Corona

So bekommen Sie den digitalen Impfnachweis in der Apotheke

Lesedauer: 4 Minuten
Digitaler Impfpass: Spahn bittet um Geduld

Digitaler Impfpass: Spahn bittet um Geduld

Der neue digitale Impfpass ist jetzt als App verfügbar und wird Schritt für Schritt bis Ende für alle zugänglich gemacht. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bat die Bürgerinnen und Bürger um Geduld.

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Berlin.  Ab sofort ist der digitale Impfnachweis in Deutschland verfügbar. Doch wie kommt man an das Dokument? Apotheken können weiterhelfen.

  • Lange wurde um ihn gerungen, nun wird der digitale Impfnachweis in Deutschland eingeführt
  • Viele Menschen fragen sich nun: Wir komme ich an das Dokument?
  • Eine mögliche Anlaufstelle sind Apotheken

Wer vollständig gegen das Coronavirus geimpft ist, kann sich ab diesem Montag seinen Impfnachweis digital ausstellen lassen. Bereits Geimpfte können sich das dafür nötige Dokument ab 14. Juni in vielen Apotheken besorgen. Das betrifft aktuell über 21 Millionen Menschen in Deutschland, die laut Robert Koch-Institut (RKI) schon ihre Zweitimpfung erhalten haben.

Grundsätzlich können sich nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) alle Menschen mit Anspruch auf eine Impfung den Nachweis zusätzlich zum analogen Impfnachweis ausstellen lassen. Damit der Nachweis auf dem Smartphone sicher hinterlegt werden kann, wird ein Barcode erstellt, den die Geimpften mit einer App abscannen können.

Apotheken-Suche für Impfnachweis – Website hilft

Nicht alle, aber viele Apotheken sollen vom Montag an diese Impfnachweise mit QR-Code ausstellen. Welche es am eigenen Wohnort ist, zeigt ab Wochenbeginn das Online-Portal mein-apothekenmanager.de.

Ein Blick auf die Website erspart im Zweifel eine vergebliche Tour zur nächsten Apotheke. Die für die Erstellung notwendige Technik wird nämlich erst nach und nach bundesweit ausgerollt. Zum Start des Projekts war das Online-Portal häufig überlastet, am Montagmorgen mussten noch Wartungsarbeiten durchgeführt werden. Mittlerweile funktioniert die Suchfunktion wieder und Nutzer können sogar die Apotheken gezielt nach dem Angebot des Impfzertifikats filtern.

Apothekerverband und Spahn bitten Bürger um Geduld

Der Deutsche Apothekerverband rechnet damit, dass in der ersten Woche zunächst eine begrenzte Anzahl an Apotheken dabei ist. „Die Apotheken müssen sich an diesen neuen Ablauf gewöhnen, die müssen diese Sachen umsetzen“, sagte der Vorsitzende des Deutschen Apothekerverbands, Thomas Dittrich, am Montag im ZDF-„Morgenmagazin“.

Mehr als 13.000 Apotheken bieten die Leistung derzeit an, wie der DAV mitteilte. Apothekerverbände aus den Bundesländern meldeten eine hohe Nachfrage, vereinzelt bildeten sich demnach kleine Schlangen vor den Apotheken.

Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn CDU) appellierte bei der Vorstellung des Impfnachweises vergangene Woche an die Geduld der Menschen: „Bitte gehen Sie nicht alle gleichzeitig am Montag in die Arztpraxen und Apotheken“, sagte er. Wer den Nachweis nicht dringend brauche, solle noch etwas warten.

Für die Geimpften ist die Ausstellung des Impfnachweises kostenlos. Ganz kostenlos ist das System aber nicht: Die Apotheken rechnen den Nachweis mit dem öffentlichen Gesundheitssystem ab – die Vergütung beträgt laut Angaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) 18 Euro pro Zertifikat.

Wer sich die Impfung erst nachträglich nachweisen lässt, braucht dafür:

  • Impfbescheinigung oder Impfpass
  • und einen amtlichen Lichtbildausweis.

Nach einer Prüfung der Dokumente in der Apotheke wird der Nachweis ausgestellt. Der darauf angegebene Code kann dann sowohl mit der Corona-Warn-App als auch mit der neuen App CovPass gescannt werden. Dadurch wird der Impfnachweis lokal auf dem Telefon gespeichert. Mehr dazu: Digitaler Impfpass: Das unterscheidet die Nachweis-Apps

Digitaler Impfnachweis in Zukunft auch in Arztpraxen und Impfzentren erhältlich

Laut Spahn soll es noch zwei weitere Anlaufstellen geben, wo sich Bürgerinnen und Bürger den digitalen Impfnachweis besorgen können. In Zukunft sollen auch Impfzentren oder Arztpraxen die Zertifikate bei der Zweitimpfung ausstellen können. Außerdem würden die Impfzentren den bereits vollständig Geimpften ihren Code zuschicken. Der Versand der Codes soll laut Spahn in diesen Tagen beginnen – sofern den Zentren die Adressen der Geimpften vorliegen.

Ob, wann und auf welchem Weg neben Apotheken auch Impfzentren oder Ärzte genau in das Projekt einsteigen werden, hängt vom jeweiligen Bundesland ab. In Bayern oder Sachsen-Anhalt etwa sollen Menschen, die bereits in Impfzentren geimpft wurden, über eigens eingerichtete Websites Zugang zum Zertifikat bekommen. In Baden-Württemberg sollen Impfnachweise im Lauf der nächsten Wochen per Post verschickt werden.

In Thüringen werden Impfpässe nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung nachträglich nicht in Impfzentren und Impfstellen ausgestellt, weil der Aufwand nicht zu bewältigen sei. Impfnachweise können stattdessen online angefordert werden. In Nordrhein-Westfalen hatten die Kassenärztlichen Vereinigungen erklärt, dass in Praxen und Impfzentren zunächst keine elektronischen Impfzertifikate ausgestellt werden.

(mit dpa)

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