RKI: Reproduktionszahl steigt weiter, neue Corona-Fallzahlen

Berlin.  Der R-Wert ist leicht angestiegen, liegt aber unter der wichtigen Marke von 1. Die aktuellen Fallzahlen des Robert Koch-Instituts.

Coronavirus: Darum ist die Reproduktionszahl so wichtig

Beim Coronavirus ist oft von der Reproduktionsrate oder einem Reproduktionswert die Rede. Was ist das und was sagt es aus? Unser Video erklärt es.

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  • RKI-Zahlen aktuell: Laut Robert Koch-Institut haben sich seit Beginn der Corona-Pandemie 198.556 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus infiziert (Stand 11. Juli)
  • Dass sind 378 Infektionen mehr als am Vortag
  • In Deutschland haben nach RKI-Schätzungen rund 184.400 Menschen eine Infektion mit dem Coronavirus überstanden
  • 9060 Menschen sind laut RKI in Deutschland an Covid-19 gestorben
  • Die Reproduktionszahl (R-Wert) ist in den letzten Tagen wieder etwas gestiegen
  • Der 7-Tage-R-Wert liegt bei 0,93 (Stand 11. Juli)
  • Wie entwickeln sich die Corona-Fallzahlen in Deutschland? Alle aktuellen Fall- und Kennzahlen des Robert Koch-Instituts gibt es hier im Überblick

In Deutschland sind laut Robert Koch-Institut (RKI) 9060 mit dem Coronavirus infizierte Menschen gestorben – ein Plus von sechs im Vergleich zum Vortag (Stand 11. Juli). Den Gesundheitsämtern zufolge haben sich insgesamt 198.556 Menschen nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert.

Zuletzt wurden 378 Neuansteckungen innerhalb eines Tages gemeldet (Stand 11. Juli). Etwa 184.400 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Lesen Sie hier: Alle aktuellen Nachrichten im Coronavirus-Newsticker.

Die vom RKI täglich aktualisierte Reproduktionszahl (kurz: R-Wert) liegt bei 0,93 (Stand 11. Juli). Damit hat sich der R-Wert im Vergleich zum Vortag (0,66) zwar wieder leicht erhöht, liegt aber weiterhin unter dem als kritisch geltenden Wert von 1. Ein Infizierter steckt damit im Mittel weniger als einen weiteren Menschen an.

RKI-Fallzahlen und Reproduktionszahl für Deutschland

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen liegt dieser Wert derzeit bei 0,93, am Vortag bei 0,90 (Stand 11. Juli). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen. Lesen Sie hier: Neuer Schweinegrippe-Virus entdeckt – droht nach Corona neue Pandemie?

Obwohl die Fallzahlen in Deutschland insgesamt auf einem niedrigen Niveau sind, beeinflussen lokale Häufungen den R-Wert stark. Der Wert reagiere auf kurzfristige Änderungen der Fallzahlen empfindlich, wie sie etwa durch einzelne Ausbruchsgeschehen verursacht werden können. Dies kann insbesondere bei einer insgesamt kleinen Anzahl von Neuerkrankungen zu verhältnismäßig großen Schwankungen führen, so das RKI.

Die sogenannte Reproduktionszahl, auch R-Wert genannt, ist ein wichtiges Instrument zur Einschätzung der Infektionsrate. Die Reproduktionszahl gibt an, wie viele Menschen ein Infizierter während seiner Erkrankung mit dem Erreger ansteckt. Liegt der Wert unter eins, verringert sich die Zahl der Neuinfektionen. Liegt er darüber, breitet sich das Virus weiter aus. Hintergrund: So wird die Reproduktionszahl berechnet.

Corona-Zahlen: Das sind die Unterschiede

Im Unterschied zum RKI meldet die amerikanische Johns-Hopkins-Universität (JHU) fortlaufend neue Fallzahlen: Laut JHU haben sich in der Bundesrepublik mittlerweile 199.332 Menschen mit dem Coronavirus infiziert (Stand 11. Juli). Die JHU zählte zudem 9068 Corona-Tote in Deutschland. Lesen Sie hier: RKI-Fallzahlen – Unterschiede zu den Corona-Daten der Johns-Hopkins-Universität.

Die Unterschiede zwischen der Datenlage des RKI und der JHU ergibt sich daraus, dass das deutsche Institut nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt. Zudem aktualisiert die Behörde ihre Aufstellung nur einmal täglich, die JHU ihre eigenen Zahlen jedoch laufend.

Coronavirus-Pandemie: RKI-Fallzahlen pro Bundesland

Die Uhrzeit, wann die Bundesländer neue Tagesstände übermitteln, variiert von Land zu Land. Unter Umständen gibt es dabei sogar an den verschiedenen Tagen Schwankungen.

Für die einzelnen Bundesländer übermittelte das RKI die folgenden Zahlen (nachgewiesene Infektionen, Datenstand 11. Juli):

  • Baden-Württemberg: 36.041
  • Bayern: 49.184
  • Berlin: 8617
  • Brandenburg: 3459
  • Bremen: 1689
  • Hamburg: 5230
  • Hessen: 11.122
  • Mecklenburg-Vorpommern: 804
  • Niedersachsen: 13.799
  • Nordrhein-Westfalen: 44.788
  • Rheinland-Pfalz: 7136
  • Saarland: 2812
  • Sachsen: 5473
  • Sachsen-Anhalt: 1907
  • Schleswig-Holstein: 3206
  • Thüringen: 3289

Alle wichtigen Zahlen finden Sie in unserem Coronavirus-Monitor.

RKI-Chef wehrt sich gegen Kritik

Mit der zu Beginn der Corona-Krise zunehmenden medialen Präsenz des Robert Koch-Instituts häufte sich auch die Kritik an den Aussagen und Empfehlungen der RKI-Experten. RKI-Präsident Lothar Wieler betonte: „Bislang habe ich nichts erkannt, wo wir richtig große Fehler gemacht haben.“ Man wisse inzwischen mehr über das Coronavirus als zu Beginn des Jahres und müsse „hier und dort“ Ansichten ändern.

Damit ging Wieler auch auf die Kritik ein, dass die Maskenpflicht recht spät eingeführt wurde und das Institut am Anfang der Pandemie noch dagegen war. „Die Bedeutung der Maske ist mit dem zunehmenden Wissen über diese Infektionskrankheit und über dieses Virus auch gewachsen“, erklärte Wieler.

Lesen Sie hier: Lockerung der Corona-Maßnahmen in Deutschland – diese Regeln gelten in ihrem Bundesland.

Weitere Informationen zur Corona-Krise:

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