Panne: Journalist hackt Treffen der EU-Verteidigungsminister

Berlin.  Erschreckend: Ein niederländischer Journalist zeigt, wie einfach es sein kann, an geheimen Politiker-Treffen der EU teilzunehmen.

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Der niederländische Fernsehsender RTL News hat Zugang zu einem geheimen Treffen der europäischen Verteidigungsminister erhalten.

Mit nur wenigen Versuchen gelang es dem Journalisten Daniel Verlaan , den PIN-Code des Geheimtreffens zu erraten. Dies war möglich, weil die niederländischen Verteidigungsministerin Ank Bijleveld offenbar versehentlich ein Foto mit der Login-Adresse und einem Teil des PIN-Codes bei Twitter gepostet hatte. Darauf waren fünf der sechs Ziffern des PIN-Codes zu sehen.

Nach dem Einloggen mit dem korrekten Pin-Code gab es laut RTL News keine zusätzliche Sicherheitsbarriere, Verlaan wurde sofort zu dem Treffen zugelassen und gab sich als Journalist zu erkennen. Bei Twitter teilte er ein Foto mit der Erklärung: „Ich habe Zugang zu einer geheimen Online-Konsultation zwischen den europäischen Verteidigungsministern der 27 Länder erhalten.“

Treffen der Verteidigungsminister abgebrochen

“Sie wissen, dass Sie an einer geheimen Sitzung des Rates für Auswärtige Angelegenheiten teilnehmen?“, fragte der Hohe Vertreter Josep Borrell , als der RTL-Nachrichtenreporter seine Kamera und sein Mikrofon einschaltete. „Ich bin ein Journalist aus den Niederlanden“, antwortete Verlaan. „Es tut mir leid, Ihre Besprechung zu unterbrechen, ich werde die Sitzung jetzt wieder verlassen.“

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Nach dem kurzen Gast-Auftritt des Journalisten wurde das Treffen abgebrochen, weil die Vertraulichkeit nicht mehr gewährleistet werden konnte. „Ein solcher Verstoß ist illegal und wird den Behörden gemeldet“, sagte eine Sprecherin im Namen des Rates für Auswärtige Angelegenheiten. Ihr zufolge wurden bei dem Treffen keine vertraulichen Angelegenheiten besprochen.

Im Rat für Auswärtige Angelegenheiten kommen alle Fachminister der EU-Mitgliedstaaten zusammen. In diesem Fall waren es die Verteidigungsminister der 27 Länder.

Mark Rutte: Premierminister sieht den Vorfall als Warnung für alle

Bei einem solchen Treffen werden keine streng staatsgeheimen Angelegenheiten diskutiert. Berichte über das, was die Minister dort besprechen, gehen an 27 Mitgliedsstaaten und an viele Diplomaten und Beamte. Dennoch ist das Treffen vertraulich. Nachrichtendienste aus einem Land außerhalb Europas, wie Russland oder China, würden bei solchen Treffen sicherlich gerne zuhören.

Ein Sprecher der Verteidigungsministerin , auf deren Twitter-Account das Bild mit dem PIN-Code hochgeladen wurde, erklärte: „Das Foto wurde umgehend entfernt. Ein dummer Fehler. Der Vorfall zeigt, wie vorsichtig Sie sein sollten, wenn Sie ein Bild eines Treffens versenden.“

Weitere aktuelle Themen:

Auch der niederländische Premierminister Mark Rutte äußerte sich zu dem Vorfall. „Er zeigt, wie vorsichtig man bei solchen Treffen sein muss.“ Insbesondere bei einem Treffen der Verteidigungsminister sei Achtsamkeit ist geboten. Der positive Nebeneffekt der Aktion sei, dass er allen in Erinnerung gerufen hat, wie vorsichtig man sein muss.

(amw)

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