Namhafte Corona-Berater: Was ist eigentlich die Leopoldina?

Berlin.  Die Leopoldina berät die Regierung in der aktuellen Corona-Krise. Wir erklären, was hinter dem Gremium steckt und wie es arbeitet.

Leopoldina: Empfehlungen für die Rückkehr zur Normalität

In ihrer Funktion als Regierungsberaterin in der Corona-Krise hat die Nationalakademie Leopoldina Empfehlungen für die Rückkehr zur Normalität vorgelegt. Dazu gehört die schrittweise Schulöffnung, bessere Datensammlung und Maskenpflicht im Personenverkehr.

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Die Deutsche Akademie der Wissenschaften Leopoldina ist in Deutschland aktuell in aller Munde. Die Leopoldina berät in der aktuellen Coronavirus-Pandemie die Bundesregierung und schlägt Strategien vor, die zu einer schrittweisen Rückkehr in die gesellschaftliche Normalität beitragen können.

Am Ostermontag legten die Wissenschaftler ihre Empfehlungen zur Überwindung der Pandemie vor, die unter anderem eine schrittweise Öffnung der Schulen, eine Maskenpflicht im Personenverkehr und eine Lockerung der Auflagen bei Einzelhandel und Gastronomie vorsieht.

Leopoldina: So wichtig ist die Akademie in der Coronakrise

Dieser Expertenrat ist der wohl wichtigste für die Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel am morgigen Mittwoch mit den Ministerpräsidenten der 16 Bundesländer. Sie wollen darüber entscheiden, ob die Kontaktauflagen gelockert oder verlängert werden. Bisher gelten sie bis zum 19. April.

Die Leopoldina ist eine der weltweit ältesten naturwissenschaftlichen Gelehrtengesellschaften und seit 2008 die Nationale Akademie der Wissenschaften Deutschlands. Unabhängig von wirtschaftlichen oder politischen Interessen berät sie Entscheidungsträger über gesellschaftlich relevante Themen – wie in der aktuellen Coronakrise.

Die Akademie wird durch ein Präsidium geleitet. Die Mitglieder des Präsidiums werden vom Senat gewählt, ihre Amtszeit beträgt fünf Jahre. Der Vorstand wird durch einen Präsidenten und vier Vizepräsidenten gebildet.

Leopoldina: Dieser Klimaforscher leitet die Akademie

Seit März diesen Jahres ist Prof. Dr. Gerald Haug Präsident der Leopoldina. Der Paläoklimatologe ist auf die Untersuchung von Sedimentkernen aus Ozeanen und Seen spezialisiert. Der 52-Jährige ist Preisträger des Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis und zudem Wissenschaftliches Mitglied am Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz.

Die vier Vizepräsidenten sind: Prof. Dr. Dr. Gunnar Berg (Physiker), Prof. Dr. Ulla Bonas (Genetikerin), Prof. PhD Regina Riphahn (Wirtschaftswissenschaftlerin) und Prof. Dr. Thomas Krieg (Mediziner).

Zwei besondere Aufgaben der Leopoldina

Die Leopoldina wird zu 80 Prozent durch den Bund und zu 20 Prozent durch das Land Sachsen-Anhalt finanziert. Nach ihrer Satzung hat die Leopoldina zwei besondere Aufgaben: die Vertretung der deutschen Wissenschaft im Ausland sowie die Beratung von Politik und Öffentlichkeit.

In ihrer Politik beratenden Funktion legt die Akademie fachkompetent, unabhängig, transparent und vorausschauend Empfehlungen zu gesellschaftlich relevanten Themen vor. Sie begleitet diesen Prozess mit einer kontinuierlichen Reflexion über Voraussetzungen, Normen und Folgen wissenschaftlichen Handelns.

Auch Darwin und Einstein waren Mitglieder der Leopoldina

Die Akademie wurde 1652 in Schweinfurt als „Academia Naturae Curiosorum“ gegründet und erhielt ihren heutigen Namen von Kaiser Leopold I., der sie 1687 zur Reichsakademie erhob. Seit 1878 hat sie ihren Sitz in Halle an der Saale.

Die derzeit rund 1600 Mitglieder sind wegen ihrer herausragenden wissenschaftlichen Leistungen in die Leopoldina gewählt worden. Zu den Mitgliedern zählen mehr als 170 Nobelpreisträgerinnen und Nobelpreisträger. In der Vergangenheit waren das Forscher wie Albert Einstein, Marie Curie, Charles Darwin, Max Planck und Niels Bohr.

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