Sexualstraftäter

Jeffrey Epsteins Opfer erhalten zweite Chance vor Gericht

Washington.  Ein umstrittener Deal, den Anwälte Epsteins ausgehandelt hatten, kann neu untersucht werden. Die Opfer hoffen auf Millionenzahlungen.

Missbrauchsvorwürfe: Das hat Prinz Andrew mit dem Fall Epstein zu tun

Prinz Andrew soll eine 17-Jährige missbraucht haben. Vermittelt hatte den Kontakt sein Freund, Millionär und Sexualstraftäter Jeffrey Epstein. Der Royal bestreitet die Vorwürfe.

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Neue Hoffnung für Opfer des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein auf Entschädigung: Die Umstände eines umstrittenen Deals, den Staatsanwälte in Florida unter der Leitung eines Ex-Kabinettsmitglieds von Präsident Donald Trump 2008 mit Epsteins Rechtsvertretern hinter dem Rücken der Opfer um Courtney Wild ausgehandelt hatten, können neu untersucht werden.

Das hat das 11. Berufungsgericht der USA entschieden, wie der „Miami Herald” und andere Zeitungen unter Berufung auf Justizangaben berichten. Damals war Epstein angeklagt worden, nachdem ihm mehrere junge Frauen sexuellen Missbrauch vorgeworfen hatten. Courtney Wild, heute Anfang 30, sagte aus, sie sei 14 Jahre alt gewesen, als sie zum ersten Mal von dem Multi-Millionär sexuell missbraucht worden sei.

Jeffrey Epstein durfte die Haft vorwiegend in seinem Büro absitzen

Ein Prozess blieb Epstein, der bis zu seinem Selbstmord in Haft vor rund einem Jahr beste Verbindungen in die Welt von Politik, Hochfinanz, Justiz und Show-Prominenz unterhielt, aber damals erspart. Er bekannte sich in einem außergerichtlichen Vergleich mit der Staatsanwaltschaft schuldig und akzeptierte eine Gefängnisstrafe von 13 Monaten.

Die „Haft” durfte Epstein an sechs Tagen in der Woche in seinem Büro absitzen. Im Falle einer Anklage durch die Bundesjustiz hätte Epstein damals eine lebenslange Freiheitsstrafe gedroht. Federführung bei dem Justiz-Deal hatte Alexander Acosta, damals Bundesanwalt, ab 2017 Donald Trumps Arbeitsminister. Nach der Inhaftierung Epsteins im Juli 2017 und Bekanntwerden der Vorzugsbehandlung für den Finanz-Manager, die Acosta abgesegnet hatte, verließ er die Regierung.

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Richter im Fall Epstein: „Ungeheuere Verletzung der Rechte der Opfer”

Die Entscheidung des 11. Berufungsgerichts macht nun den Weg für Courtney Wild und andere frei, das „Kleingedruckte“ des Epstein-Deals anzufechten, das ihnen damals bewusst vorenthalten wurde. Weil die Bundesjustiz in Florida Epstein 2008 nicht formal angeklagt hatte, so entschied zuvor eine andere Gerichtsinstanz, hätten Wild und andere Opfer laut einem Gesetz für Verbrechensopfer (Crime Victims’ Rights Act) keinen Anspruch auf mögliche Entschädigung.

Frank Hull, einer der Berufungsrichter, hatte in einer abweichenden Meinung festgestellt, dass dies eine „ungeheuere Verletzung der Rechte der Opfer” darstelle. Wann der Prozess vor dem 11. Berufungsgericht neu aufgerollt wird, steht noch nicht fest. Sollte es zu Entschädigungszahlungen kommen, würden sie voraussichtlich aus dem millionenschweren Nachlass Epsteins bestritten, berichten US-Medien.

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