Corona-Pandemie

Biontech-Impfstoff: Die wichtigsten Infos im Überblick

| Lesedauer: 5 Minuten
Biontech-Chef für Corona-Booster nach drei Monaten

Biontech-Chef für Corona-Booster nach drei Monaten

Biontech-Mitgründer Ugur Sahin hat sich für eine Corona-Auffrischungsimpfung bereits ab drei Monaten nach der Zweitimpfung ausgesprochen. Zwei Dosen seien noch keine abgeschlossene Impfung mit ausreichendem Schutz, sagte Sahin dem "Spiegel".

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Berlin.  Seit Dezember 2020 wird der Corona-Impfstoff von Biontech in Deutschland eingesetzt. Alle Infos zu Wirksamkeit und Nebenwirkungen.

  • Der Corona-Impfstoff "Comirnaty" der Firma Biontech war der erste, der in der EU zugelassen wurde
  • Er basiert auf der neuartigen mRNA-Technologie und hat besonders geringe Nebenwirkungen
  • Wirksamkeit, Nebenwirkungen und Booster – Die wichtigsten Fakten über den mRNA-Impfstoff

Der Corona-Impfstoff der deutsch-amerikanischen Pharmaunternehmen Biontech und Pfizer war eines der ersten Vakzine, das im Kampf gegen die Corona-Pandemie zugelassen und eingesetzt wurde. Wegen der hohen Wirksamkeit und der geringen Wahrscheinlichkeit von Nebenwirkungen gilt der Wirkstoff mit dem Namen "Comirnaty" als besonders sicher. Mehr zum Thema: Alle wichtigen Fragen und Antworten zu den Corona-Impfstoffen und der Impfung

Das Vakzin von Biontech/Pfizer gehört, ebenso wie das Präparat von Moderna, zu den mRNA-Impfstoffen. Lesen Sie hier alles über Wirkung, Nebenwirkungen, Zweitimpfungen und allen weiteren Infos.

Biontech: Wie wirksam ist der Corona-Impfstoff?

Der Impfstoff von Biontech/Pfizer hat nach aktuellem Kenntnisstand eine Wirksamkeit von etwa 90 Prozent gegen eine schwere Erkrankung. Dabei ist allerdings zu beachten, dass ein vollständiger Schutz erst nach der zweiten Impfung gegeben ist – und das auch nur gegen die Alpha- und die Delta-Variante.

Angesichts der Omikron-Variante schreibt das RKI: "Die Studienergebnisse zeigen, dass die Wirksamkeit der Grundimmunisierung gegenüber symptomatischer Erkrankung durch die Omikron-Variante mit der Zeit deutlich nachlässt und im Vergleich zur Wirksamkeit gegenüber der Delta-Variante deutlich geringer ist."

Ab etwa 15 Wochen nach der zweiten Impfstoffdosis sei die Impfstoffwirksamkeit so stark reduziert, dass nicht mehr von einem ausreichenden Schutz vor Erkrankung nach Grundimmunisierung ausgegangen werden könne. "Nach einer Auffrischimpfung mit dem Comirnaty-Impfstoff wurde eine gute Wirksamkeit gegenüber Omikron festgestellt", schreibt das RKI.

Wie ist der Abstand zwischen der ersten und zweiten Impfung?

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt zwischen der ersten und zweiten Impfung mit mRNA-Wirkstoffen einen Abstand von drei bis sechs Wochen. Anfangs war der Zeitraum kürzer, wurde allerdings verlängert, da nach längerer Zeit eine bessere Schutzwirkung zu beobachten ist.

Biontech: Wann ist eine dritte Impfung möglich?

Studien zeigen, dass eine dritte Impfung den Schutz vor einer Corona-Infektion deutlich erhöht. Das gilt auch für Menschen, die mit dem Vakzin von Biontech geimpft wurden. Grundsätzlich ist die Auffrischung mittlerweile nach Stiko-Empfehlung drei Monate nach den ersten beiden Impfungen möglich - und zwar für alle Erwachsenen.

Booster: Welchen Impfstoff erhält man nach einer Zweitimpfung mit Biontech?

Studien haben gezeigt, dass bei einer Booster-Impfung eine sogenannte Kreuzimpfung besonders wirksam ist. Menschen, die bei den ersten beiden Impfungen mit Biontech immunisiert wurden, sollten bei der Auffrischung idealerweise daher das Vakzin von Moderna erhalten. Gleiches gilt auch, wenn bei der Grundimmunisierung die Mittel von Astrazeneca und Biontech kombiniert wurden.

Biontech: Können Geimpfte das Virus weiter übertragen?

Das Robert-Koch-Institut (RKI) geht aktuell davon aus, dass Geimpfte das Virus weiterhin übertragen können. Die Viruslast ist bei Personen, die sich trotz Corona-Impfung mit SARS-CoV-2 infizieren, aber stark reduziert, ebenso wie die Virusausscheidung. Das heißt, dass das Risiko einer Übertragung stark vermindert, aber trotzdem vorhanden ist. Daher sollten sich auch Geimpfte an die geltenden Hygiene-Regeln halten.

Welche Nebenwirkungen können beim Biontech-Impfstoff auftreten?

Wie bei jeder Impfung gibt es auch bei dem Vakzin von Biontech/Pfizer mögliche Nebenwirkungen:

  • Schmerzen an der Einstichstelle
  • Grippeähnliche Symptome
  • Abgeschlagenheit
  • Kopfschmerzen
  • Fieber (selten)
  • Müdigkeit
  • Allergische Reaktion/anaphylaktischer Schock (sehr selten)

Die unerwünschten Reaktionen können sowohl bei der Erst-, verstärkt aber bei der Zweitimpfung auftreten. Anzeichen dafür, dass es bei der Booster-Impfung häufiger zu Nebenwirkungen kommt, gibt es bisher nicht. Lesen Sie auch: Corona-Impfung – So häufig sind Nebenwirkungen

Wie lange halten die Nebenwirkungen an?

Mögliche Impfreaktionen treten in der Regel kurz nach der Injektion auf und halten wenige Tage an. Allergische Reaktion können unmittelbar nach der Impfung auftreten, weshalb Geimpfte nach Verabreichung des Vakzins eine halbe Stunde unter Beobachtung im Impfzentrum oder beim Arzt bleiben sollten. Halten Beschwerden über einen längeren Zeitraum an, sollte man seinen Hausarzt aufsuchen. Langzeitfolgen sind nach einer Impfung nahezu ausgeschlossen.

Sind die mRNA-Impfstoffe von Moderna und Biontech/Pfizer gleichwertig?

Die Vakzine von Moderna und Biontech/Pfizer beruhen auf der mRNA-Technologie. Beide haben eine ähnlich gute Wirksamkeit. Auch die Nebenwirkungen sind vergleichbar. Lesen Sie hier: So funktionieren mRNA-Impfstoffe

Wirkt Biontech gegen Corona-Mutationen?

Laut Robert-Koch-Institut schützen alle in Deutschland verfügbaren Corona-Impfstoffe gegen die Virusmutationen. Generell lassen sich mRNA-Impfstoffe schnell und gut anpassen, sollten sie gegen vorherrschende Mutanten nicht wirksam sein.

Dieser Artikel ist zuerst auf morgenpost.de erschienen.

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