sars-CoV-2 habe dieser Wert noch bei 2,5 gelegen. Von einer frühzeitigen Abkehr von den Corona-Maßnahmen riet er jedoch ab.

Bis Montag sind in Norwegen 5755 Infektionen mit Sars-CoV-2 nachgewiesen worden. 59 Menschen mit Covid-19-Erkrankung sind bislang gestorben. Das Land hat rund 5,4 Millionen Einwohner. Die norwegische Regierung hatte Mitte März strikte Maßnahmen gegen die Corona-Ausbreitung eingeführt. Unter anderem sind die Grenzen für Ausländer geschlossen. Norweger, die in ihre Heimat zurückkehren, müssen 14 Tage lang in Quarantäne. Schulen und Kindergärten sind ebenso bis einschließlich Ostern geschlossen wie Kirchen, Unis und weitere Einrichtungen.

17.35 Uhr: Die schwedische Regierung strebt im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie vorübergehend mehr Befugnisse an. „Wir sehen die Notwendigkeit, schnell handeln zu können, wenn die Situation dies erfordert. Letztendlich geht es darum, Menschenleben zu schützen“, erklärte Gesundheitsministerin Lena Hallengren am Montag. Bei der Opposition rief ein entsprechender Gesetzesentwurf Kritik hervor.

Schweden verfolgt in der Pandemie bisher eine andere Strategie als die meisten anderen europäischen Staaten. Es gibt keine Ausgangsbeschränkungen; Schulen, Restaurants und Sportstätten sind nach wie vor geöffnet. Mit seinem Sonderweg in der Corona-Krise hat Schweden international viel Kritik auf sich gezogen. Bisher weist das Land aber relativ niedrige Infektionszahlen auf: Bis Montag erkrankten nach offiziellen Angaben 7206 Menschen am Coronavirus, 477 starben.

Coronavirus in Europa: Laut Merkel „größte Bewährungsprobe“ der EU

16.44 Uhr: Kanzlerin Merkel glaubt, die EU stehe „vor der größten Bewährungsprobe seit ihrer Gründung“. Alle Mitgliedsländer seien von der Coronavirus-Krise gleichermaßen betroffen. Es sei zugleich im Interesse aller, „dass Europa stark aus dieser Bewährungsprobe hervorgeht“, sagte Merkel am Montag im Kanzleramt.

Wenn „die schwersten Teile dieser Krise im gesundheitlichen Bereich“ überstanden seien, werde „ein Wiederbelebungsprogramm, ein Wiederaufbauprogramm“ benötigt, sagte Merkel weiter. Nach „diesem schweren wirtschaftlichen Einschnitt“ müsse es solche Konjunkturprogramme nicht nur auf nationaler, sondern auch auf europäischer Ebene geben.

Außerdem müsse dann darüber diskutiert werden, „welche strategischen Fähigkeiten“ innerhalb der EU benötigt würden. Weitere wichtige europäische Themen für die Zeit nach der Corona-Krise seien das Vorantreiben der Digitalisierung und der Klimaschutz.

16.38 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte am Montagnachmittag vor der Presse in Berlin, dass es noch kein Datum gebe, wann in Deutschland die Maßnahmen zur Verlangsamung der Coronavirus-Ausbreitung gelockert werden könnten. Fest stehe allerdings schon, dass die Beschränkungen nur schrittweise aufgehoben würden. Bei allen Überlegungen stehe der Gesundheitsschutz im Vordergrund.

Merkel dankte den Bürgerinnen und Bürgern, die diese „sehr, sehr harten Regeln“ einhielten, weil sie wüssten, dass sie damit Menschenleben retteten. „Für dieses Verständnis, das es gibt, möchte ich mich bedanken, denn die Regeln werden ja doch von der überwiegenden Mehrzahl der Menschen eingehalten“, sagte Merkel.

16.21 Uhr: Die Regelungen zum Kurzarbeitergeld sollen nach Forderungen des CDU-Wirtschaftsrats auch für jene mittelständischen Betriebe gelten, die über keinen Betriebsrat verfügen. Es sei „unsäglich“, dass solche Unternehmen in der gegenwärtigen Krisensituation nicht als Ganzes in Kurzarbeit gehen könnten, sondern sich um einzelvertragliche Regelungen mit jedem ihrer Arbeitnehmer bemühen müssten, sagte der Generalsekretär des Wirtschaftsrats, Wolfgang Steiger, unserer Redaktion. Lehnten Arbeitnehmer den Wechsel in Kurzarbeit jedoch ab, liefen die Personalkosten für das Unternehmen weiter wie bisher, kritisierte Steiger. In der derzeitigen Corona-Krise sei dies für die Betreibe „absolut existenzgefährdend“.

Steiger forderte die schwarz-rote Bundesregierung auf, entsprechende Neuregelungen auf den Weg zu bringen. Auch mittelständische Firmen „müssten die Möglichkeit haben, ganze Werke oder Betriebseinheiten in Kurzarbeit zu schicken“, verlangte Steiger. Es gehe nicht „um das Aushebeln von betrieblichen Mitbestimmungsrechten, sondern darum, dass auch unser Mittelstand diese Krise überlebt“.

16.07 Uhr: Trotz Corona-Krise will Europas größter Versicherer Allianz seinen Aktionären eine Dividende für 2019 auszahlen – gegen den Rat der europäischen Aufseher. „Obwohl zu erwarten ist, dass sich das aktuelle Umfeld auch in unseren Ergebnissen niederschlagen wird, bleibt unsere Finanzkraft weiterhin sehr stark“, teilte der Dax-Konzern am Montag in München mit. Daher sollen die Anteilseigner bei der Hauptversammlung am 6. Mai wie geplant über eine Dividende von 9,60 Euro je Aktie abstimmen. Wegen der Coronavirus-Pandemie findet die Versammlung in virtueller Form statt.

16 Uhr: Wir starten unseren neuen Newsblog. Ältere Nachrichten zum Coronavirus finden sie in unserem vorhergehenden News-Ticker.

Coronavirus-Pandemie – Mehr zum Thema:

Dass die Bundesregierung noch keinen Termin für die Lockerung der Maßnahmen nennt, hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel bereits In ihrem am Freitagabend veröffentlichten Podcast betont. Merkel sagte darin wörtlich, sie würde „absolut unverantwortlich handeln, wenn ich Ihnen heute einfach einen konkreten Tag nennen würde, an dem die Maßnahmen aufgehoben, zumindest aber gelockert werden könnten, dieses Versprechen dann aber nicht einhalten könnte, weil die Infektionszahlen es nicht zulassen.“ Lesen Sie hier: Angela Merkel ruft bei Feuerwehr an – die legt auf.

(dpa/afp/fmg)

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